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Gofechössi: Tanz für Kinder erlebbar machen – Von Grösse und Liebe

Die Company Mafalda tanzte sich im Gofechössi in die Herzen des Publikums.
Cecilia Hess-Lombriser
Am Schluss der Tanzaufführung im Chössi-Theater hatten sich die Herzen vervielfältigt. Bild: PD

Am Schluss der Tanzaufführung im Chössi-Theater hatten sich die Herzen vervielfältigt. Bild: PD

Die Kinder standen bei der neuen Produktion der argentinisch-schweizerischen Tanzcompany Mafalda mehrfach in Zentrum. Sie entstand in Zusammenarbeit mit Kindern in Argentinien und der Schweiz. Dabei ging es um ihre alltäglichen Situationen, um Träume, um Sehnsüchte und Vorstellungen. Ihre Zeichnungen wurden mittels Technik in die Choreografie integriert und auch die improvisierten Kostüme der vier Tänzerinnen und eines Tänzers schienen am Sonntagabend im Chössi-Theater in Lichtensteig der Fantasie der Kinder entsprungen zu sein.

Was vorhanden ist, kann man anders nutzen, neu definieren, tun als ob. Genauso wie es im Kinderspiel passiert. Mit «Miniaturen», so der Titel der Produktion, sind in erster Linie Kinder angesprochen. Am Schluss des Programms durften die Gofechössi-Kinder aktiv werden und mit den Künstlerinnen und dem Künstler im Rampenlicht wie Roboter tanzen. Denn um die ging es ganz besonders in diesem Werk.

Fragen von Kindern und Erwachsenen

Unter der Leitung von Choreografin Teresa Rotemberg erarbeitete die Company Mafalda die neue Produktion mit den Fragen, die die Kinder hier und dort umtreiben, während des Sommers im Chössi-Theater. Die Schweizer Premiere fand letzte Woche in Zürich statt.

Fragen wie: «Glaubst du, dass dein bester Freund auch in zehn Jahren noch dein bester Freund ist? Welche Dinge kannst du besser als deine Eltern oder andere Erwachsene? Was ist das eigentlich – das Schicksal? In welcher Situation hast du jemanden sehr vermisst? Wann hast du schon mal gegen die Angst angekämpft?», waren Ausgangspunkte für die Gespräche mit den Kindern. Tänzerisch sind sie von Erwachsenen in eine neue Sprache umgesetzt worden.

Und letztlich verstanden auch die Erwachsene, worum es geht. Denn auch sie wissen, was es heisst, in gewissen Situationen Mut zeigen zu müssen, hinzustehen, zu akzeptieren, dass andere Menschen andere Fähigkeiten haben, oder Verantwortung zu übernehmen, damit es im eigenen Umfeld menschlicher und herzlicher wird.

Roboter verliert Kanten und Panzer

«Tanz ist vollkommene Gestaltung menschlicher Bewegung. Tanz ist bewegter Ausdruck aus der menschlichen Ganzheit. Tanz umfasst Ursprung und Ziel menschlicher Entwicklung. Im Tanz ahnt der Mensch das Göttliche. Tanzend erfährt er Wirklichkeit.» Diese Aussage von Ilse Middendorf in ihrem Buch «Der Erfahrbare Atem» passt zu den getanzten Geschichten von Mafalda.

Die Musik spielte atmosphärisch eine Rolle, doch die Bewegungen, die Mimik, die Kraft und die Sanftheit der Körper erzählten von Angst und Traurigkeit, von Unzulänglichkeit, von Stolz und Überheblichkeit, von Neid und Raffgier, von Grösse und Liebe. Der Tanz zu neun Bildern und Themen formte sich aus dem Inneren, der Ausdruck musste zuerst gefühlt werden, um die nötige Intensität zu erhalten.

Xenia Füger, Lucas Coria, Naomi Kamihigashi, Valeria Polorena und Lara Müller gelang dies hervorragend. Auch wenn sie nur summende und zischende Geräusche von sich gaben, wurden ihre Botschaften verstanden. Der tanzende Leib hat eine erzählerische Kraft. Und tröstend war, dass der letzte Roboter am Schluss seine Kanten, seine Kälte, die mechanischen Bewegungen und seinen Panzer ablegen konnte, seine Hände öffnen und das Herz eines von Liebe überströmenden Menschen empfangen durfte.

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