Jodelchörli Bütschwil lebt heimatliches Brauchtum

Mit Jodelliedern und einem Lustspiel erfüllte das Jodelchörli Bütschwil einmal mehr die Erwartungen der Besucher. Das Theater strapazierte die Lachmuskeln aufs Heftigste.

Franz Steiner
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Annika (links) und Tamara führten charmant durchs Programm. (Bild: Franz Steiner)

Annika (links) und Tamara führten charmant durchs Programm. (Bild: Franz Steiner)

Die 300 Besucherinnen und Besucher erlebten am Samstag wahrlich einen Unterhaltungsabend zum Geniessen. Er umfasste eine Ländlerkapelle aus dem Kanton Uri, eine verlockende Tombola – sogar ein privater Auftritt des Jodelchörli war dabei – ein Theater, das die Besucher begeisterte, und das gastgebende Jodelchörli Bütschwil, welches mit Naturjodeln und Volksliedern glänzte.

Präsident Emil Fust freute sich, dass sich die Halle bis auf vereinzelte leere Stühle füllte und durfte nebst befreundeten Delegationen die grosszügigen Sponsoren, Passivmitglieder und Gönner begrüssen. Er würdigte auch Jodlerin Anna Gasser, die kürzlich die Dirigentenprüfung erfolgreich ablegte.

Moderatorinnen mit Witz und Charme

«S git Lüt, die gönd zur Obed-stund go üebe Liedli singe. Es tönt nöd immer chugelrund, s cha trotzdem öppis bringe. Denn mengi Sorge flüchet gschwind, wenn gschpürsch, was Jodelfreude sind.» Wie mit diesen sinnigen Worten aus dem Lied «Jodelfreude», vom Toggenburger Ruedi Roth komponiert, wurde ganzheitlich ein Programm geboten, das Herz und Seele erfreute. Der Abend bot ein paar vergnügliche Stunden mit traditionellen Naturjodeln und Jodelliedern mit Texten voller Lebensweisheiten.

Mit Klang und Harmonie überzeugte das Jodelchörli unter der Leitung von Guido Manser. Die zehnjährige Annika und die zwei Jahre jüngere Tamara moderierten mit viel Witz und Charme.

Auftakt mit einem Naturjodel

Zum Auftakt wurde ein traditioneller Toggenburger Naturjodel, «De Scherrer», in schönster Reinheit geboten. Ihm folgte das Lied «D Lüt im Dorf». Auch in diesem ging es gemütlich zu: «Gange i dürs Dörfli i, rüeft mer mängmol eine no, chumm doch au no gschwind verbi, zue mer cho nes Schöpli ha. Dört vernim i neui Sache, was im Dorf so alles got.»

Der «Bergli-Jutz» von Adolf Stähli war mit den Vorjodlerinnen Anna und Heidi ein Genuss. Mit den Liedern «Das ghört me gern» und «Bim Vermachte» wurde der Liedteil abgeschlossen. Die obligate Zugabe, mit Schelleschötte begleitet, erfolgte mit dem Naturjodel «De Hinterwiesler».

Schwank voller Überraschungen

Der Abend bot aber auch unkonventionelle Eindrücke des Jodelchörli in humoristischer Art. Dabei wurden die Nerven des Dirigenten Guido Manser «arg strapaziert». Er hatte es mit einem bunten Haufen zu tun, der nicht nur mit Verspätung glänzte, sondern sich lieber einen «Schnupf» reinzog. Die Jodelprobe lief völlig aus dem Ruder und wurde zur Erheiterung des Publikums zum Desaster.

Mit viel schauspielerischem Talent sorgten die sieben Laienschauspielerinnen und -spieler im Schwank «Also doch de Lätz» für ein gehöriges Durcheinander. Regie führte Werner Huber. Während 35 Minuten entwickelte sich die Handlung zu einem Versteckspiel.

Kaminfegermeister Strausack (Chläus Schönenberger) mit seinem ausgeprägten Berufsstolz wollte unbedingt, dass seine Tochter (Heidi Oettli) einen Kaminfeger heiratet. Doch diese verliebte sich in einen Rechtsanwalt (Fridel Schönenberger). So mussten Strausacks Frau (Karin Isenring) mit ebendieser Tochter einen Plan aushecken.

Tosender Schlussapplaus

Dafür musste Schaggi (Emil Fust), der Bräutigam des Dienstmädchens (Sabrina Fust), herhalten, dem der Lehrling (Roman Breitenmoser) ein schwarzes Kaminfeger-Outfit verpasste. Die Turbulenzen wurden so nicht kleiner. Und weil der Kaminfegermeister auch so seine Macken hatte, fanden dann doch die richtigen Liebespaare zueinander. Der tosende Schlussapplaus war der verdiente Lohn für eine reife Bühnenleistung.