Goldener Boden: Wattwiler Yogalehrerin gab die ersten Stunden im Wohnzimmer

Margareta Bornet erzählt in der Rubrik «Goldener Boden» des «Toggenburger Tagblatts» über ihren Beruf als Yogalehrerin. Des Weiteren verrät sie, weshalb sie als Kabarettistin die Bühne zumindest teilweise gegen das Yogastudio eingetauscht hat.

Aufgezeichnet von Julia Engel
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Margareta Bornet in ihrem eigenen Yogaraum. (Bild: Julia Engel)

Margareta Bornet in ihrem eigenen Yogaraum. (Bild: Julia Engel)

Die Philosophie des Yogas interessierte mich schon lange. Vor 22 Jahren fand ich einen indischen Lehrer, bei dem ich viele Jahre meditierte. Ausserdem bot er eine Yogalehrer-Ausbildung an, die ich daraufhin in Speicher absolvierte. Ich wollte die Wissenschaft des Yogas und dessen Spiritualität vertiefen. Zu unterrichten war nie mein Plan, doch nach und nach baten Freunde mich um Yogastunden. Also begann ich in meinem Wohnzimmer in Zürich Yoga zu unterrichten.

Selbst praktiziere ich seit gut 20 Jahren. Durch die Philosophie und die Meditation fand ich Zugang zu dieser Schule des Lebens. Später habe ich mit Hatha-Yoga begonnen, das wesentlich zur körperlichen Gesundheit beiträgt. Bei diesem Yogastil entspannt man sich viel zwischen den Übungen. Dies trägt unter anderem zu einer besseren Durchblutung des Körpers und der Organe sowie zur Beruhigung des Nervensystems bei.

Vor kurzem habe ich ausserdem meine Ausbildung zur Yogatherapeutin abgeschlossen. Dabei geht man spezifisch auf die Bedürfnisse und Beschwerden von Einzelpersonen ein. Im Gruppenunterricht stösst man oft an Grenzen, weshalb ich in Zukunft meinen Schwerpunkt auf den Einzelunterricht in Form der Yogatherapie setzen möchte.

Bei mir kommen sowohl junge als auch ältere Leute in die Yogastunden. Jedermann ist willkommen, wobei Frauen klar in der Mehrheit sind. Mit den Über-80-Jährigen mache ich ganz einfache Übungen, sitzend auf dem Stuhl. Junge kommen vor allem zu mir, um sich vom stressigen Alltag zu erholen. Um Yoga zu üben, braucht es keine speziellen Voraussetzungen wie Beweglichkeit. Hat man Lust, etwas für seine Gesundheit zu tun, ist man hier genau richtig. Seit bald zehn Jahren biete ich auch Yogaferien im Tessin an. Morgens und abends machen wir jeweils eineinhalb Stunden Yoga, dazwischen wird gelesen, gebadet und viel gelacht, also Urlaub gemacht.

Yoga ist ein Weg, den man selbst gehen muss. Die Praxis bringt eine positive Veränderung in Körper und Geist hin zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden. In der Philosophie des Yogas finden wir zudem hilfreiche Antworten auf Fragen, die man im Leben hat. Viele suchen das Glück im aussen. Durch den Yogaweg lernen wir Glück und Zufriedenheit in uns selbst zu finden.

Spagat zwischen Bühne und Yogaraum

Margareta Bornet ist 48 Jahre alt und kommt ursprünglich aus dem Zürcher Oberland. Sie ist in Winterthur aufgewachsen, lebte danach in der Stadt Zürich und zog vor rund fünf Jahren ins Toggenburg. Als Selbstständige arbeitet sie bereits seit 20 Jahren als Komikerin. Seit sieben Jahren ist sie ausserdem als Yogalehrerin tätig. Ihren eigenen Raum namens «Yoga Toggenburg» in Wattwil besitzt sie seit gut einem Jahr.

Mein erstes Geld verdiente ich...
...als Schwesternhelferin in einem Pflegeheim. Später brachten mir die Auftritte als Kabarettistin mit Strassenshows ein paar Münzen ein.

Mein liebster Yogastil ist...
…das klassische Hatha-Yoga, denn es ist noch sehr ursprünglich, so wie es in Indien praktiziert wird. Im Westen wird Yoga oft nur auf den körperlichen Teil reduziert, was dessen eigentlichen Sinn verfehlt. Die richtige Atmung, Ruhe und Konzentration sind wichtige Bestandteile der Praxis. Yoga im ursprünglichen Sinn ist eine geistige Disziplin.