«Es ist eine spezielle Art der Vorbereitung auf die Gottesdienste» – Kirchen im mittleren Toggenburg markieren Abstände vor der Wiederaufnahme der Gottesdienste

Ab Sonntag empfangen die Kirchen der evangelischen Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg wieder Gläubige zum Gottesdienst. Dafür braucht es aber Vorbereitungen.

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Boden markieren und Sitzplätze punktieren: Die Mesmer Werner Häne und Heidi Ünes rüsten die Kirche Wattwil aus.

Boden markieren und Sitzplätze punktieren: Die Mesmer Werner Häne und Heidi Ünes rüsten die Kirche Wattwil aus.

Bild: PD

(pd/rus) Rechtzeitig zu Pfingsten dürfen die Kirchen wieder Gläubige zum Gottesdienst empfangen. Dafür sind jedoch einige Vorbereitungen nötig.

Am Montag gleicht die evangelische Kirche Wattwil deshalb einer Baustelle: Bänder, Markierungspunkte und Desinfektionsmittel stehen für die Arbeiten bereit. Die Mesmer Werner Häne und Heidi Ünes sowie Pfarrerin Nanette Rüegg richten die Kirche für den ersten Gottesdienst am Pfingstsonntag nach den Auflagen des Bundes ein.

Am Eingang gibts Verhaltensanweisungen

Acht Seiten umfasst dieses «Schutzkonzept für Gottesdienste», darin steht zum Beispiel, dass Bodenmarkierungen am Eingang und in den Gängen anzubringen sind. Weiter sind die Plätze in den Bänken mit Punkten markiert, so dass der vorgeschriebene Abstand von zwei Metern eingehalten werden kann.

Am Sonntag empfängt dann eine Tafel die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienst mit einem «Herzlich willkommen!». Darauf stehen zugleich Verhaltensregeln.

150 Meter Band bestellt

Für die Arbeiten in den Kirchen der evangelischen Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg in Wattwil, Lichtensteig und Krinau haben die Mesmer 210 Punkte für die Bezeichnung der Sitzplätze und 150 Meter Band für die Markierung am Boden bestellt. «Es ist eine spezielle Art der Vorbereitung auf die Gottesdienste», sagt Pfarrerin Nanette Rüegg. Sie ist für das Schutzkonzept verantwortlich.

«Wir freuen uns sehr, wieder feiern zu können, sind aber auch etwas angespannt».

Auch für die Durchführung der Gottesdienste gelten Auflagen. So ist Singen vorerst nicht erlaubt und die Feiern sind mit maximal 40 Minuten etwas kürzer als üblich. Die Kirchgemeinde erhebt Namen und Telefonnummern der Besucherinnen und Besucher für die Nachverfolgung einer allfälligen Infektion. Die Daten werden streng vertraulich behandelt und nach 14 Tagen geschreddert. Vor und nach den Gottesdiensten werden die Räume gut gelüftet, Oberflächen wie Türklinken und Abendmahlstisch werden gereinigt.

Mehr Personal im Einsatz

Um die Vorgaben umzusetzen, ist zusätzliches Personal zur Instruktion im Einsatz. Für die maximale Anzahl Einzelpersonen pro Kirche werden pro Besucher oder Besucherin vier Quadratmeter gerechnet. Damit sinkt die Platzzahl auf etwa einen Siebtel der normalen Kapazität. Sind Personen aus demselben Haushalt dabei, können es mehr sein: Für sie gilt der Zweimeterabstand nicht. Besonders gefährdeten Personen wird empfohlen, weiterhin religiöse Angebote über andere Kanäle zu nutzen.

Die Gottesdienste mit Pfarrer Rainer Pabst und Organistin Heidi Preisig finden am Pfingstsonntag um 9.30 Uhr in Wattwil und um 10.30 Uhr in Lichtensteig statt. Es sind dieselben Inhalte, denn die Kirchgemeinde bittet, die Feier am Wohnort zu besuchen.