Gottesdienst statt Festival: Ein bisschen Country-Feeling am Wochenende im Obertoggenburg

An diesem Wochenende erklingt im Obertoggenburg Country, aber nicht wie gewohnt beim Country City Toggenburg.

Sabine Camedda
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Das Country City Toggenburg findet 2019 nicht statt. Wie es mit Country im Obertoggenburg weiter geht, ist derzeit völlig offen. (Bild: Michael Hug)

Das Country City Toggenburg findet 2019 nicht statt. Wie es mit Country im Obertoggenburg weiter geht, ist derzeit völlig offen. (Bild: Michael Hug)

Schon seit längerem ist klar, dass sich Unterwasser in diesem Jahr nicht ins «Country City Toggenburg» verwandeln wird. Die Organisatoren führten dafür zwei Gründe ins Feld: Zum einen das unerwartet hohe Defizit aus dem vergangenen Jahr.

Zum anderen sind einige OK-Mitglieder amtsmüde. Neue, motivierte Leute, die bei der Organisation mithelfen wollen, wurden nicht gefunden.

Gottesdienst mit Musik und Rahmenprogramm

Nun regt sich doch ein kleines Country-Feuer in der Gemeinde. Tobias Claudy, der evangelische Pfarrer, lädt am kommenden Sonntag zu einem Country-Gottesdienst. Er habe sich bereits Gedanken über die Gestaltung gemacht, als er erfahren habe, dass das Festival nicht stattfinden werde, sagte er.

Weil er den Country-Gottesdienst in der Tennishalle immer gerne gemacht habe und das Gefühl hatte, dass dieser bei den Besuchern ankommt, hielt er an der Idee fest. Er engagierte eine Country-Band, die den Gottesdienst musikalisch umrahmt.

Auch bei den Country Dancers Toggenburg stiess er auf offene Ohren und sie sicherten ihm Unterstützung zu. Die Familie Schmid mit ihren Esel, die seit Jahren zum Rahmenprogramm des Country City gehörten und die Metzgerei Murer, die Barbecue-Spezialitäten im Westernstil anbietet, machen ebenfalls mit.

So kann nach dem Gottesdienst, der um 10.30 Uhr in der evangelischen Kirche Alt St.Johann stattfindet, getanzt, gegessen und ein bisschen Country-Feeling genossen werden. «Einige Leute aus dem Dorf haben ihre Hilfe beim Auf- und Abbau angeboten», sagt Tobias Claudy.

Was aus dem Country-Gottesdienst entstehen kann, lässt der Pfarrer offen. Es sei aber ausbaufähig.

«Mit dem Country City Toggenburg ist eine grosse Türe zugegangen, wir machen nun ein kleines Fenster auf.»

Neue Ideen wurden bereits gesucht

Beat Frischknecht, der letzte OK-Präsident des Country City Toggenburg, teilt die Hoffnung, dass etwas Neues und Grösseres für Countryfans und Line Dancer entsteht. In den 18 Jahren, in denen das Festival durchgeführt wurde, sei es ihm ans Herz gewachsen. Die Besucherzahlen waren aber zuletzt rückläufig und es sei Zeit für Veränderungen.

Aus diesem Grund hat das alte OK zu einem Brainstorming eingeladen. Dabei wurde die Frage geklärt, Ob ein Musik- und Unterhaltungsevent im Obertoggenburg ein Bedürfnis sei und wenn Ja, in welcher Form. Der Austausch, an welchem Countryfans, Line Dancer, Vertreter der Tennis- und Eventhalle, aber auch Sponsoren und Lieferanten teilgenommen haben, sei sehr engagiert gewesen.

Dabei seien einige Punkte auf den Tisch gekommen. Beispielsweise wurde festgestellt, dass das Datum Ende August nicht optimal sei. Wie es mit den Ideen dieses Brainstorming weiter geht, weiss Beat Frischknecht nicht.

Seitens von Sponsoren und auch von Countryfans und Line Dancer habe er aber immer wieder Signale bekommen, dass sie ein Event wie das Country City Toggenburg schätzen würden. «Ich bin jedenfalls gespannt, ob und wie es weitergeht», sagt er.

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