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Damals: Gitzi-Braten gibt’s nur an Ostern

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Metzger Reto Rust verarbeitet gerade die letzten fürs Osterfest geschlachteten Gitzis. (Bild: PD)

Metzger Reto Rust verarbeitet gerade die letzten fürs Osterfest geschlachteten Gitzis. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

12. April: Wattwil. Einem schon seit Jahren geäusserten Wunsche nach Beseitigung der alten Mietskaserne im Ausserdorf, die nicht bloss das ganze dortige Viertel verunstaltete und dem dortigen Strassenverkehr ein stetiger Hemmschuh bildete, soll nun nachgekommen werden; sie wird niedergerissen. Der Abbruch dieses morschen, verlotterten Holzgebäudes wird auch aus sanitären Gründen begrüsst. Zu bedauern sind indessen die kinderreichen Mietsfamilien, für die eine passende Unterkunft in der andauernden Wohnungsnot äusserst schwierig ist.

12. April: Ganterschwil. Im Käsekeller beim «Rössli» in Aewil wurde eingebrochen, wobei den Dieben drei Butterstöcke zu 32 Kilo in die Hände fielen. Zwei weitere Stöcke haben die Diebe offenbar übersehen, wenigstens blieben sie unberührt.

Vor 50 Jahren

14. April: Bütschwil. Bei starkem Schneegestöber fuhren um die Mittagszeit in Bütschwil ein Personenauto in Richtung Libingen und ein anderes gegen Bütschwil. Im sogenannten Kromen kam es in einer Kurve zu einer heftigen Frontalkollision zwischen den beiden Wagen. Eine Mitfahrerin erlitt eine schwere Kopfverletzung und musste in das Spital verbracht werden. Auch die beiden Wagenlenker zogen sich Verletzungen zu und mussten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Sicherheitsgurten hätten sich als nützlich erwiesen. Beide Autos mussten in abbruchreifen Zustand abgeschleppt werden, so dass mit einem Sachschaden von etwa 9000 Fr. zu rechnen ist.

16. April: Brunnadern. Ein erklecklicher Zustupf an das geplante Alters- und Pflegeheim aus Flawil. An einer bewegten evangelischen Kirchgemeindeversammlung in Flawil wurde auf Antrag aus der Mitte der Versammlung beschlossen, an das geplante Alters- und Pflegeheim Brunnadern innert drei Jahren 30 000 Fr. beizusteuern.

16.April: Nesslau-Neu St.Johann. Der Alpmeister der Alp-Genossenschaft Oberstock-Friessen – Rosemann Bösch, Schloh, Nesslau – ist soeben nach 50jähriger Tätigkeit im Alter von 70 Jahren zurückgetreten. Bei Wind und Wetter ist der zuverlässige und tüchtige Alpmeister Bösch seiner vielfach harten Arbeit nachgegangen und nichts hinderte ihn an treuer Pflichterfüllung gegenüber der Genossenschaft und den ihm anvertrauten Tieren. 50 Jahre Tätigkeit für eine Alp-Genossenschaft ist wirklich ein seltenes Ereignis und Alpmeister Bösch wurde denn auch entsprechend geehrt. Als Nachfolger wählte die Versammlung Melch. Lusti, Lutenwil, Nesslau.

Vor 20 Jahren

12. April: Wattwil. Der Aufruf im «Der Toggenburger» zur Hilfe an das Rote Kreuz in Tetovo/Mazedonien hat ein erstaunlich grosses Echo ausgelöst. Viele wollen den aus Kosovo vertriebenen Menschen helfen. Ganz spontan sind zahlreiche Geld- und Naturalgaben gespendet worden. Der Samariterverein leistet bereits seit drei Jahren in Tetovo in Mazedonien Hilfe zur Selbsthilfe. Mazedonien gehört zu der ärmsten Region im ehemaligen Jugoslawien. Viele der dort lebenden Bewohner haben in der Schweiz Angehörige. Zusammen mit den Hauptinitiatoren, dem Ehepaar Yvonne und Hans Zähner leisteten diese Gastarbeiter ihren eigenen Landsleuten wertvolle Hilfe. Decken, Matratzen, gut erhaltene Kleider, Lebensmittel sowie viele Konserven und zahlreiche Hygieneartikel wurden gespendet. Rund 9100 Franken (zwei Personen spendeten je 1000 Franken) sind zusammengekommen. Rund 1,5 Tonnen Lebensmittel, 3,5 Tonnen Kleider und etwa 40 Matratzen wurden ebenfalls gebracht, respektive zum Abholen angemeldet.

12. April: Wattwil. Grosse Kleiderspenden für Rumänien. Die Sektion Wattwil und Umgebung der Schweizer Volksgesundheit sammelte zusammen mit der Evangelischen Kirchgemeinde und dem Katholischen Frauenverein Kleider für Siebenbürgen. Siebenbürgen gehörte einstmals zum ungarischen Königreich und war eine reiche Agrar-Region, die seit 800 Jahren von deutschsprachigen Einwanderern bewohnt wird. Seit dem Zweiten Weltkrieg gehört das fruchtbare Land zu Rumänien. Durch die diktatorische Unterdrückung verarmte die Region zusehends und zählt heute zu den Armenhäusern Europas. Aus Solidarität mit der Aktion für Mazedonien wird diesmal ein Teil der Güter an die Tetovohilfe/Mazedonien über- geben.

Vor 10 Jahren

11. April: Neu St.Johann. In der Metzgerei Scheiwiller wurden in den letzten Tagen vor Ostern rund 140 Gitzis geschlachtet. Das Ostergitzi hat im Toggenburg Tradition. Talauf und talab wird um die Osterzeit das Fleisch von den jungen Geissen angeboten. Was für viele Toggenburger unweigerlich zum Osterfest gehört, steht das restliche Jahr jedoch kaum auf einer Speisekarte. «Wenn ein Metzger am Samstagnachmittag noch Gitzifleisch hat, kann er es gleich fürs nächste Jahr einfrieren», drückt es Metzger Markus Bösch aus Wattwil aus. Wenn man bedenkt, dass die Metzgerei Scheiwiller vor Ostern knapp die Hälfte des jährlichen Gitzi-Bedarfs geschlachtet hat, wird die ungleiche Nachfrage nach dem Fleisch deutlich aufgezeigt. Dies schlägt sich auch im Preis nieder. «Die Preise sind nur jetzt von Ostern gut. Nächste Woche kostet das Kilo Gitzifleisch auf einen Schlag drei bis vier Franken weniger», erklärt Markus Bösch.

16. April: Wattwil. Kanti-Standort gesichert, Ergänzungsbau aber auf Eis gelegt. Die Regierung des Kantons St.Gallen hat sich vergangene Woche klar für Wattwil als Standort einer Kantonsschule ausgesprochen. Während die Zukunft der Kanti gesichert ist, wird die Umsetzung der benötigten Um- und Erweiterungsbauten aber zugleich auf unbestimmte Zeit aufgeschoben. Martin Gauer, Rektor der Kantonsschule Wattwil sieht die Antwort der Regierung in einem zwiespältigen Licht: «Einerseits bin ich froh, dass der Standort Wattwil gefestigt ist. Andererseits bin ich nicht erfreut über den Aufschub bei der Realisierung der nötigen Bauvorhaben.» Der projektierte und der Öffentlichkeit vorstellte Ergänzungsbau sei dringend nötig für die Verbesserung der Schulqualität. Momentan stehen den Schülern weder Aufentshalts- noch Arbeitsräume zur Verfügung, was ein grosses Defizit der Kanti sei, erklärt Martin Gauer.

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