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Theatergruppe der Kanti Wattwil: Ein glücklicher Schizophrenie-Kranker ist die Hauptperson

Dank einer unterhaltsamen und amüsanten Darbietung mit einer tieferen Botschaft durfte die Theatergruppe der Kantonsschule Wattwil, «in szenario», am Donnerstag im Chössi-Theater in Lichtensteig einen gelungenen Premiereabend feiern. Im Stück gibt es zahlreiche Missverständnisse, die für Situationskomik sorgen.
Jan Zikeli
Der Hase Harvey, meist nicht sichtbar, erscheint zuweilen auch als Schatten oder als tatsächliche Figur auf der Bühne. (Bild: Jan Zikeli)

Der Hase Harvey, meist nicht sichtbar, erscheint zuweilen auch als Schatten oder als tatsächliche Figur auf der Bühne. (Bild: Jan Zikeli)

Unter der Leitung der erfahrenen Regisseurin und Theaterpädagogin Barbara Bucher führt die Theatergruppe der Kantonsschule Wattwil ihr neues Stück im Chössi-Theater auf. Bucher, die seit zehn Jahren viel Wert auf Varietät in den Theaterstücken legt, führt mit «Mein Freund Harvey» erstmals eine Komödie auf.

«Das komödiantische Spiel war eine Herausforderung», sagt Bucher. Im Spiel zwischen der Not der Figur und der Komik der Situation sowie der leichten Vermittlung von beidem sieht sie die hohe Kunst dieses Genres.

Die Verwandten schämen sich

Die zentrale Figur im Stück, welche dieser Spannung ausgesetzt ist, heisst Elwood P. Dowd. Er ist ein charmanter und liebenswürdiger Mann mittleren Alters, der die Unbekümmertheit schlechthin verkörpert.

Ganz anders zu Mute ist es seiner Schwester und deren Tochter, da sie sich für den Verwandten schämen. Der Grund ist ein riesiger weisser Hase namens Harvey, den Elwood seit dem Tod seiner Mutter sieht. Sein imaginärer Freund ist schliesslich der Grund dafür, dass seine Familie beschliesst, ihn ins Sanatorium einzuweisen.

Stück wird mit viel Situationskomik angereichert

In der Folge reihen sich Missverständnisse und hoch ironische Handlungen aneinander, wodurch das Stück mit viel Situationskomik angereichert wird. In dieser Komödie, die den Namen verdient, wird allerdings auch eine Kritik an der Schaffung von Normen und der Ablehnung von «Anomalitäten» spürbar.

Diese Kritik wird anhand der starken Figurenkontraste sichtbar. Der psychisch kranke Elwood, der als Einziger ungetrübt glücklich scheint, verdeutlicht dies mit passend eingesetzten, teils gesanglichen, «Zwischenspielen».

Schauspielerische Leistung der Schüler überzeugt

In beiden Fällen kommt die überzeugende schauspielerische Leistung der Schüler zum Tragen, aber auch das Können der Regisseurin, die eigens noch zusätzliche Figuren erfunden hat. Hinzu kommt die musikalische Begleitung der Klavierlehrerin Claudia Dischl, welche die Komik aber auch die Tiefgründigkeit in den jeweiligen Momenten musikalisch zu unterstreichen vermag.

Nicht zuletzt schafft es Samuel Schönenberger, mit den vorhandenen Mitteln das Licht gekonnt einzusetzen und die zwei Bühnenbilder entsprechend atmosphärisch wirken zu lassen.

In zehn Jahren immer ein sehr gutes Echo

Dem Gezeigten entsprechend fällt auch das Verdikt des Publikums durchwegs positiv aus. Die positive Resonanz überrascht die Regisseurin nicht, da die Gruppe in den letzten Jahren immer überzeugen und das Publikum begeistern konnte.

«Wir haben einen hohen Anspruch an uns selbst», sagt Barbara Bucher. Ihre Meinung zur Premiere spricht somit für das Stück und die schauspielerische Leistung der jungen Kantonsschülerinnen und -schüler:

«Ich bin wirklich zufrieden und sehr stolz auf meine Schüler, die eine enorme Entwicklung durchlaufen haben.»

Ebenso positiv beurteilt sie die allgemeine Zusammenarbeit mit der Kanti Wattwil, die sie als persönliche Bereicherung empfindet.

«Mein Freund Harvey» wird nochmals heute Samstag um 20.15 Uhr im Chössi-Theater Lichtensteig gespielt. Weitere Vorstellungen finden am 4. Mai im «Kreuz» in Jona und am 9. Mai beim TAG-Theatertreffen in Zürich statt.

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