Geplantes Bushäuschen in Ebnat-Kappel gibt zu reden

Die Gemeinde plant, bei der neuen Bushaltestelle an der Rosenbüelstrasse ein Bushäuschen zu erstellen. Gegen das Projekt wurde Einsprache erhoben. Trotzdem ist ein Bagger aufgefahren. Nicht fürs Bushäuschen, sagt Gemeindepräsident Christian Spoerlé.

Sabine Schmid
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Die derzeit getätigten Arbeiten sind für die Einsteigekante der neuen Haltestelle, nicht für das Bushäuschen. (Bild: Sabine Schmid)

Die derzeit getätigten Arbeiten sind für die Einsteigekante der neuen Haltestelle, nicht für das Bushäuschen. (Bild: Sabine Schmid)

An der Bürgerversammlung von Ebnat-Kappel von vergangener Woche warf eine Bürgerin Fragen zum geplanten Bushäuschen an der neuen Buslinie durch die Rosenbüelstrasse auf. Sie wollte von Gemeindepräsident Christian Spoerlé wissen, warum während der Auflagefrist des Baugesuchs für das Bushäuschen keine Visiere aufgestellt worden seien. Weiter fragte sie, warum Bauvorbereitungen vorgenommen würden, obwohl die Baubewilligung für eben dieses Bushäuschen bisher nicht erteilt worden sei, da eine rechtmässige Einsprache dagegen eingegangen sei.

Bus hält auch ohne ein Bushäuschen

Christian Spoerlé bejahte, dass gegen das Baugesuch Einsprache erhoben wurde. Er betonte, dass das Bushäuschen aufgrund des laufenden Verfahrens noch nicht gebaut werde. Ein solches sei aber kein Bestandteil der Buslinie. «Der Bus kann auch fahren und die Haltestelle bedienen, ohne dass dort ein Häuschen steht, das den wartenden Fahrgästen Schutz vor der Witterung bietet», erklärte Christian Spoerlé.

In der Antwort zur Frage nach der Visierung sagte Christian Spoerlé, dass die Visiere nicht korrekt aufgestellt wurden. Weil das ursprüngliche Bauprojekt abgeändert worden sei, werde die Visierung noch einmal korrekt nachgeholt.

Die angesprochene Projektänderung bezieht sich auf die Einstiegskante. Im Gesamtkontext der Bushaltestelle müsse der Einstieg rollstuhlgängig und für die Passagiere sicher sein. Wie Christian Spoerlé sagte, muss eine Einstiegskante so oder so erstellt werden, ob mit oder ohne Bushäuschen. Darum habe man sich entschlossen, die Vorarbeiten bereits jetzt auszuführen.

Dies stösst den Einsprechern sauer auf. Sie betonen, dass sich ihre Einsprache nicht auf das Bushäuschen alleine, sondern auf das Projekt Erstellung Bushaltestelle, Neubau Buswartehaus beziehe.

Für das Lichtsignal braucht es keine Bewilligung

Diese Projektänderung sei auch der Grund, warum ein neues, kleineres, Bushäuschen platziert werde und nicht, wie ursprünglich einmal angedacht, ein Bushäuschen aus dem Vorrat der Gemeinde aufgestellt werde.

Ebenfalls laufen die Vorbereitungsarbeiten für die Erstellung der Lichtsignalanlage, die wegen des Busbetriebs aufgestellt werden muss. Deren gesetzliche Grundlage sei eine Verfügung der Kantonspolizei und folglich sei dafür keine Baubewilligung erforderlich. Christian Spoerlé sagte weiter, dass bei der Bushaltestelle eine gelbe gezackte Linie auf die Strasse aufgemalt werde.

Zu den Kosten – an der Bürgerversammlung wurde geäussert, dass diese viermal so hoch ausfallen wie geplant – gibt der Gemeindepräsident keine Schätzung ab. «Solange die Arbeiten nicht abgeschlossen sind, kenne ich diese auch nicht. Ich gehe jedoch davon aus, dass wir im Budgetrahmen sind.» Allenfalls koste die Ausgestaltung der behindertentauglichen Rampe etwas mehr.