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Goldener Boden: «Lackieren kann man fast alles»

Peter Gmür führt ein Carrosserie Spritzwerk. Auch wenn er Beulen von Glatteisunfällen im Winter reparieren muss, so hat er im Sommer noch mehr zu tun.
Aufgezeichnet von Fränzi Göggel
Das Ausbessern kleiner Schäden gehört für Peter Gmür zum Tagesgeschäft. (Bild: Fränzi Göggel)

Das Ausbessern kleiner Schäden gehört für Peter Gmür zum Tagesgeschäft. (Bild: Fränzi Göggel)

Als ich in der Oberstufe mit der Berufswahl konfrontiert wurde, kamen Mechaniker oder Zimmermann in Frage. Diese Berufe sind in unserer Region gut vertreten, viele meiner Mitschüler wollten das auch lernen. Zufällig blätterte ich in einem Prospekt über Autolackierer. Darauf schnupperte ich eine Woche lang bei der Firma Ruckstuhl in Kirchberg. Ich wusste sofort: «Das isch es.»

Ich liebe die Farben und Formen, bin kreativ und arbeite gerne exakt. Meine fertige Arbeit kann ich sehen und sie lässt sich anfassen. Nebst Spezialanfertigungen besteht das Hauptgeschäft aus der Reparatur von Unfallautos und Parkschäden.

Wir lackieren auch auf Wunsch. Ich bin sattelfest im Pintstriping, das ist das dekorative Anbringen von Zierlinien auf Autos, Töff und alle glatten Flächen. Das Verrückteste war, als ich für eine Galerie den Lackschaden einer Skulptur, die bei einem Sturz beschädigt wurde, reparieren durfte. Ablehnen musste ich hingegen den Auftrag, eine Lederpolstergruppe zu lackieren.

Obwohl jede Farbe eine Nummer hat, den perfekten Farbton zu treffen, gleicht einer Kunst. Aus 60 verschiedenen Grundfarben mische auf dem Computer die genaue Farbe, spritze ein Kontrollmuster und prüfe es bei Tageslicht. Ist es düster, nehme ich eine Tageslichtlampe zur Hilfe.

Wenn mal eine Fliege reinhockt oder es einen Lauf gibt, gilt für mich: Zurück auf Feld eins. Das nehme ich nicht tragisch, das passiert jedem einmal. Alles, was lackiert werden kann, machen wir. Wir, das sind meine Frau Andrea, Autolackiererin Tatjana Venzo, Carrosseriespengler Dominik Graf und ich.

Wir sind auch Spezialisten für Hagel- oder Parkschaden. In einem speziellen Verfahren mit Heissleim wird die Delle herausgezogen oder mit der Dellendrücktechnik herausgedrückt. Ich bin der Einzige im Toggenburg, der dies im eigenen Betrieb selber macht. Rost, Glas oder Lack, alles was die Carrosserie betrifft, erledigen wir. Diese Vielseitigkeit ist einer der Gründe, dass wir in Mosnang bestehen können.

Im Sommer kracht es häufiger

Peter Gmür (46) wuchs in Dietschwil auf. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Zuvor bei Johann Bürge angestellt, übernahm er 2006 das Carrosserie Spritzwerk seines Chefs in Mosnang. «Mir gefällt es sehr gut z’Moslig. Hier auf dem Land ist wohl die Konkurrenz kleiner als zum Beispiel in Wil. Dafür muss ich schauen, dass die Kunden aus der Region ihre Schadenfälle bei mir reparieren lassen.

Ich arbeite mit Garagen zusammen, die bringen mir Arbeit. Im Sommer ist es bei uns pumpenvoll mit Schadenfällen, im Winter hingegen wird sorgfältiger gefahren, da passen die Leute besser auf».

Mein erstes Geld verdiente ich...

...mit Schrauben sortieren in der Werkstatt bei meinem älteren Bruder. Dafür bekam ich einen Fünfliber.

Das teuerste Fahrzeug, welches bei mir zur Ausbesserung in der Werkstatt stand…

… war ein Rolls Royce. (fgö)

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