Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Günstige Mieten für hehre Ziele

An der Wattwiler Rickenstrasse entstehen zwei Wohn- und Geschäftsgebäude. Die Gewerberäume werden für Firmen günstiger angeboten, wenn diese soziale und ökologische Probleme lösen wollen.
Ruben Schönenberger
Jan Colruyt (links) und Thomas Egli diskutieren den Baufortschritt. (Bild: Ruben Schönenberger)

Jan Colruyt (links) und Thomas Egli diskutieren den Baufortschritt. (Bild: Ruben Schönenberger)

«Es braucht neue Wirtschaftsmodelle, wenn wir wollen, dass dieser Planet das menschliche Treiben überlebt», sagt Jan Colruyt. Aktuell baut er mit seiner Lindenhof Wattwil AG an der Wattwiler Rickenstrasse eine Überbauung, die das unterstützen soll. In den zwei Gebäuden mit den Namen Max und Moritz entstehen 14 Wohnungen und drei Gewerberäume. Firmen können Letztere zu vergünstigten Konditionen mieten.

Um in den Genuss des Rabatts zu kommen, müssen die Firmen Kriterien erfüllen: Sie müssen den Fokus auf die Nachhaltigkeit und den gesellschaftlichen Nutzen legen. «Ich möchte etwas beitragen zu Innovationen und Projekten, die mehr als kurzfristigen Profit im Blick haben», sagt Colruyt.

«Natürlich darf man Gewinn machen»

Die Lösung sozialer und ökologischer Probleme soll im Fokus stehen. «Natürlich darf man Gewinn machen. Die Frage ist, ob der Profit das erste Ziel ist», sagt Colruyt. Auch grosse Unternehmen hätten begriffen, dass man eine Firma nicht nur auf Profit ausrichten könne. «Aber Probleme auf unternehmerische Art zu lösen, finde ich richtig.»

Wer die Kriterien erfüllt, erhält je nach Dauer des abgeschlossenen Mietvertrags während zwei Jahren 20 Prozent oder während drei Jahren 25 Prozent Rabatt auf den Mietzins. Ob ein Unternehmen die Kriterien erfüllt, entscheidet Colruyt als Vermieter selber. Um entsprechende Firmen zu finden, sucht er auch den Kontakt zur Wirtschaftsförderung.

Dass Colruyt beim Bau der zwei Gebäude aus Überzeugung handelt, zeigt sich auch in weiteren Punkten. Auf den Flachdächern sollen Photovoltaik-Anlagen gebaut werden. «Die Ausarbeitung des genauen Vorgehens steht noch aus. Wir gehen aber davon aus, die Anlagen rentabel bewirtschaften zu können, indem ein Teil des Stroms über eine Verbrauchergemeinschaft direkt vor Ort verbraucht wird», sagt der Bauherr. Auch der Bezug von Fernwärme sei aus Überzeugung erfolgt. In der Tiefgarage sind zudem Parkplätze für Elektroautos vorgesehen und bei den verwendeten Materialen legt Colruyt Wert auf Nachhaltigkeit. «Ich baue für 40 Jahre, nicht für 25», sagt er.

Holzfassade und Sichtbeton

Für die Pläne verantwortlich zeichnet sich Colruyts Schwager Thomas Egli aus St. Gallen verantwortlich. Er hat für das Projekt eine Arbeitsgemeinschaft mit der Schneider Architektur gebildet. «Speziell am Projekt sind vor allem die Gebäudegrundrisse, die auf die Grundstücksform Bezug nehmen», sagt Thomas Egli. «Zu Beginn war nicht klar, wie viele Gebäude hier sinnvollerweise gebaut werden.» Nur ein einziges Gebäude zu erstellen, wäre zwar günstiger gewesen, städtebaulich hätte sich aber die Variante mit zwei Gebäuden aufgedrängt. «So können wir die bestehenden Bebauungen der Strasse besser aufnehmen», sagt Egli. Zwischen den beiden Gebäuden wird eine Grünfläche angelegt, um die Fassadenfront zu unterbrechen.

Diese Fassade wird aus Holz sein. Ursprünglich sei gar ein Bau geplant gewesen, der über dem Fundament komplett aus Holz errichtet worden wäre. Weil der Aushub der Baugrube aber schon sehr kostenintensiv gewesen sei, habe man darauf verzichten müssen. «In den Gebäuden wollen wir zudem nichts vorgaukeln. Wenn wir eine Eichenparkett-Optik wollen, verwenden wir auch Eichenparkett», sagt Egli. Auch Sichtbeton kommt vermehrt zum Einsatz. Das liege im Trend, sei aber natürlich auch eine effiziente Bauweise.

Vermietet werden die Wohnungen und Gewerberäume ab Frühjahr 2019. Damit ist man früher bezugsbereit als die Überbauung Bahnhof Süd in unmittelbarer Nähe. «Die zwei Projekte unterscheiden sich aber sowieso», sagt Colruyt. Er ist daher optimistisch, dass die Wohnungen schnell vermietet sind.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.