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GV Bergbahnen Wildhaus AG: Unterstützung für den Verwaltungsrat - Kritik an St.Galler Regierungsrat

424 Aktionäre liessen sich an der Generalversammlung der Bergbahnen Wildhaus AG am Samstagmorgen über den Geschäftsgang und den Stand der Vorwärtsstrategie Wildhaus 2.0 informieren. Die Abwesenheit von Regierungsrat Damann wurde kritisiert.
Sabine Schmid
Die Bergbahnen in Wildhaus waren sowohl im vergangenen Sommer als auch Winter gut frequentiert. (Bild: Urs Bucher)

Die Bergbahnen in Wildhaus waren sowohl im vergangenen Sommer als auch Winter gut frequentiert. (Bild: Urs Bucher)

Rechtzeitig zum Beginn der Generalversammlung der Bergbahnen Wildhaus (BBW) AG im Curlingzentrum in Wildhaus zeigte sich die Sonne. So kamen nicht wenige der Aktionäre im Wandertenue und liessen erahnen, dass sie nach dem Besuch der Versammlung das Gratisticket auf den Berg nutzen und den Tag an der freien Luft geniessen wollten. Jakob Rhyner, Verwaltungsratspräsident der BBW, schien dem Rechnung zu tragen und führte speditiv durch die Traktanden, die keinen Grund zur Unzufriedenheit gaben. Im Gegenteil: Der Verwaltungsrat, die Geschäftsleitung und die Mitarbeitenden erhielten viel Applaus.

Verwaltungsrat ist weiterhin gesprächsbereit

Kritische Worte wurden hingegen nach St.Gallen gerichtet. Regierungsrat Bruno Damann, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements, liess sich entschuldigen. Er hätte gerne mit ihm gesprochen, von Mann zu Mann, sagte Jakob Rhyner. Er hätte ihn an seine Vorgänger Willi Geiger, Ernst Rüesch, Paul Gemperli und Florian Schlegel erinnert und ihn gefragt, wie die wohl das Gesuch der BBW für die NRP-Gelder beurteilt hätten. «Hätten sie das feindliche Übernahmeangebot, respektive die erpresserische Aufforderung, Aktien zu einem Spottpreis zu verkaufen oder zu tauschen, sonst gibt es kein gemeinsames Winterticket mehr, kritiklos hingenommen? Hätten sie von uns verlangt, unmögliche Bedingungen zu erfüllen? Hätten sie uns alle, sprich über 2100 Aktionäre und noch mehr Gäste, enttäuscht?», fragte Jakob Rhyner rhetorisch.

Als Kantonsrat habe er diese mittlerweile verstorbenen Regierungsräte sehr gut gekannt und sei sich sicher, sie hätten diese „unlauteren Annexionsgelüste seitens der «Toggenburg Bergbahnen AG» öffentlich verurteilt. Er ersuchte Bruno Damann, auf sein mehrmals wiederholtes kategorisches Nein doch noch zu verzichten. Er und der ganze Verwaltungsrat seien weiterhin gesprächsbereit, betonte Jakob Rhyner.

Schneereicher Winter mit mehr Gästen

Die vom Verwaltungsrat präsentierten Zahlen erfreuten die Aktionäre. Das Sommergeschäft verlief durchaus erfreulich. Den Winter bezeichnete Jakob Rhyner sogar als grossartig, «es war ein Winter, der seinen Namen mehr als nur verdient hat.» Die BBW verzeichnete acht Prozent mehr Gästeeintritte als im Vorjahr. Dies kam letztlich auch der Toggenburg Bergbahnen (TBB) AG zugute. Denn von dem Mehrumsatz im Pool, in den alle Einnahmen aus dem Verkauf der Wintertickets fliessen, in der Höhe von 1,19 Millionen Franken, gingen rund 89 Prozent nach Unterwasser. Dies, weil die Gondelbahn Chäserrugg mit über 562000 Fahrten sehr gut frequentiert war. Jakob Rhyner hielt fest, dass die BBW an diesem Verteilschlüssel festhält, auch wenn die Projekte von Wildhaus 2.0 realisiert werden. Dies sei ein Punkt im «Vorschlag der Güte» der BBW, um ein regionales Ticket nach der kommenden Wintersaison zu sichern.

Keine Fusion auf Augenhöhe

In der allgemeinen Umfrage meldete sich ein Aktionär zu Wort, der seit langem in Wildhaus ein Ferienhaus besitzt. Er warnte die Aktionäre vor einer überstürzten Fusion der beiden Bergbahnen im Obertoggenburg. Die beiden Unternehmen hätten unterschiedliche Voraussetzungen. Das Aktienkapital der TBB sei rund dreimal so gross wie jenes der BBW. Würde man diese nun zusammenlegen, hätte es also dreimal mehr Aktionäre aus Unterwasser als aus Wildhaus. Dazu komme, dass die TBB aufgrund der Investitionen mit gegen 25 Millionen Franken verschuldet sei, wohingegen die BBW schuldenfrei dastehe. Mit dem Cashflow, der in den vergangenen Jahren erzielt wurde, sei es schwierig, die Zinsen zu amortisieren und die Schulden zu tilgen. Und nicht zuletzt habe die TBB mit der Standseilbahn und der Luftseilbahn zwei alte Anlagen. Der Redner bat den Verwaltungsrat einerseits, die Investitionen für Wildhaus 2.0 nicht zu überladen und die Aktionäre andererseits, sich bei einer Fusion nicht auf einen Kuhhandel einzulassen.

«Aufgeben ist nicht unser Ding»

Geschäftsführer Urs Gantenbein informierte an der Generalversammlung der Bergbahnen Wildhaus (BBW) AG über den Stand des Projekts 2.0, worauf die Aktionäre besonders gespannt waren. «Wir können erfreulicherweise sagen, dass alle ökologischen Bedenken aus dem Weg geräumt sind und der Kanton St. Gallen uns die Baubewilligung in seinem Zuständigkeitsbereich erteilt hat», sagte er.

Konkret können die Skilifte Thur, Oberdorf, Gültenweid und Freienalp abgebrochen werden und im Oberdorf ein neuer Übungslift gebaut. Ebenfalls erteilte der Kanton grünes Licht für Pistenkorrekturen und für die Erweiterung der Beschneiungsanlage. «Dafür waren sehr grosses Verständnis und Unterstützung der Landbesitzer nötig, dafür danken wir herzlich», sagte Urs Gantenbein. Die Baubewilligung für den Bau der neuen Sesselbahn muss das Bundesamt für Verkehr erteilen. Seitens der BBW sei hierfür alles gemacht. Es seien aber noch technische Fragen offen, die der Lieferant der Bahn beantworten müsse. «Die Baubewilligung setzt aber voraus, dass die Finanzierung gesichert ist und dafür sind wir auf die NRP-Gelder angewiesen», sagte Urs Gantenbein.

Bezüglich eines möglichen Baustarts sagte der Geschäftsführer Urs Gantenbein dasselbe wie vor einem Jahr: Wenn der Entscheid für die Realisierung bis im Spätherbst falle, könne die Bergbahnen Wildhaus AG die neue Bahn in Auftrag geben und diese könnte im kommenden Frühjahr erstellt werden. «Wir kämpfen weiter, denn wir fühlen uns der Vorwärtsstrategie Wildhaus 2.0 verpflichtet», betonte Urs Gantenbein. Der Kampfrhetorik bediente sich der Geschäftsführer auch, als er seine Ansprache beendete, indem er den Anwesenden im Curlingzentrum versicherte: «Aufgeben ist nicht unser Ding.»

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