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Heilpädagogische Schule Toggenburg setzt auf Förderung der Kinder

Das Sonderpädagogik-Konzept des Kantons St.Gallen bringt Umstellungen für Sonderschulen mit sich. Für die Heilpädagogische Schule Toggenburg in Wattwil ändert sich wenig. Das Kerngeschäft bleibt nach wie vor dasselbe, die Förderung der Kinder.
Sabine Schmid
In der Heilpädagogischen Schule Toggenburg in Wattwil werden in diesem Schuljahr 59 Kinder unterrichtet. (Bild: PD)

In der Heilpädagogischen Schule Toggenburg in Wattwil werden in diesem Schuljahr
59 Kinder unterrichtet. (Bild: PD)

Der Schulalltag in der Heilpädagogischen Schule in Wattwil ist wie der in einer anderen Schule, und doch total anders. Pro Klasse sind fünf bis sieben Kinder im Klassenzimmer, unterrichtet werden sie von einem Heilpädagogen oder einer Heilpädagogin, die zusätzlich unterstützt wird. Dem Lernplan der Volksschule können die Kinder nicht folgen, zu gross ist ihr besonderer Bildungsbedarf aufgrund von geistigen Behinderungen und Mehrfachbehinderungen.

Mit Hilfsmitteln durch den Alltag

In der Schule gehe es darum, dass die Kinder ihr weiteres soziales Leben mit der grösstmöglichen Selbstständigkeit meistern können, sagt Regina Diethelm, Institutionsleiterin der Heilpädagogischen Schule HPS Wattwil. Da die Kinder unterschiedliche geistige und motorische Fähigkeiten mit sich bringen, ist die Förderplanung individuell. Einige Kinder lernen zu schreiben und später mit Geld umzugehen oder ihren Schulweg individuell zu gehen. Andere werden in der Feinmotorik gefördert, damit sie malen, basteln und die Schuhe binden können. Die individuelle Förderplanung, die nach Möglichkeit mit den Eltern besprochen wird, wird regelmässig überprüft und angepasst. So könne der Unterricht zielgerichtet gestaltet werden, sagt Regina Diethelm, die gerade diesen individuellen Unterricht als spannend und herausfordernd bezeichnet.

Im Unterricht an der HPS Toggenburg werden neue Medien eingesetzt. (Bild: PD)

Im Unterricht an der HPS Toggenburg werden neue Medien eingesetzt. (Bild: PD)

Aufgrund der unterschiedlichen Behinderungen kann die Kommunikation nicht mit allen Kinder gleich erfolgen. «Wir haben deshalb ein System mit Hilfsmitteln erarbeitet», erklärt Regina Diethelm. Alle Räume der HPS sind mit einem passenden Symbol beschriftet. Das Schwimmflügeli weist aufs Schwimmbad hin, der Schwingbesen auf die Küche und der Löffel auf den Esssaal. Dieselben Hilfsmittel werden genutzt, um mit den Kindern den Tagesablauf zu besprechen. Auch neue Medien werden im Unterricht eingesetzt. «Sie sind für die Kinder sehr motivierend», stellt Regina Diethelm fest.

Ausserschulische Betreuung wäre ein Wunsch

Der grosse Erfahrungsschatz der HPS soll nun auch Lehrkräften von integrativen Regelklassen zur Verfügung stehen. Das Sonderpädagogik-Konzept des Kantons, das derzeit umgesetzt wird, setzt nämlich vermehrt auf Integration. «Bei Lehrpersonen von Klassen mit Kindern mit einem besonderen Bildungsbedarf können Fragen auftauchen im Bezug auf die Förderung, Betreuung und Pflege, aber auch bezüglich der Unterrichtsgestaltung», sagt Regina Diethelm. «In solchen Fällen bieten wir im Rahmen eines Coachings Beratung und Unterstützung».

Heilpädagogische Schule Toggenburg

Die Heilpädagogische Schule Wattwil unterrichtet in diesem Schuljahr 59 Kinder. Sie sind zwischen vier und 18 Jahre alt und wohnen in den Gemeinden des Wahlkreises Toggenburg ohne Nesslau und Wildhaus-Alt St. Johann. Kinder dieser Gemeinden werden im Johanneum beschult. Die HPS ist eine Tagesschule, das heisst, die Kinder verbringen auch den Mittag in der Schule und essen gemeinsam mit der Klasse. Die Schüler mit geistiger Behinderung / Mehrfachbehinderung werden in der HPS individuell gefördert und in ihrer Entwicklung unterstützt. Verschiedene Therapien runden das Förderangebot ab. (sas)

Welche Änderungen das Sonderpädagogik-Konzept noch mit sich bringt, weiss Regina Diethelm nicht abschliessend. Bis zur definitiven Umsetzung im Jahr 2020 wird die HPS Wattwil, wie alle Sonderschulen im Kanton, ein neues Betriebskonzept erstellen und eine neue Leistungsvereinbarung mit dem Kanton abschliessen. Das Kerngeschäft und die Fokussierung der Schule und des Unterrichts bleiben aber nach wie vor dieselben, nämlich die Förderung der Kinder mit kognitiven Beeinträchtigungen. Das Konzept sieht zudem vor, interne Plätze bei Sonderschulen abzubauen und dafür das ausserschulische Betreuungsangebot zu verbessern.

Für die HPS Toggenburg in Wattwil würde dies bedeuten, dass sie pro Tag während mindestens 90 Minuten ausserschulische Betreuung wie eine Kita anbieten könnten. Für Regina Diethelm wäre dies wünschenswert. «Unsere Schüler können aufgrund ihrer Behinderungen keine Kita besuchen. Könnten wir sie länger betreuen, wäre das für viele Familien eine Entlastung». Noch ist aber nicht bestimmt, wann dieses Betreuungsangebot eingeführt wird, denn die Finanzierung ist noch nicht gesichert.

Sonderpädagogik-Konzept des Kantons St.Gallen

Mit dem Sonderpädagogik-Konzept, das bis 2020 umgesetzt wird, will der Kanton St. Gallen einen Überblick schaffen über sämtliche Angebote für Kinder und Jugendliche ab der Geburt bis vollendeten 20. Altersjahr. Mit dem sonderpädagogischen Grundangebot der kommunalen Schulträger und den verstärkten Massnahmen wie Unterricht und Förderung in einer Sonderschule, behinderungsspezifische Unterstützung und Beratung in Regelschulen oder Heilpädagogische Frühförderung sollen Kinder und Jugendliche mit besonderen Bildungsbedarf mit qualitativ hochstehenden Massnahmen gefördert werden. Zudem ermöglicht das Konzept die gezielte Steuerung des sonderpädagogischen Angebots auf kommunaler und auf kantonaler Ebene.

Besonderer Bildungsbedarf liegt vor, wenn bei Kindern feststellt wird, dass ihre Entwicklung eingeschränkt ist oder dass sie dem Unterricht in der Regelschule ohne spezifische Unterstützung aller Wahrscheinlichkeit nach nicht werden folgen können. Ebenfalls ist der Bildungsbedarf bei Schülerinnen und Schülern besonders, bei denen nachweislich grosse Schwierigkeiten in der Sozialkompetenz sowie im Lern- oder Leistungsvermögen festgestellt werden. Schülerinnen und Schüler, die den Fachbereichen des Lehrplans der Regelschule ohne zusätzliche Unterstützung nachweislich nicht, nicht mehr oder nur teilweise folgen können, haben ebenso Anrecht auf sonderpädagogische Massnahmen wie Kinder mit nachweislich besonderen Begabungen. (pd/sas)

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