Goldener Boden: Béa Weber-Corthay hat sich ihren Traumberuf erarbeitet

Die Wattwilerin ist Besitzerin des Geschenkladens Labor 79 an der Ebnaterstrasse – sie bietet für alle Sinne das Passende an.

Beat Lanzendorfer
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Béa Weber-Corthay in ihrem Labor 79 in Wattwil.

Béa Weber-Corthay in ihrem Labor 79 in Wattwil.

Bild: Beat Lanzendorfer

Aufgewachsen bin ich in Horgen am Zürichsee. Nach der Sekundarschule absolvierte ich in Zürich die Lehre als Damenschneiderin mit BMS, mit dem Ziel «Handsgi-Lehrerin» – die Aufnahmeprüfung zum Seminar hatte ich bereits bestanden. Kurz vor Beginn verwarf ich die Pläne und flog nach Australien. Einem Sprachaufenthalt folgten eine fünfmonatige Backpacker-Reise.

Nach dieser Auslanderfahrung lebte ich Mitten in der Stadt Zürich, verstärkte das Team von Seidenkönig Andi Stutz und konnte wertvolle Erfahrungen im Seiden- und Textilbereich sammeln. 1998 zog es mich als Flight Attendant zur Swissair, erlebte 2001 das Grounding und durfte glücklicherweise bei der Swiss weiterfliegen.

Sie ist von ihrem Mann «gegroundet» worden

Richtig «gegroundet» wurde ich durch meinen Mann Ueli. Wir wurden verkuppelt von einer ehemaligen Swissair-Kollegin. Das ist mein Weg von Zürich ins Toggenburg, welches vom Flieger aus betrachtet ja recht zentral liegt.

Nach einer Familienpause gründete ich zusammen mit einer Kollegin das Labor 79 – einen Concept-Store an der Ebnaterstrasse in Wattwil.

Heute führe ich den Laden alleine, zusammen mit meinem hoch motivierten Team. Es macht Spass, dass man in dieser Region etwas bewegen kann. Ich bin der Meinung, dass unser Tal ein sehr grosses Potenzial hat. Viele Kunden kommen aus dem Toggenburg und aus benachbarten Regionen, um diese einmalige Atmosphäre in unserem Laden zu geniessen.

Die Textilfirma Heberlein war einst hier untergebracht

Das Labor 79 – die Zahl und der Name weisen auf die Hausnummer und das ehemalige Labor der Textilfirma Heberlein hin, steht für aussergewöhnliche Wohnaccessoires, sowie Geschenkartikel und Delikatessen – für alle Sinne das Passende. Immer wieder freue ich mich auf den Einkauf. Es ist zwar sehr streng, aber immer wieder aufs Neue sehr spannend.

Sind Sie gluschtig geworden? Am Samstag gibt es zwischen 11 und 15 Uhr Raclette, zusammen mit Willi Schmid werden feine Köstlichkeiten serviert.

Das Reisen im Blut
Béa Weber-Corthay wohnt mit Ehemann Ueli sowie den Kindern Anna (13) und Marc (11) in Wattwil. Im Kanton Zürich aufgewachsen, ist sie 2003 ins Toggenburg gekommen. Die gelernte Damenschneiderin verbringt ihre Zeit am liebsten mit ihrer Familie und gibt als Hobby das Reisen an. Fernsehen geschaut wird sehr selten, viel mehr wird am Tisch bei feinem Essen und einem guten Glas Wein diskutiert. Sie schätzt die Vorzüge vom Toggenburg.

Mein erstes Geld verdiente ich...
. . . während der Sekundarschule hinter dem Buffet in der Cafeteria des Migros City in Zürich. Es war ein Ferienjob.

Reisen bedeutet für mich . . .
. . . den Horizont für andere Kulturen zu erweitern, neue Kreationen für das Labor 79 zu finden und den Alltag hinter sich zu lassen. Reisen heisst nicht zwangsläufig Fliegen, sehr gerne fahre ich mit meiner Familie lange Strecken auch mit dem Zug. (bl)