Grosse Solidarität nach dreistem Diebstahl in Dicken

Nachdem im Toggenburg ein Lädeli bestohlen wurde, geschah ein Weihnachtswunder. FM1-Hörerinnen und -hörer meldeten sich und wollen den Bestohlenen helfen. Fast der ganze gestohlene Betrag kam zusammen.

Sandro Zulian, FM1Today
Drucken
Teilen
Es sind Waren im Wert von 650 Franken verschwunden. (Bild: Stefanie Rohner, FM1Today)

Es sind Waren im Wert von 650 Franken verschwunden. (Bild: Stefanie Rohner, FM1Today)

In Dicken standen Marcel Jung und Maria Wild am Mittwochmorgen vor einem Scherbenhaufen. Maria Wilds Selbstbedienungsladen im Dorf wurde ausgeraubt. Kein Rappen blieb zurück, von den Dieben fehlt jede Spur. Der Verlust ist um so schmerzlicher, da der Erlös des Ladens für Marcel Jungs «Tierheim Büsi-Papageienhof» gedacht war. Insgesamt 650 Franken für hilfsbedürftige Katzen und Papageien kamen so weg.

Doch, passend für die Jahreszeit, geschah etwas Wunderbares. Nicht eine, gleich zwei Personen meldeten sich bei FM1 und wollen den entstandenen Schaden von Marcel Jung und Maria Wild ersetzen.

200 Franken aus Lichtensteig gespendet

Evi Geisselhardt vom «Tierheim und Tierpension Sonnenberg» in Lichtensteig sagt: «Ich sass im Auto und kam gerade von einer Futter-Abholung, als ich die Geschichte im Radio hörte.» Geisselhardt fand die Schädigung eines Tierheimes derart daneben, dass sie sich kurzerhand entschloss, von ihrem Futter etwas abzugeben.

Sie sieht sich allerdings nicht als edle Retterin in der Not, sondern gibt sich sehr bescheiden:

«Für mich ist das selbstverständlich. Ich hätte schliesslich auch Freude, wenn mir jemand helfen würde, wenn ich mich in so einer Lage wieder fände.»

Von Evi Geisselhardt bekommt das «Tierheim Büsi-Papageienhof» in Dicken 200 Franken in Form von Katzenfutter.

St. Galler Pub spendet 300 Franken

Doch es blieb nicht bei einer Solidaritätsbekundung eines anderen Tierheimes. Nach Evi Geisselhardt meldet sich auch Daniel Wirth, Inhaber des Gallus-Pubs in St.Gallen: «Als ich die Geschichte gelesen habe, kam mir in den Sinn, dass auch wir letztes Jahr Opfer eines Einbruchs wurden.» Das sei sehr ärgerlich gewesen.

«Dieses Jahr wurden wir zum Glück verschont, es gab keinen negativen Vorfall im Pub. Darum hat es mich gleich ‹gepackt› und ich wollte helfen.» Wirth spendet 300 Franken. Marcel Jung freut’s.

Tierheimbesitzer ist völlig aus dem Häuschen

Die 500 Franken kommen jetzt Marcel Jung zugute. Auf Anfrage von Radio FM1 ist der Tierheimbesitzer völlig aus dem Häuschen:

«Das ist ja cool! So etwas Schönes. Ich bin sprachlos.»

Mit Evi Geisselhardt sei er sogar bekannt, doch «diesen Wirth» habe er noch nie getroffen, sagt der glückliche Tierheimbesitzer und lacht abermals. Kaum ist die Freude über die nette Gabe vorüber, denkt Jung bereits weiter: «Das muss ich denen sofort verdanken und Maria, die das Lädeli in Schwung hält, muss ich auch schleunigst informieren!» So dürfen die beiden Spender heuer in den Genuss eines der schönsten Weihnachtsgeschenke kommen: die Dankbarkeit eines Menschen.