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Heisse Debatte um Tiefgarage

Die FDP Mosnang setzte Gemeindepräsident Renato Truniger auf den «heissen Stuhl», um kritische Fragen betreffend dem Projekt Tiefgarage zu erörtern. Die Debatte verlief denn auch kritisch und intensiv.
Timon Kobelt
Ruben Schuler (links) nimmt Gemeindepräsident Renato Truniger in die Mangel. Um den «heissen Stuhl» zu simulieren, wurde ein etwas unbequemer Stuhl ohne Lehne für den Befragten verwendet. Der Moderator hatte es etwas gemütlicher. (Bild: Timon Kobelt)

Ruben Schuler (links) nimmt Gemeindepräsident Renato Truniger in die Mangel. Um den «heissen Stuhl» zu simulieren, wurde ein etwas unbequemer Stuhl ohne Lehne für den Befragten verwendet. Der Moderator hatte es etwas gemütlicher. (Bild: Timon Kobelt)

Den «heissen Stuhl» kennt man aus der SRF-Sendung Rundschau, wo Schwergewichte sich kritischen Fragen der Moderatoren stellen müssen. Dieses Format wählte nun die FDP Mosnang, die Gemeindepräsident Renato Truniger am Dienstag im Restaurant Bären auf den heissen Stuhl setzte und zum Projekt Tiefgarage befragte. Ruben Schuler, Präsident der Jungfreisinnigen Toggenburg, schlüpfte in die Rolle von SRF-Moderator Sandro Brotz und konfrontierte Renato Truniger mit unangenehmen Fragen. «Damit es nicht zu bequem wird, geben wir Renato einen Stuhl ohne Lehne», sagte Ruben Schuler, was für Gelächter im Saal sorgte.

Verhältnis Investition und Anzahl Parkplätze

«Habt ihr momentan zu viel Geld?» Die erste Frage von Ruben Schuler war, passend zum Anlass, provokativ. Sie führte auch zur Diskussion über das Verhältnis der Investitionskosten von rund 1,3 Millionen Franken und den 32 Parkplätzen, die daraus resultieren. Nach Adam Riese macht das rund 40000 Franken pro Parkplatz. «Das halten wir für vertretbar, da wir letztendlich der Bevölkerung etwas Gutes tun wollen, indem wir vorerst auf eine Bewirtschaftung der nicht vermieteten Parkplätze verzichten», meinte Truniger.

Es bestünde aber die Möglichkeit, bei hoher Nachfrage alle Parkplätze zu vermieten. Dann könnte man gar Geld mit der Tiefgarage verdienen. Aktuell sieht das Projekt vor, 15 Parkplätze fix zu vermieten. Stellt man diese Einnahmen den Unterhaltskosten und den Abschreibungen gegenüber, resultiert ein jährlicher Betriebsaufwand von rund 18000 Franken. «Wir sehen das Projekt als eine Investition in die Zukunft unserer Gemeinde. Vor allem in das Dorfzentrum», sagte Renato Truniger.

Im Zusammenhang mit der Parkplatzbewirtschaftung kam noch ein Thema auf. «Wie soll denn verhindert werden, dass Langzeitparker ihr Auto gratis zwei Wochen in der Tiefgarage stehen lassen?», wollte Ruben Schuler wissen. Renato Truniger gab zu, dass diese Gefahr besteht. «Sollte so ein Fall tatsächlich eintreten, wovon ich nicht ausgehe, wird der Gemeinderat nach Lösungen suchen», meinte der Gemeindepräsident.

Sowohl vom Moderator als auch von den Anwesenden kamen Bedenken, wonach die Tiefgarage zu klein und am falschen Ort sei. Zu klein vor allem deshalb, weil nach Abzug der vermieteten Parkplätze nur noch 17 für die Öffentlichkeit übrig blieben. «Der Gemeinderat erachtet die Grösse als verhältnismässig. Ausserdem sind wir vom Platz her eingeschränkt», meinte Renato Truniger. Zum Standort meinte er, dass sich durch das Volg-Projekt eine einmalige Chance an zentraler Lage ergebe. «Dieser Standort ist wie unser Hauptbahnhof», sagte er.

Postauto und Anlieferung bewegen die Gemüter

Apropos Bahnhof: Einige der Anwesenden, die zahlreich erschienen, zeigten sich besorgt darüber, wie es mit der Posthaltestelle Dorf weitergehen wird. Es herrschte Unklarheit, ob diese allenfalls verschoben werden muss. Auch der Gemeindepräsident konnte hier keine endgültige Klarheit schaffen: «Wir stehen im Dialog mit dem Kanton und sind überzeugt, dass wir Lösungen finden werden, sollten Probleme auftreten.»

Auch bezüglich Verkehrssicherheit kamen kritische Voten, da der Volg über die Wupplisbergstrasse mit grossen Lastwagen beliefert werden soll. Es bestehe Raum für den Lastwagen auf dem Parkplatz gegenüber der Einfahrt in die Tiefgarage, entgegnete Renato Truniger. Ausserdem seien die Anlieferungen meistens nur früh am Morgen. Es gab auch Stimmen aus dem Publikum, die meinten, durch das Projekt werde die Anlieferungssituation verbessert.

Schliesslich kamen einige bau- und sicherheitstechnische Aspekte zur Sprache. «Dass man in der Tiefgarage wenden muss, wenn sie voll ist, und nicht im Kreis fahren kann, ist doch nicht zeitgemäss», meinte Ruben Schuler. «Vielleicht ist es zeitgemäss für Mosnang», sagte Renato Truniger. Zu Bedenken bezüglich Brandschutzsicherheit und Anzahl an Ausgängen sagte der Gemeindepräsident: «Ich garantiere, dass das Projekt nicht an Sicherheitsmängeln scheitern wird.»

Die FDP Mosnang zeigte sich zufrieden mit dem Anlass: «Es sind viele Leute gekommen und die Diskussion war intensiv, was zeigt, dass ein Bedürfnis vorhanden war», sagte Präsident Urs Stillhard. Er bedauere einzig, dass die anderen Ortsparteien nicht für einen überparteilichen Anlass zu gewinnen waren. Renato Truniger schätzte den Event: «Von solchen Diskussionen lebt die Basisdemokratie. Es war für mich sofort klar, dass ich zusage.»

Die Bürger befinden am 10. Juni an der Urne über den Baukredit von 1,3 Millionen Franken.

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