Geschäftsübergabe
«Nichts tun ist keine Option»: Bruno Vogt bleibt auch nach der Übergabe der Sonnenberg Garage in Mogelsberg im Dorfleben aktiv

Bruno Vogt übergibt nach 32-jähriger Tätigkeit die Sonnenberg Garage in Mogelsberg an seinen langjährigen Werkstattleiter Dani Frick. «Ich bin bereit, meine Verantwortung abzugeben, Dani ist bereit, diese zu übernehmen – der Zeitpunkt ist also perfekt.»

Urs M. Hemm
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Bruno Vogt (links) übergibt die Leitung der Sonnenberg Garage in Mogelsberg an Dani Frick.

Bruno Vogt (links) übergibt die Leitung der Sonnenberg Garage in Mogelsberg an Dani Frick.

Bild: Urs M. Hemm

«Dass ich aufhöre, war nicht eine Eingebung von heute auf morgen. Ich wusste seit langem, dass Dani Frick als langjähriger Werkstattleiter den Betrieb übernehmen wird. Einerseits, wegen seiner fachlichen Qualifikation, andererseits wegen seiner Einstellung, aus dem Betrieb das Beste zu machen», sagt Bruno Vogt, der nach 32 Jahren sein Geschäft, die Sonnenberg Garage in Mogelsberg, in neue Hände übergibt.

«Der Unterschied wird sein, dass ich ihm früher gesagt habe, was das Beste für den Betrieb ist, ab sofort wird er es mir sagen. Denn ihm obliegt die Verantwortung. Ich werde ihm lediglich noch im Verkauf unterstützen oder einspringen, wenn Not am Mann ist», sagt Bruno Vogt.

Den Zeitpunkt für die Übergabe hat Bruno Vogt nicht selbst gewählt. «Dani musste für diesen Schritt bereit sein. Also war es an ihm, mir zu sagen, wann er soweit ist – und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen.»

«Es wurden Wetten auf mich abgeschlossen»

Bruno Vogt kam vor 32 Jahren als Auswärtiger von Gossau nach Mogelsberg. «Es gab eine Molkerei, zwei Banken, fünf Restaurants, aber keine Garage», sagt Bruno Vogt. Die Bekanntschaft und die Anfrage von Hans Bütikofer, damaliger Gemeindepräsident von Mogelsberg, hätten bei Standortwahl des Betriebs wesentlich beigetragen.

«Ich habe aber dennoch gehört, dass am Stammtisch gewettet wurde, wie lange mein Betrieb hier überleben würde. Ich glaube, dass keiner auf über dreissig Jahre gewettet hat.»

Überrascht ist er nicht, ohne überheblich zu sein. «Wir haben immer gute Arbeit geleistet und uns auf die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden eingestellt.» Ein langjähriger Auftraggeber war das Schweizer Militär, für welches die Sonnenberg Garage während Jahren Reparaturen ausführte. Früher hätte das Militär Fahrzeuge gekauft und die Reparatur ihrem eigenen Personal oder Partnern überlassen.

«Heute kauft das Militär ihre Fahrzeuge nur noch mit entsprechenden Service-Verträgen», sagt Bruno Vogt. Um diese Ausfälle zu kompensieren, seien sie neben Ford einen Servicevertrag mit Suzuki eingegangen – «im Nachhinein gesehen, ein sehr guter Entscheid», sagt Bruno Vogt.

E-Autos werden nicht alle Probleme lösen

An den E-Auto-Boom glaubt Bruno Vogt nicht. «Einerseits wird es eine Frage sein, woher wir den ganzen Strom beziehen, um alle E-Autos aufzuladen, wenn wir erst einmal aus der Kernenergie ganz ausgestiegen sind. Andererseits kann es nicht sein, dass der Staat, wie beispielsweise Deutschland, Abwrackprämien bezahlt und den Kauf von E-Autos subventioniert. Am Ende hilft das der deutschen Autoindustrie, aber sonst niemandem», sagt er.

Zudem stelle er die Effizienz eines Elektrofahrzeuges im Vergleich zu modernen, benzinbetriebenen Autos in Frage. Bruno Vogt sagt:

«E-Mobilität wird in Zukunft sicherlich eine tragende Rolle spielen. Zurzeit ist aber vieles, beispielsweise eine umweltgerechte Produktion und Entsorgung der Akkus, nicht durchdacht.»

Das E-Auto allein werde unsere Klimaprobleme nicht lösen. Da wird es andere Ansätze brauchen.

Dennoch: «Kunden, die ein E-Auto wollen, werden wir auch künftig bestmöglich beraten, damit sie am Ende das Auto bekommen, das ihren Bedürfnissen entspricht», versichert Dani Frick.

Ein wirtschaftlich gesunder Betrieb

Dani Frick ist sich der Verantwortung bewusst, die er mit der Leitung der Sonneberg Garage übernimmt. «Die Philosophie des Betriebs trage ich voll mit. Ich hatte ja schon länger die Möglichkeit, meine Meinung einzubringen und immer mehr Verantwortung zu übernehmen. Insofern war es stetiges Hineinwachsen in die Leitung des Betriebs», sagt er. «Hätte ich Grundlegendes gegen den Führungsstil einzuwenden gehabt, hätte ich es schon längst sagen und Einfluss nehmen können.»

Dass er einen wirtschaftlich gesunden Betrieb übergeben könne, sei nicht zuletzt der Verdienst von Dani Frick, sagt Bruno Vogt. «Er hat in der Vergangenheit die richtigen Entscheidungen getroffen und sich durch seine Fachkompetenz auch das Vertrauen der Kundinnen und Kunden verdient.» Dazu komme, dass er eine andere Generation anspricht und eine jüngere Kundschaft kennt, die dem Betrieb die Zukunft sichert.

«Die Kunden aus meiner Generation müssen ja bald alle zum Fahreignungstest, sodass diese sicher nicht mehr viele Autos kaufen müssen», sagt der 64-Jährige und lacht. Mitverantwortlich für den wirtschaftlich gesunden Betrieb sei aber auch massgeblich Judith Vogt, welche alle administrativen Aufgaben abgedeckt hat, über die Finanzen wacht und Bruno den Rücken freigehalten hat.

Gut ausgebildet in die neue Position

Dani Frick hatte im Jahr 2007 seine Lehre als Mechatroniker begonnen und im Jahr 2011 als Zweitbester im Kanton St.Gallen abgeschlossen. Bereits 2012 hatte er nach seinem Militärdienst die Werkstattleitung in der Sonnenberg Garage übernommen. Verschiedene Weiterbildungen, unter anderem erwarb er sich das Handelsdiplom und die Ausbildung zum Dipl. Automobildiagnostiker, geben ihm das nötige Rüstzeug, um die Sonnenberg Garage erfolgreich zu führen.

Bruno Vogts Zukunftspläne sind offen, sich ausruhen, behage ihm aber gar nicht – «nichts tun ist keine Option». «Ich bin noch immer bei der Freizeit Touristik Neckertal aktiv, mit der wir das ehemalige Ressort-Hotel wieder beleben wollen. Zudem bin ich noch Präsident der Genossenschaft Fernwärme, wo ich aber auch auf der Suche nach einer Nachfolge bin, um deren Geschicke in jüngere Hände legen zu können.»

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