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Güter und Reisende im gleichen Zug – volkswirtschaftliche Effizienz bei den Toggenburgerbahnen

Die Toggenburgerbahn bestritt einst ihren Ertrag fast zur Hälfte aus dem Güterverkehr. Scheinbar bescheiden und volkswirtschaftlich doch essenziell war eine Verkehrsart, die anfänglich durch vier Zugpaare abgewickelt wurde.

Anton Heer
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Eine Erinnerung an den Stückgut- und Wagenladungsverkehr der SBB in den 1970er-Jahren. Das ursprüngliche Stationsgebäude in Lichtensteig ist im Hintergrund zu erkennen.

Eine Erinnerung an den Stückgut- und Wagenladungsverkehr der SBB in den 1970er-Jahren. Das ursprüngliche Stationsgebäude in Lichtensteig ist im Hintergrund zu erkennen.

Bild: PD

Die Bahn transportierte nicht allein Reisende, sondern stets auch Gepäck, Post und Stückgut. Eigentliche Güterzüge gab es nicht, denn für die Zustellung einzelner Güterwagen sorgten die fahrplanmässigen Züge. Rangierfahrten gehörten zum Reiseerlebnis. Auch der Toggenburger Tuffstein erreichte so in den 1890er-Jahren die Baustelle des Landesmuseums in Zürich.

Eigentliche Güterzüge beziehungsweise Züge für Stückgut und die Zustellung einzelner Güterwagen gehörten später bis zum Kahlschlag der SBB im Bahngüterverkehr zum betrieblichen Alltag. Güterschuppen, Rampen, Viehgatter und sogar handbetriebene Krane erinnerten bis in die 1990er-Jahre an die Güterbahn.

Vergessene Gleisanlagen

Fast vergessen sind heute die Anschlussgleisanlagen zwischen Wil und Ebnat. Für die Kiesförderung bei Bütschwil installierten die SBB um 1914 einen Gleisanschluss und umfangreiche Förderanlagen. Was bei Lütisburg an ein Zeughaus erinnern mag, ist ein Pflichtlager des Bundes, das immer noch mit der Bahn erreichbar wäre.

Die wohl originellste Gleisanlage diente bei Bazenheid der Erschliessung der Micarna. Der Gleis-Zickzack war bis 2005 in Betrieb. Geblieben ist der ZAB-Gleisanschluss, der Bazenheid mit der Deponie im Burgauerfeld bei Flawil verbindet. Regelmässig können die Lastwagen-vermeidenden Schlackentransporte per Bahn beobachtet werden.

Ausstellung in Bazenheid

(red) Vor 150 Jahren fuhr der erste Zug ins Toggenburg. Diese Zeitung begleitet das Jubiläumsjahr mit einer Serie. Gleichzeitig wandert eine Ausstellung der Bahnlinie im Toggenburg entlang. Noch bis morgen Sonntag ist diese in Wattwil auf dem Bahnhofvorplatz zu sehen. Ab Montag wird sie dann auf dem Bahnhofplatz in Bazenheid zu erkunden sein.

Weitere Informationen: www.150tbb.ch.

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