Grosses Interesse am Pelzfellmarkt in Lichtensteig

Das Städtli ist noch einer der wenigen Orte, an welchem die Jäger ihre Felle verkaufen können. Der Markt hat Tradition, auch wenn der Verkauf kaum mehr etwas einbringt.

Sascha Erni
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Kunstpelze setzen den Naturpelz unter Druck, findet Siegfried Noser.

Kunstpelze setzen den Naturpelz unter Druck, findet Siegfried Noser.

Bild: Sascha Erni

Am Valentinstag fand auch der traditionelle Pelzfellmarkt in der Kalberhalle in Lichtensteig statt. Bereits am Mittag trafen sich Jäger, Pelzhändler, deren Kunden und sonstige Neugierige im Jägerbeizli, welches die Fasnachtsgesellschaft Lichtensteig unter der Leitung von Nicole Couto führte. Es herrschte eine Stimmung wie beim Klassentreffen; viele der Besucherinnen und Besucher kennen sich seit Jahren, aber sehen sich nur am Markttag.

Weit über 100 Menschen drängten sich an den Verkaufsständen und setzten sich an die Festbänke, um sich mit Freunden zu unterhalten und der Musik der Kapelle Gupfbuebä zu lauschen. Gemeinderat und Markt-Chef Roland Walther zeigte sich äusserst zufrieden. Der Pelzfellmarkt habe die letzten Jahre mit drei Pelz-Ständen und sechs weiteren Marktständen seine Grösse beibehalten können. «Mehr Stände brächte ich eh nicht in die Kalberhalle», lachte er.

Kunstpelz als Preisdrücker

Siegfried Noser aus Oberurnen besucht seit vielen Jahren den Pelzfellmarkt in Lichtensteig

Siegfried Noser aus Oberurnen besucht seit vielen Jahren den Pelzfellmarkt in Lichtensteig

Bild: Sascha Erni

Seit vielen Jahrzehnten mit dabei ist Siegfried Noser aus Oberurnen. Der 77-jährige passionierte Jäger und Pelzhändler erzählte am 14. Februar gerne aus seinem Erfahrungsschatz. «Heute gibt es in der Schweiz viel weniger Märkte als noch in den 1970ern», wusste er zu berichten. Ein Grund dafür sehe er beim steten Preiszerfall, die Schuld dafür gab er aber weniger sich verändernden Kundenwünschen als der Ölindustrie.

Seit den 1980er-Jahren habe sie Kunstpelz als Konkurrenz in den Markt gedrückt und so den Pelzmarkt faktisch kaputtgemacht. «Die Nachhaltigkeit zu bewahren, wird so zum Problem», so Noser. Denn Jäger schiessen die Tiere nicht zum Spass, sie hätten eine Aufgabe zu erfüllen. 2019 sei etwa der Fuchs gesundheitlich schwer angeschlagen gewesen. «Es ist ganz schlimm im Moment. Räude, Staupe und Fuchsbandwurm, alles kommt zusammen.»

Dass Jäger zunehmend unter Preisdruck stehen, mache es noch schwieriger, die Wildgesundheit zu erhalten, meinte dann auch ein weiterer Jäger, der nicht genannt werden möchte. «Wir bekommen noch fünf, sechs Franken pro Fell. Es ist eine Schande, eine Schande.»

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