Hemberg
Die Bäckerei Hörnli aus Hemberg backt den offiziell besten Zwetschgenfladen der Ostschweiz: Der Bäckermeister verrät sein Geheimnis

Im «Zwätschge-Flade Kontescht 2022» wurde der Fladen der Hemberger Bäckerei Hörnli von einer fachkundigen Jury als Sieger der Ostschweiz gekürt. Bäckermeister Matthias Schelling erklärt, was sein Geheimrezept ist.

Alec Nedic
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So sieht der preisgekrönte Zwetschgenfladen der Bäckerei Hörnli aus.

So sieht der preisgekrönte Zwetschgenfladen der Bäckerei Hörnli aus.

Bild: Alec Nedic

Zwetschgen sind gut, als Backwerk sind sie besser. Diese Meinung vertritt der Trägerverein Culinarium und veranstaltete daher am Freitag, 2. September, auf dem Marktplatz St.Gallen den «Zwätschge-Flade Kontescht 2022». Der Verein suchte gemeinsam mit dem Thurgauer und St.Galler Obstverband sowie dem Schweizer Obstverband den fruchtigsten, saftigsten und leckersten Zwetschgenfladen der Ostschweiz.

Fündig wurden die Veranstalter im Toggenburg. Der Zwetschgenfladen der Bäckerei Hörnli aus Hemberg setzte sich vor 24 weitere Mitstreiter aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau und beiden Appenzell und ging als Sieger hervor. Die fachkundige Jury bewertete die Backwaren nach sechs Kriterien: Gesamteindruck, Form, Oberfläche, Struktur, Kaueigenschaften und Biss sowie nach Geruch und Geschmack.

Das Hörnli in Hemberg ist ein traditionelles Familienunternehmen. Neben den beliebten Backwaren und der Patisserie lädt die Aussichtsterrasse oder die warme Gaststube zum Essen oder zu einem Kaffee ein. Dass ihr Fladen der beste sei, bekäme man von den Gästen regelmässig zu hören, meint Matthias Schelling. Er fügt an:

«Die Auszeichnung für den besten Zwetschgenfladen der Ostschweiz ist für uns eine grosse Ehre.»
Bäcker und Konditor Matthias Schelling von der Bäckerei Hörnli in Hemberg.

Bäcker und Konditor Matthias Schelling von der Bäckerei Hörnli in Hemberg.

Bild: Alec Nedic

Laut Schelling brauche es für einen guten Fladen nicht viel. «Das Wichtigste sind frische Zwetschgen und ein gut gebackener, knuspriger Boden.» Seine Zwetschgen beziehe er seit Jahren vom gleichen Bauern, und zwar aus dem thurgauischen Roggwil.

Eine frische und reife Lieferung der violett-blauen Steinfrucht habe er wenige Tage vor dem Wettbewerb beim Bauer abholen können, erzählt der Bäckermeister. Gebacken wurden die Zwetschgenfladen für den Contest von der Lehrtochter der Bäckerei Hörnli. Lehrmeister Matthias Schelling gab ihr die Anweisung: «Back den Fladen so, wie er jeden Tag in der Auslage liegt, dann kommt das gut.»

Und prompt sollte er recht behalten. Auf die Frage, ob eine Geheimzutat seinen Fladen so einzigartig mache, schweigt Matthias Schelling erst einmal geheimnisvoll. Dann gibt er zu: «Unsere Geheimzutat ist die jahrelange Erfahrung.» Am Rezept für den perfekten Zwetschgenfladen feilt das Gastronomenpaar Edith und Matthias Schelling nämlich schon seit über 20 Jahren.

Eine Besonderheit habe der Fladen aber, verrät Matthias Schelling. Viele Bäckereien würden die Zwetschgen mit einem Guss bedecken. In der Backstube Hörnli wird das anders gehandhabt: Die Crème wird unter den Früchten auf den Blätterteigboden aufgetragen. Dadurch bleibe der Geschmack fruchtiger, erklärt Schelling.

Das Backen des Zwetschgenfladens nach Traditionsrezept gehört in der Bäckerei Hörnli zur Grundausbildung.

Das Backen des Zwetschgenfladens nach Traditionsrezept gehört in der Bäckerei Hörnli zur Grundausbildung.

Bild: Alec Nedic

Wer diesen Tipp zu Hause umsetzen möchte, für den hat der Bäckermeister auch gleich noch die restlichen Zutaten bereit, um einen Hemberger Hörnli-Zwetschgenfladen nachzubacken. Auf den hausgemachten Blätterteigboden trägt Schelling Vanillecrème, Mandelmasse und Quark auf. Belegt wird die Wähe selbstverständlich mit reifen Zwetschgen oder, falls es die Saison nicht zulässt, mit Rhabarber oder Aprikosen.

Die genaue Zusammensetzung möchte der Bäcker nicht verraten, bekräftigt aber, dass das richtige Verhältnis der Zutaten die Qualität des Fladens ausmache.