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«Ein guter Kompromiss ist freiwillig»

Der frühere Kantonsratspräsident Ivan Louis appellierte an der Bundesfeier in Wattwil, nicht fremde Regelungen als Kompromiss zu übernehmen. Und vor einer Einigung brauche es eine politische Debatte.
Martin Knoepfel
Der Festredner Ivan Louis suchte das Gespräch mit der Bevölkerung. (Bild: Martin Knoepfel)

Der Festredner Ivan Louis suchte das Gespräch mit der Bevölkerung. (Bild: Martin Knoepfel)

Er habe am Vortag einen Anruf von Heiri Rhyner erhalten, scherzte Ivan Louis eingangs. Der Inhalt: Er solle weder eine flammende Rede halten noch gegen politische Gegner zündeln, sagte Ivan Louis. Er werde sich nicht zum Spital äussern und ein Grusswort an «die ennet dem Ricken» wegen der Kanti unterlassen.

Ganz ohne die «ennet dem Ricken» ging es bei der Wattwiler Bundesfeier aber nicht. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Trio Churfirstengruss aus Ernetschwil mit Michèle Blöchliger, Joel Blöchliger und Damian Ziltener mit lüpfigen Melodien.

Feuerwehrdepot teilweise ausgeräumt

Hansheiri Keller, Vizegemeindepräsident von Wattwil. (Bild: Martin Knoepfel)

Hansheiri Keller, Vizegemeindepräsident von Wattwil. (Bild: Martin Knoepfel)

In Wattwil fand die Bundesfeier im traditionellen Rahmen statt. Festredner war der Kantonsratspräsident 2017/2018, der Nesslauer Ivan Louis (SVP). Die Feier wurde am Mittwochabend im mit zahlreichen Schweizerfahnen geschmückten Feuerwehrdepot durchgeführt. Um Raum für die Tische und die Festbänke zu schaffen, hatte die Feuerwehr Wattwil-Lichtensteig einige Fahrzeuge auf den Vorplatz parkiert. Sie mussten übrigens nicht ausrücken.

Rund 100 Besucher an der Feier

Zur Feier kamen rund 100 Personen, darunter auch Familien mit kleinen Kindern. Einige Besucher Feier im Gespräch, dass das Feuerverbot die traditionellen Höhenfeuer ebenfalls verunmöglichte. Die Massnahme stiess aber auf Zustimmung. Angehörige der Feuerwehr waren für die Verpflegung besorgt, unter anderem mit Würsten vom Gasgrill. Als «höchster St. Galler» habe er keine Macht gehabt, nicht mal über seine Agenda, scherzte Ivan Louis.

Rund 100 Personen kamen an die Bundesfeier im Wattwiler Feuerwehrdepot. (Bild: Martin Knoepfel)

Rund 100 Personen kamen an die Bundesfeier im Wattwiler Feuerwehrdepot. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Machtteilung sei typisch für die Schweiz, betonte er und nannte als Beispiel die dezentralen Bundesfeiern. Die Machtteilung erfordere allerdings die Bereitschaft zum Kompromiss und bedinge die Pflicht zum Mitmachen, betonte Ivan Louis.

Gute und schlechte Kompromisse

Ivan Louis stammt aus Nesslau und politisiert für die SVP im Kantonsrat. (Bild: Martin Knoepfel)

Ivan Louis stammt aus Nesslau und politisiert für die SVP im Kantonsrat. (Bild: Martin Knoepfel)

Es gebe schlechte Kompromisse, und beim Kompromiss gebe man die eigene Idealposition auf, räumte Ivan Louis ein. Um einen guten Kompromiss zu erreichen, dürfe man nicht mit einer Kompromissposition in Verhandlungen gehen. Andernfalls könnten die anderen die Position, die man einnehme, nicht nachvollziehen.

Kompromissbereitschaft sei aber kein Zeichen von Schwäche. Vielmehr bedinge sie die Bereitschaft zum Dialog, sagte der frühere Kantonsratspräsident. Bevor man einen Kompromiss schliesse, müsse man die politische Debatte führen, um die Positionen zu entschärfen.

Ein guter Kompromiss entstehe in einem transparenten Prozess. Zudem sei er immer freiwillig und selbstbestimmt. Man dürfe also keine fremden Regelungen als Kompromiss übernehmen. Die Suche nach eigenen Lösungen seien wir unseren Nachfahren schuldig, sagte Ivan Louis, der für seine humorvolle und teilweise auch selbstironische Rede viel Beifall erhielt.

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