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Damals: Grossbrand in Rietbad-Ennetbühl

Das "Toggenburger Tagblatt" veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Verheerendes Schadenfeuer im Rietbad: Das Feuer tat vor 50 Jahren ganze Arbeit. (Bild: PD)

Verheerendes Schadenfeuer im Rietbad: Das Feuer tat vor 50 Jahren ganze Arbeit. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

29. Juni: Vom Rickentunnel. Die Rekonstruktionsarbeiten, welche bekanntlich ihre Ursache in den Verschiebungen und Stauungen der Tunnelsohle haben, sind in letzter Zeit mit vermehrten Arbeitskräften aufgenommen worden. Zirka 40, meist jüngere Arbeiter, fahren allabendlich halb 10 Uhr ab Station Wattwil in den Tunnel ein, um sich an ihre Arbeitsstelle, die sich zirka 1 ½ Kilometer vom Südportal befindet, zu begeben. Ihre Arbeit, die keineswegs zu den angenehmsten gehört und vielfach durch Wasserzufluss beeinträchtigt wird, dauert effektiv 8 Stunden, d.h. bis morgens 6 Uhr.

29. Juni: Kartoffelkrankheit. Der Kanton St. Gallen hat im Frühjahr zirka 2500 Hektaren Kartoffeln angebaut, also rund 1200 Hektaren mehr als letztes Jahr. Die Witterung ist für die Kartoffelpflanzungen denkbar ungünstig: Das Frühjahr war für die Pflanzungen zu trocken und die gegenwärtige Witterung ist zu nass, so dass man mit einem sehr starken Auftreten der Kartoffelkrankheit (Krautfäule) zu rechnen hat. Wenn das gegenwärtige Wetter bis Mitte Juli anhält, wird der grösste Teil der Kartoffelpflanzungen durch die Krautfäule ganz oder teilweise vernichtet werden. Es ist dringend notwendig, dass seitens der Behörden sofort die notwendigen Massnahmen ergriffen werden. Tut nunmehr aber nicht jeder an seinem Orte seine Pflicht, dann wird uns im kommenden Winter der Hunger für die Nachlässigkeit strafen.

Vor 50 Jahren

3. Juli: Mittleres Toggenburg. Grossbrand in Rietbad, Ennetbühl. Die Einwohner von Neu St. Johann, Krummenau und Ennetbühl wurden durch die bekannten Signale eines Feueralarms aufgeschreckt. Zahlreich waren die Gesichter der aus dem Schlafe Geschreckten, die sich hinter den Fensterscheiben zeigten. Ein Bild, das einem immer wieder Schrecken einjagt, wartete ihrer, denn der Himmel in Richtung Schwägalp rötete sich je länger je mehr, und es war jedermann klar, dass ein Grossbrand eine Liegenschaft heimsuchte. Um ein Uhr musste die Feuerwehr von Krummenau-Neu St. Johann aufgeboten werden, weil aus bisher ungeklärten Gründen die grosse Liegenschaft vis-à-vis Hotel Rietbad, bestehend aus Wohnhaus und Scheune in Brand geriet. Durch den, einem starken Gewitterregen vorausgehenden Wind angefacht, entwickelte sich das Feuer innert kurzer Zeit zu einem Grossbrand, den zu bekämpfen die Feuerwehr vor grosse Aufgaben stellte. Der Wind trug die Glusen Richtung Kurhaus Seeben, sodass die Feuerwehr sich auch mit dem schützen benachbarter Gebäulichkeiten befassen musste. Just im richtigen Moment, als schon das Dach einer kleinen Scheune zu brennen beginnen wollte, setzten ausserordentlich starke Regenschauer ein, die ein Umsichgreifen der Flammen auf andere Liegenschaften verhinderten. Das in Brand geratene Gebäude brannte vollständig nieder, übrig blieben die Grundmauern. Um die Ursachen des Brandfalles abzuklären erschien der Obertoggenburger Bezirksammann Jakob Rutz auf dem Brandplatz. Zusätzlich wurde der Erkennungsdienst der Kantonspolizei zugezogen. Die Gebäulichkeiten stellen einen Neuwert von zusammen 323 400 Fr. oder einen Zeitwert von 276 800 Fr. dar. Zum Brand ist noch nachzutragen, dass 18 Stück Grossvieh ins Freie geschafft werden konnten, während ein neugeborenes Kalb und fünf Schweine in den Flammen zurückblieben.

Vor 20 Jahren

30. Juni. Wattwil. Als es noch Palmen im Toggenburg gab. An ihrer Exkursion der Schweizerischen Paläontologischen Gesellschaft begaben sich die etwa zwanzig Paläontologen höchstpersönlich ins Toggenburg. Zuerst stand er Besuch der Gewerbeschule auf dem Programm, wo die ausgestellten, versteinerten Palmblätter und Schildkröten besichtigt wurden. Der in Wattwil aufgewachsene Urs Oberli erzählte, wie er die etwa 30 Millionen Jahre alten Versteinerungen vor rund zwanzig Jahren im Schmitt-Steinbruch ob Ebnat-Kappel gefunden hatte. Anschliessend ging’s ins Dorfbachtobel bei Wattwil. «Bachtobel sind meistens ideale Fundorte, da sich das Wasser tief in sonst versteckte Schichten eingegraben hat», erklärte Toni Bürgin vom Naturmuseum St. Gallen. Als Laie ist kaum zu erkennen, wonach das geübte Auge genau sucht und was gefunden wird. Doch tatsächlich wurden die Kenner auch dieses Mal fündig. Neben versteinerten Blättern fanden sie auch Teile von kleinen Säugern sowie eines kleinen Hirsches. Diese Tiere und Pflanzen haben vor etwa 20 Millionen Jahren im sogenannten Tertiär-Zeitalter gelebt.

1. Juli: Wattwil. 118 Chefärzten im Kanton St. Gallen wurde vorsorglich gekündigt. Neu angestellt werden sie mit kleinerem Honorar. Auch alle sieben Chef- und Leitenden Ärzten wurde im Spital Wattwil gekündigt. Auf kantonaler Ebene finden Verhandlungen über die neuen Löhne statt.

Vor 10 Jahren

2. Juli: Wattwil. Der Schwingerkönig und Schweizer des Jahres Jörg Abderhalden lanciert mit der «king’s box» ein kleines Universalmöbel. Stellt man vier Boxen zusammen, erscheint das Oberflächenbild wie eine Krone. So platziert dient die Box als voll belastbarer Nothocker oder auch als vollwertiger beinfreier Stuhl, der problemlos auch einen Schwingerkönig trägt. Kommt unerwartet Besuch, kann die Box als schneller Stauraum dienen. In Kinderzimmern wird sie zur Spielzeugkiste, im Büro zur stapelbaren Ordnerablage, im Schlafzimmer zum Bücherregal oder als Zeitschriftenablage .

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