Gertrud Schmucki verlässt Clientis Bank Toggenburg

Während knapp sechs Jahren bekleidete Gertrud Schmucki das Amt der Direktorin bei der Clientis Bank Toggenburg. Am Ende dieses Monats verlässt sie die Bank und will vorerst ihre neu gewonnene Freiheit geniessen.

Beat Lanzendorfer
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Ende Oktober wird Gertrud Schmucki die Clientis Bank Toggenburg zum letzten Mal in offizieller Mission betreten. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ende Oktober wird Gertrud Schmucki die Clientis Bank Toggenburg zum letzten Mal in offizieller Mission betreten. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Meldung am 28. Mai überraschte: «Gertrud Schmucki hat sich entschlossen, die Bankleitung der Clientis Bank Toggenburg abzugeben. Andreas Fässler wird per 1. August 2018 neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung.»

Der Wechsel ist mittlerweile vollzogen. Gertrud Schmucki wird allerdings nicht, wie damals kommuniziert, neue Aufgaben innerhalb der Bank übernehmen, sondern per Ende Oktober aus dem Unternehmen ausscheiden.

Einzige Frau im Direktorium

Gertrud Schmucki war bei ihrem Stellenantritt am 1. Januar 2013 die einzige Frau, welche dem Direktorium der Clientis angehörte. Die Gruppe vereint 15 selbstständige Schweizer Regionalbanken unter der gemeinsamen Dachmarke Clientis. Ihre weitere Zukunft lässt die 46-Jährige offen:

«Ich habe nun während drei Jahrzehnten ununterbrochen gearbeitet, nun freue ich mich darauf, einfach mal loszulassen.»

Auf ihre knapp sechs Jahre bei der Clientis Bank Toggenburg blickt sie mit Befriedigung und auch etwas Stolz zurück. «Wir waren in einer sicherlich nicht einfachen Phase, in der viele Banken unter Beschuss gerieten, immer ein verlässlicher Partner für unsere Kunden. Ich denke, wir haben uns dadurch auch viel Vertrauen erarbeitet.»

Wie hat sie ihre Arbeit als einzige Bankleiterin im Direktorium der Clientis-Gruppe wahrgenommen? Natürlich hätten Frauen teilweise andere Ansichten als Männer, sagt Gertrud Schmucki.

«Ich habe mich aber immer gut aufgehoben gefühlt und betrachtete mich als Frau nie als Aussenseiterin. Ich habe die Tätigkeit im Direktorium als wertvoll und bereichernd wahrgenommen.»

Auch die Arbeit innerhalb der Clientis Bank Toggenburg hat sie als spannend und lehrreich empfunden. «Es ist wie die Führung eines KMU, bei dem man Verantwortung für sein Handeln übernehmen muss.» In diesem Zusammenhang erwähnt sie das gute Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat.

Auch in Zukunft ein Job mit Verantwortung

Den Entschluss, die Bankleitung abzugeben, bezeichnet sie als längeren Prozess.

«Erstmals befasste ich mich mit solchen Gedanken am Ende des vergangenen Jahres. Ich kam irgendwann zur Erkenntnis, dass es noch Alternativen zur Arbeit gibt.»

Weil sie sich immer zu hundert Prozent auf ihren Beruf konzentrierte, blieb bisher wenig Platz für anderes. Dies soll sich in Zukunft ändern.

Die Antwort, wie die kommenden Wochen und Monate aussehen werden, fällt kurz aus: «Ich weiss es selbst nicht, ich lasse es einfach mal auf mich zukommen», sagt sie lachend. Gertrud Schmucki, die in Mosnang wohnt und nicht vorhat, die Zelte im Toggenburg abzubrechen, freut sich vorerst auf Wanderungen und das Skifahren mit ihrem Lebenspartner Wendel Meile.

Und wer weiss, vielleicht kehrt sie ja früher als erwartet ins Berufsleben zurück. «Ich werde auch in Zukunft etwas machen, bei dem ich Verantwortung übernehmen kann», meint sie abschliessend.