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Heimlifeisse Anekdoten und Lieder zum Saison-Abschluss im Assel-Keller in Schönengrund

Markus Schönholzer mischt in der Kleinkunstszene seit über 35 Jahren mit. Mit seinem Instrumentalisten Robi Rüdisühli war er zum Ende der Saison im Assel-Keller in Schönengrund.
Michael Hug
Eigentlich kein Unbekannter: Markus Schönholzer und Robi Rüdisühli im Assel-Keller. (Bild: Michael Hug)

Eigentlich kein Unbekannter: Markus Schönholzer und Robi Rüdisühli im Assel-Keller. (Bild: Michael Hug)

Der Dritte, der hätte mitkommen sollen zum Auftritt im Assel-Keller in Schönengrund, Kollege Hans, der konnte nicht. Er hätte ein «Puff» mit seiner Freundin, die ihrerseits ein «Gschleik» hätte mit einem aus dem Unterdorf.

Harmlos beginnen diese Geschichten. Lapidare Begebenheiten aus dem Dorf, dem Kleinbürgertum, dem Bünzlitum. Es scheint fast so, als wollte er, Markus Schönholzer, eigentlich gar nicht so viel erzählen, aber dann tut er es doch, taucht tiefer ein in das Schicksal dieses Hans und aller anderen Figuren, die im Laufe des Abends vorkommen. Und dann verfangen sie, diese leisen Anekdoten, eben auch die von Hans, dem Bauern der noch im Elternhaus wohnt, zum Vieh schaut und es schwer hat mit den Frauen. Dann hat er sie im Sack, die Zuschauenden, dann hängen sie an seinen Lippen, erwartungsvoll harrend ob des bitteren Endes.

Soll das Publikum lachen oder weinen?

Markus Schönholzer ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Kein lauthalsiger Marktschreier, eher ein Heimlifeiss, ein Kleinstapler. Er erzählt die Geschichte so, als ob er gar nicht will. Viel lieber seine Lieder zusammen mit seinem Begleitinstrumentalist Robi Rüdisühli vorstellen möchte. Denn das hat er ebenso drauf, das Liederschreiben, inklusive Text und Komposition, und auch da erzählt er seine Anekdoten.

Zum Beispiel die vom Sohn, der nie werden wollte wie sein Vater, nämlich Polizist und Bünzli, und es dann doch wird. Zahlreiche solche Figuren, Verlierertypen, Hinterwäldler, am Leben Vorbeidriftende, hat Schönholzer erfunden, er musste nur die Welt um sich herum kopieren. Seine Kunst ist es, den kleinen Bürgern ein Gesicht zu geben, und zwar derart stereotyp, dass die Zuschauenden nicht wissen, ob sie lachen oder weinen sollen.

Unbekannt in der Provinz

Schönholzer ist kein Unbekannter. Der 57-jährige Zürcher mischt als Komponist und Texter seit mehr als 35 Jahren in der Kleinkunst- und Musicalszene mit. Zahlreichen Theater- und Kabarettstücken, Filmen und Kunstschaffenden hat er die Musik gestiftet: «Deep», «Schweizermacher», «Die Standesbeamtin», «Die Gesslerzwillinge», «Acapickels» oder «Ursus & Nadeschkin». Er ist einer der Grossen in der Schweiz, der gerne im Hintergrund schafft, es aber nicht scheut, auch vor das Publikum zu treten. Auch vor ein kleines Publikum, wie am Samstag im Assel-Keller zu dessen Saisonabschluss.

Doch der Ansturm auf die Tickets für diese letzte Vorstellung sei nicht überwältigend gewesen, was auf die Unbekanntheit von Schönholzer & Rüdisühli hinweist. Was umgekehrt bedeutet: Wer in der Zürcher Szene gross ist, ist es in der Provinz noch längst nicht auch.

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