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«Heiratsvermittlerin» schlägt «Nashörner»: Die Darsteller des Chössitheaters haben das Stück für ihre neue Eigenproduktion ausgewählt

Drei Stücke gab Seraina Kobelt den Darstellern der nächsten Chössi-
Eigenproduktion zur Auswahl. Diese wählten eine Komödie, die im November Premiere hat.
Mirjam Bächtold
Im Workshop machten die Darsteller Übungen zu den Atmosphären der verschiedenen Stücke. (Bild: Verlagshaus Schwellbrunn, Katja Niederöst)

Im Workshop machten die Darsteller Übungen zu den Atmosphären der verschiedenen Stücke. (Bild: Verlagshaus Schwellbrunn, Katja Niederöst)

Die Eigenproduktion ist im Chössi-Theater zur Tradition geworden. Das Kleintheater in Lichtensteig präsentiert alle ein bis drei Jahre ein Stück, das von Laiendarstellern aufgeführt wird. Dieses Jahr führt erstmals Seraina Kobelt Regie, die auch im Chössi-Theater wohnt. «Schon seit ich von diesen Produktionen wusste, war es mein Wunsch, einmal ein Stück hier zu inszenieren», sagt die Schauspielerin, die im Toggenburg aufgewachsen ist. Nun geht dieser Wunsch in Erfüllung. Ursprünglich hatte Seraina Kobelt ein grösseres, regionales Projekt geplant, das aber noch nicht spruchreif ist und verschoben wurde.

Spieler werben für ihren Favoriten

Seraina Kobelt, Regisseurin. (Bild:Mirjam Bächtold)

Seraina Kobelt,
Regisseurin. (Bild:Mirjam Bächtold)

An zwei intensiven Theaterwochenenden hat Seraina Kobelt mit theaterbegeisterten Teilnehmern Improvisationsworkshops durchgeführt. Sie brachte drei Stücke zur Auswahl in die Gruppe und machte gemeinsam mit den Darstellern Übungen zu den Atmosphären der Stücke, zu Gefühlen und Beziehungen zwischen den Rollen und brachte den Teilnehmern unterschiedliche Gestaltungsmittel näher. Zur Auswahl standen die Theaterfassung von Woody Allens Film «Hannah und ihre Schwestern», «Die Nashörner» von Eugène Ionesco und «Die Heiratsvermittlerin» von Thornton Wilder. Jedem Stück war ein Tag der beiden Wochenenden gewidmet, am letzten Sonntag liess Seraina Kobelt die Gruppe entscheiden, welches Stück sie im Herbst aufführen möchte. Das Besondere daran: Jeder durfte noch einmal für seinen Favoriten werben. Dabei wurde schnell klar, dass Woody Allen keine Chance hatte. Viele fanden «Die Nashörner» extrem spannend, wollten aber doch etwas Leichteres und so fiel die Wahl mit sechs zu vier Stimmen auf «Die Heiratsvermittlerin», eine Komödie, die aber auch Tiefgang hat. Sie spielt in den 1880er-Jahren und thematisiert die Gleichstellung zwischen Mann und Frau. «Leider ist das Thema auch heute noch aktuell», sagt Seraina Kobelt. Sie wird die Inszenierung auf die heutige Zeit adaptieren. «Die Nashörner» sei ein anspruchsvolles Stück, da es in die Sparte des Theaters des Absurden gehört. «Es wäre aber durchaus umsetzbar gewesen. Wir hätten bei diesem Stück viel mit theatralischen Gestaltungsmitteln mit der ganzen Gruppe gearbeitet.» Dass Thornton Wilders Stück gewählt wurde, liegt wohl auch an der Theatergeschichte des Chössis. «Bisher gab es bei den Eigenproduktionen keine klassische Komödie, sondern eher ernste Stücke. Viele fanden, dem Chössi täte ein lustiges Stück gut.»


Freude soll im Vordergrund stehen

Bei der Arbeit mit Laien ist es Seraina Kobelt wichtig, dass sie in erster Linie Freude an der Theaterarbeit haben. «Sie kommen freiwillig, meist nach der Arbeit. Da ist es wichtig, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen», sagt die Schauspielerin. Sie will jedem die Möglichkeit geben, etwas für sich aus der Probenarbeit mitzunehmen, etwa Tipps für die Auftrittskompetenz oder in Bezug auf die Körperarbeit. Auch der soziale Aspekt in der Gruppe soll nicht zu kurz kommen, trotzdem ist ihr auch eine gelungene Inszenierung wichtig. «Ich gebe der Gruppe immer wieder Zeit, um Neues auszuprobieren, neue Zugänge zur Figur zu entdecken, sonst wird das Spiel starr.» Die Proben für das neue Stück beginnen im August. Premiere ist am 28. November, das Stück wird vier Mal gezeigt.

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