Grünes Licht für den Normalfahrplan in der Region Wil und im Toggenburg

Im Mai wechseln die Bahn- und Busbetriebe im Fürstenland und im Toggenburg wieder vom Corona-Notfahrplan auf den regulären Fahrplan. Postauto- und Buschauffeure verkaufen keine Fahrkarten.

Martin Knoepfel
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Ein Zug der S9 in Richtung Wattwil fährt in die Station Lütisburg ein.

Ein Zug der S9 in Richtung Wattwil fährt in die Station Lütisburg ein.

Bild: Anton Heer

Die Bahn- und Busunternehmen im Fürstenland und im Toggenburg machen sich gleich wie die SBB daran, das Angebot nach dem Corona-Notfahrplan wieder herauf zu fahren. Das zeigte eine Umfrage bei den verschiedenen Betreibern.

Thurbo, eine Tochtergesellschaft der SBB, wird das Angebot nach Auskunft von Marketing-Leiter Werner Fritschi ab dem 11. Mai wieder vergrössern. Das betrifft aber nur die S10 (Wil–Weinfelden–Romanshorn) und die S35 (Wil–Winterthur). Die S10 fährt momentan im Stundentakt. Ab dem 11. Mai gibt es an Werktagen wieder den Halbstundentakt.

Wieder Halbstundentakt von Winterthur bis Wil

Die S35 fährt momentan an den Wochenenden sowie werktags am Abend im Stundentakt. Zwischen Wil und Winterthur fährt tagsüber die S12 im Stundentakt, das aber nur an Werktagen.

Ab dem 11. Mai verkehrt die S35 wieder gemäss dem Jahresfahrplan. Das bedeutet, dass die S35 und die S12 zwischen Wil und Winterthur die ganze Woche einen Halbstundentakt von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss anbieten.

Eventuell in anderen Regionen verzichten

Bei der S2 (Altstätten–St.Gallen–Wattwil–Nesslau)und der S4 (rund um den Alpstein) ist das Angebot im Coronanotfahrplan gegenüber dem Jahresfahrplan unverändert. Das Gleiche gilt für den Voralpenexpress der Südostbahn, für die S1 (Wil–St.Gallen) und für die S9 (Wil–Wattwil).

Werner Fritschi ist überzeugt, dass Thurbo bis zum 11.Mai genügend Personal haben wird, um das grössere Angebot zu fahren. Eventuell werde man in anderen Regionen auf Leistungen an den Wochenenden verzichten, sagte er.

Nachtkurse und Kantibus fahren noch nicht

Die Appenzeller Bahnen führen den Betrieb der Frauenfeld-Wil-Bahn (FW). Die FW fahre ebenfalls ab dem 11. Mai wieder den regulären Fahrplan, war von Erika Egger zu erfahren. Sie ist Marketing- und Kommunikationschef der FW.

Die Nachtkurse und der Kantibus verkehren allerdings frühestens ab dem 8. Juni wieder. Die Personalsituation bildet laut Erika Egger kein Hindernis für das Hochfahren des Betriebs.

Wil Mobil hat nach eigenen Angaben genügend Chauffeure

Wil Mobil wird den ordentlichen Fahrplan am Montag, 11.Mai, wieder auf allen Linien aufnehmen. Davon ausgenommen sind lediglich die Nachtbuslinien 737 (Wil–Zuzwil– Oberbüren– Uzwil) und 738 (Wil –Schwarzenbach–Uzwil). Wann diese wieder fahren, steht noch nicht fest.

Das war von Hans Koller, dem Leiter Markt bei der Bus Ostschweiz AG, zu erfahren. Diese Firma führt den Betrieb von Wil Mobil. Personal werde genügend verfügbar sein, sagt Hans Koller.

Unterbestand an einigen Orten

Auch Postauto wird landesweit am 11.Mai zum Normalfahrplan zurückkehren. Das antwortete Urs Bloch, Mediensprecher von Postauto.

Auf der Churfirsten-Linie 790 soll im Mai wieder der Halbstundentakt eingeführt werden.

Auf der Churfirsten-Linie 790 soll im Mai wieder der Halbstundentakt eingeführt werden.

Bild: Martin Knoepfel

Er geht davon aus, dass an den meisten Standorten genug Mitarbeiter vorhanden sind, um das Angebot zu leisten. Es gebe zwar an einigen Orten einen Unterbestand, der Anteil der Personen, die zur Arbeit zurückkehren, steige aber.

Rein touristische Linien müssen warten

Touristische Linien ohne Erschliessungsfunktion, die gegenwärtig nicht betrieben werden, blieben vorläufig eingestellt. Der ÖV richte sich nach den Entscheiden des Bundesrates zu den touristischen Angeboten und Infrastrukturen. Das antwortete Urs Bloch, Mediensprecher von Postauto.

Ebenfalls ab dem 11.Mai fahren die Busse des Busbetriebs Lichtensteig–Wattwil–Ebnat-Kappel (BLWE) wieder gemäss ordentlichem Fahrplan. Die Nachtkurse in den Nächten am Wochenende entfallen allerdings bis auf weiteres. Das war von Verwaltungsratspräsident Felix Brander zu erfahren.

Chauffeure verkaufen weiterhin keine Billette

Für die Busse von Postauto, Wil Mobil und BLWE gilt zudem, dass die Chauffeure weiterhin keine Fahrkarten verkaufen, und dass die vorderste Türe zum Einsteigen gesperrt bleibt.

Der Velo-Transport ist laut Hans Koller bei Wil Mobil auch im Corona-Notfahrplan erlaubt, wenn es im Bus genug Platz hat und wenn die Abstandsregeln nicht verletzt werden. Bei Postauto gilt dagegen weiterhin, dass Velos draussen bleiben müssen.