Gutes Essen für eine gute Stimmung

Seit fast 20 Jahren gibt es den kleinen Stand in Wattwil neben dem Vögele: Den Bösch-Imbiss. Inhaber Markus Bösch führt den Imbiss gemeinsam mit seiner Frau Daniela. Neben dem Imbissstand betreiben die beiden einen Partyservice. Regionale Kunden haben seit jeher Vorrang.

Timon Kobelt
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Die Familie Bösch in ihrem gewohnten Arbeitsumfeld im Imbiss. Der Chef Markus beim Grill, seine Frau Daniela als Bedienung, und vielleicht wird Tochter Mirella irgendwann Kassiererin. (Bild: Timon Kobelt)

Die Familie Bösch in ihrem gewohnten Arbeitsumfeld im Imbiss. Der Chef Markus beim Grill, seine Frau Daniela als Bedienung, und vielleicht wird Tochter Mirella irgendwann Kassiererin. (Bild: Timon Kobelt)

Von aussen wirkt der Imbissstand eher unscheinbar und klein. Dennoch ist der Bösch-Imbiss in Wattwil und in der Region den meisten Menschen bekannt. Seit Dezember 1996 versammeln sich mittags Arbeiter, Familien und Kantischüler, um sich mit einem Burger zu stärken.

Inspiration USA

Markus Bösch ist gelernter Metzger. Seine Eltern haben in Wattwil eine Metzgerei geführt, und dort hat auch er das notwendige Handwerk erlernt. Als ausgelernter junger Mann zog es ihn 1994 in die USA, wo er auf Reisen ging. «In jeder noch so kleinen Ortschaft hatte es Imbissbuden. Diese waren äusserst beliebt. Auch ich verpflegte mich regelmässig an solchen Ständen», sagt Markus Bösch. Dort ist er auf die Idee gekommen, dass es sich lohnen könnte, selbst einmal eine Imbissbude zu führen. Wie es der Zufall wollte, ergab sich kurz nach seiner Rückkehr nach Wattwil eine Gelegenheit: Über einem kleinen Lokal mit knapp 20 Quadratmetern Fläche prangte ein Schild, dass das Lokal zu vermieten sei. «Daraufhin habe ich die Sache mit meinen Eltern besprochen und mich dazu entschieden, das Lokal zu mieten», sagt Markus Bösch.

Burger als Kernprodukt

Bis heute zahlt der Metzgermeister Vögele Miete, zur Nutzung der Imbissbude. Bereut hat er die Investition bis heute nicht, denn der Absatz lässt sich sehen. «An einem guten Tag gehen rund 80 Burger über die Ladentheke», sagt Markus Bösch. Besonders freue ihn, dass verschiedene Kundengruppen kämen. «Wir betreuen sehr unterschiedliche Gäste. Familien, Arbeiter und Schüler», sagt der Metzger. Besonders guten Kontakt hat er zu den Kantischülern, die einen ganz kurzen Weg zu ihm haben, und ihm über Mittag hektische Stunden bereiten. «Es entstehen schöne Geschichten. Einmal habe ich an der Olma einen ehemaligen Kantischüler getroffen, der nun Rechtsanwalt ist. Er hat mich erkannt und sich an den Imbiss erinnert. Das erfreut einen natürlich schon», sagt Markus Bösch. Am meisten würden die Schüler Burger konsumieren. Davon hat er auch eine ganze Palette im Angebot: Vom HawaiBurger bis hin zum Röstiburger mit Speck findet man alles.

Partyservice aufgekommen

Seit dem Jahr 2000 gibt es zusätzlich zum Imbiss den «Bösch Partyservice». Dabei spielt vor allem Markus Böschs Frau Daniela eine wichtige Rolle. «Sie ist gelernte Konditorin und hat mit dem Partyservice ihr Kerngebiet entdeckt. Wir ergänzen uns gut, da ich von Fleisch viel verstehe und sie von Gebäck», sagt Markus Bösch. Neben seiner Frau hat er zwei weitere Festangestellte. Gerade beim Partyservice reicht das häufig nicht aus. Oftmals bekomme er Hilfe von Freiwilligen. Der Partyservice steht für ganz verschiedene Anlässe zur Verfügung: Weiterbildungen, Geburtstage, Hochzeiten oder Beerdigungen. Bei kleineren Festen sollten mindestens 20 Leute anwesend sein. Es lohne sich schlichtweg nicht, für weniger ein Catering zu betreiben, so Bösch.

