Hauptversammlung auf Schusters Rappen: Skiclub Ebnat-Kappel beschreitet in der Coronazeit einen besonderen Weg

Vereine, Organisationen und Körperschaften, die ihre Versammlung auf schriftlichem Weg durchführen, gibt es in dieser Zeit zuhauf. Aber statt auf diesen Weg auf eine Wanderung auszuweichen? Auf diese Idee ist der Skiclub Ebnat-Kappel gekommen.

Sabine Camedda
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Hauptversammlung unter freiem Himmel: Der Skiclub Ebnat-Kappel kombinierte die Versammlung mit einer Wanderung.

Hauptversammlung unter freiem Himmel: Der Skiclub Ebnat-Kappel kombinierte die Versammlung mit einer Wanderung.

Bild: PD

Wo bringt man viele Personen, die den nötigen Abstand zueinander haben, für eine Versammlung unter? Vor dieser Frage stand der Vorstand des Skiclubs Ebnat-Kappel, als Ende Oktober die Hauptversammlung anstand. Ein Restaurant? Hat zu wenig Platz. Eine Kirche? Passt nicht so recht zum Sportverein. Also kam die Idee auf, die Versammlung im Freien zu machen. Verbunden mit einer Wanderung.

So trafen sich am letzten Wochenende im Oktober 37 Vereinsmitglieder vor der vereinseigenen Skihütte oberhalb Ebnat-Kappel. Bei einem Apéro auf der Terrasse – selbstverständlich im Sitzen eingenommen – verhandelten die Vereinsmitglieder die ersten drei Traktanden.

Eine Versammlung, vier Tagungsorte

Dann ging es bergauf zum Skistübli. Dort auf der Terrasse wurde wieder diskutiert und weitere drei Traktanden behandelt. In der Stotzweid wurde abermals gerastet und Geschäftliches erledigt. Schliesslich führte die Wanderung zum Gasthaus Nestel, wo die Versammlung mit der Allgemeinen Umfrage ihren Abschluss fand.

«Die Teilnehmer trugen immer dann eine Maske, wenn sie den Abstand nicht einhalten konnten», erklärt Vereinspräsident Peter Giger das Schutzkonzept. Er habe beobachtet, dass die Skiclübler sehr diszipliniert waren und sich auch auf dem Weg teilweise mit Maske geschützt haben.

«Wir haben die Versammlung am Samstagnachmittag früh angesetzt, sodass wir am frühen Abend damit fertig waren», sagt Peter Giger. Einige Mitglieder hätten im privaten Rahmen noch gemeinsam ein Abendessen eingenommen, die meisten Teilnehmer seien aber nach Hause gegangen.

Skiclübler konnten auf Wettergott zählen

«Unser Engagement ist belohnt worden», zieht Peter Giger einige Tage später Bilanz. Die Rückmeldungen der Teilnehmer seien sehr positiv gewesen. Ihn freut es, dass er die Kassierin Gabriela Nüssli trotz aller Auflagen in einem würdigen Rahmen aus ihrem Amt verabschieden und ihren Nachfolger Oliver Kauf im Vorstand begrüssen konnte. Der Wettergott habe ebenfalls mitgespielt, freut sich Peter Giger.

«Wir hätten auch eine Wanderung gemacht, wenn es geregnet hätte. Aber bei diesem Wetter hatten wir alle mehr Spass.»

Das vergangene Vereinsjahr sei von der Coronakrise weniger tangiert worden als vom fehlenden Schnee. Im Sommer aber sei die Skihütte weniger gut belegt gewesen, was sich negativ auf die Einnahmen in die Vereinskasse auswirkt. Wie sich das Vereinsleben entwickelt, ist ungewiss. Auch wie es mit dem Betrieb der Skihütte im Winter weitergehen wird, wird sich zeigen. Einiges werde sich ändern, ist Peter Giger überzeugt. Eines aber bleibt: «Die Hütte ist eine wichtige Einnahmequelle für den Skiclub.»