Heisse Eisen am Cheminée: Die Toggenburger Grünen wollen den Schwung der eidgenössischen Wahlen mitnehmen

Auf Einladung der Grünen Toggenburg trafen sich am Donnerstag im Café am Dorfbach in Wattwil grüne Frauen wie Regierungsratskandidatin Rahel Würmli, Nationalrätin Franziska Ryer, Kantonsratskandidatin Aline Geisser und weitere Gäste zum Gespräch.

Cecilia Hess-Lombriser
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Grüne Frauen im Gespräch: Regierungsratskandidatin Rahel Würmli, Kantonsratskandidatin Aline Geisser und Nationalrätin Franziska Ryser (von links) trafen sich in Wattwil.

Grüne Frauen im Gespräch: Regierungsratskandidatin Rahel Würmli, Kantonsratskandidatin Aline Geisser und Nationalrätin Franziska Ryser (von links) trafen sich in Wattwil.

Bild: Cecilia Hess-Lombriser

Die Einladung war kurz und bündig: «Grüne Powerfrauen; Gespräch mit Regierungsratskandidatin Rahel Würmli, Nationalrätin Franziska Ryer und Kantonsratskandidatin Aline Geisser.»

Ausgesprochen hatte die Einladung Catherine Lieberherr von den Grünen Toggenburg. Das Café am Dorfbach in Wattwil war schliesslich voll, als sie die Gäste in ihrem gewohnten Temperament begrüsste und den drei Frauen die ersten Fragen stellte.

Durch das Klima zur Politik gekommen

Im Cheminée brannte ein Feuer und während des fast zweistündigen Gesprächs wurde auch manch heisses Eisen angefasst, aber in dieser Runde auch mehr oder weniger schnell wieder fallengelassen. Die drei Frauen zeigten sich energiegeladen, lustvoll politisierend und mit gesundem Selbstbewusstsein.

Bei den Eidgenössischen Wahlen im Herbst hatten die Grünen ihren Anteil im Toggenburg von 5 auf 8 Prozent steigern können. Diesen Schwung wünscht sich Catherine Lieberherr auch für die bevorstehenden kantonalen Wahlen. Die Hoffnungsträgerin ist Aline Geisser aus Lichtensteig.

Sie ist 18 Jahre alt, hat soeben ihre Maturaarbeit fertig geschrieben, trat letzten Sommer als Organisatorin der Klimademonstration in Wattwil auf und steht jetzt bereits auf der Liste von SP, Gewerkschaften und Grüne für den Kantonsrat. «Wir sind zu wenige, wir müssen zusammenspannen», war die Erklärung für die gemeinsame Liste. «Wir hoffen auch auf mehr junge Mitglieder, wir sind alle um die 70 Jahre alt», sagte Catherine Lieberherr.

Rahel Würmli will in den Regierungsrat

Die Nachbarin von Aline Geisser stellte die junge Frau vor. «Sie vertieft sich in eine Sache, wenn sie sich für etwas interessiert. Und: «Sie hat irgendwann beschlossen, nicht mehr schüchtern zu sein», verriet sie. Der Kantonsratskandidatin selber liegt das Klima am Herzen. «Die Menschen wüssten, was zu tun ist, aber es reicht nicht aus, nur auf das Plastiksäckchen im Laden zu verzichten», meinte sie.

Franziska Ryser wollte gemäss eigenen Angaben nur als Unterstützung für die beiden Kandidierenden bei diesem Gespräch in Wattwil dabei sein, doch schliesslich war sie es, die die meisten Fragen beantwortete. Natürlich musste sie über ihren Anfang als Nationalrätin in Bern berichten und sie war es auch, die sich mit 5G-Antennen auseinandergesetzt hat und erklärte, dass drei Anbieter ihr je eigenes Netzt aufbauen wollen, obwohl noch niemand genau wüsste, wofür 5G überhaupt nötig sei.

«Das ist ein schwieriges Thema», gab sie zu «Ich wünsche mir eine Koordination durch den Bund.» Rahel Würmli brachte sich ein: «Bei jedem Ausbau wird über das Gleiche diskutiert und man kommt nicht weiter.»

Berge zu Fuss und mit dem Bike erklimmen

Die breit ausgebildete ehemalige Stadträtin von Rapperwil-Jona und heutige Leiterin Fachstelle Alter und Gesundheit der Stadt Wetzikon, will in den Regierungsrat. Sie erklimmt Berge zu Fuss und mit dem Bike und sie traut sich auch die Aufgabe als Regierungsrätin zu.

Zu den angesprochenen Spitalschliessungen meinte sie: «Es ist eine Tatsache, dass es zu viele Spitalbetten gibt.» Es brauche eine andere Strategie, Mut, Weitsicht und auch das Vertrauen, dass nach der richtigen Lösung gesucht werde. Im Kanton Zürich sei man schon beim nächsten Schritt. «Es ist ein Prozess und es geht um Gesundheit und um Geld. Die Kosten betreffen uns alle. Die Gesundheit wird den Staat immer kosten.»