Was gefällt ihm nun besser, Imbiss oder Partyservice? «Das ist schwierig zu beantworten. Ich könnte beides nicht ununterbrochen tun», sagt der Wattwiler. Der Imbiss sei der sichere Eckpfeiler des Geschäfts und im Vergleich mit dem Partyservice ohne Hektik zu führen. Beim Partyservice gefalle ihm, dass jeder Anlass seinen eigenen Charakter habe. «Man erlebt einiges an diesen Anlässen. Meine Motivation ist, dass mein Essen die Stimmung hebt. Wenn selbst an einem traurigen Fest wie an einer Beerdigung die Stimmung nach dem Essen leicht besser wird, weiss ich, dass wir gute Arbeit geleistet haben», sagt Markus Bösch.

Aus der Region für die Region

Das Buffet ist angerichtet. (Bild: pd)

Das Buffet ist angerichtet. (Bild: pd)

Sowohl für den Partyservice als auch für den Imbiss verwendet Markus Bösch ausschliesslich Schweizer Fleisch. Wenn möglich, bezieht er das Fleisch aus der Region: «Bis vor drei Jahren habe ich noch in der familieneigenen Metzgerei selber geschlachtet. Heute bekomme ich viel Fleisch aus der Region, beispielsweise von Suttero», sagt der Metzger. In den Verkaufsräumlichkeiten der Metzgerei ist heute eine Boutique. Die anderen Räume hätten immer noch den Charakter einer Metzgerei. Sie seien jedoch leicht umfunktioniert worden, damit besser Partyservice betrieben werden könne, so Bösch. Regionalität ist Markus Bösch auch bei seinen Kunden sehr wichtig: «Wir sind ein Kleinbetrieb für die Region und möchten es gerne auch bleiben.» Deswegen habe er auch kein Social Media. Einmal hätten ihn zwei Frauen gefragt, warum der Bösch-Imbiss kein Facebook habe. «Es ist so, dass bei uns vieles über persönliche Kontakte läuft. Es kommen Leute auf mich zu, die mich schon kennen. Sie erzählen es ihren Freunden weiter, wenn ihnen unser Catering zugesagt hat», sagt Markus Bösch. Sie hätten auch ohne soziale Medien genügend Aufträge für den Partyservice. Er wolle nicht, dass zu viele Anfragen auch von ausserhalb der Region kämen. «Sonst müsste ich damit beginnen, gewisse Aufträge in der Region abzulehnen. Das möchte ich nicht», sagt Bösch. Im Toggenburg erlebt er immer wieder schöne Sachen, wie dieses Jahr am Grümpelturnier in Ebnat-Kappel. «Wir haben einen Stand beim Abend-unterhaltungszelt aufgestellt. Bis rund 5 Uhr morgens haben wir gegrillt. Um diese Zeit waren die Gäste umso dankbarer, dass sie etwas zu essen auf den Heimweg mitnehmen konnten. Solche Erlebnisse machen meinen Beruf aus», sagt der Fleischer.

20 Jahre Bösch-Imbiss

Im Dezember 2016 feiert Bösch-Imbiss sein 20jähriges Besehen. Zu diesem Jubiläum will sich Markus Bösch etwas Besonderes einfallen lassen: «Es ist noch nichts im Detail geplant. Aber ich habe einige Ideen. Vielleicht gibt es eine Jubiläumswoche mit Preisen wie vor 20 Jahren. Dann könnten die Leute sehen, wie sich die Zeiten geändert haben», sagt Bösch.