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Interview

RAV Wattwil zieht nach einem halben Jahr Meldepflicht Bilanz: «Gemeldete Stellen haben sich verdoppelt»

Seit Juli 2018 müssen Branchen mit hoher Arbeitslosigkeit offene Stellen dem Arbeitsamt melden. Claudia Frei vom RAV Wattwil berichtet, wie Stellensuchende davon profitieren können und sie in Wattwil mit dem Mehraufwand umgehen.
Urs M. Hemm
Claudia Frei berät neben Stellensuchenden auch die Firmen, die ihre offenen Stellen beim RAV Wattwil melden müssen, aber auch diejenigen, welche freiwillig Mitarbeiter über das RAV suchen. (Bild: Urs M. Hemm)

Claudia Frei berät neben Stellensuchenden auch die Firmen, die ihre offenen Stellen beim RAV Wattwil melden müssen, aber auch diejenigen, welche freiwillig Mitarbeiter über das RAV suchen. (Bild: Urs M. Hemm)

Claudia Frei, wie hat sich die Anzahl Meldungen von offenen Stellen beim RAV Wattwil seit der Einführung der Stellenmeldepflicht verändert?

Die Zahl der gemeldeten Stellen hat sich mit der Einführung der Stellenmeldepflicht am 1. Juli 2018 im Vorjahresvergleich verdoppelt. Aktuell werden monatlich rund 50 Stellen beim RAV Wattwil gemeldet, davon unterstehen etwa zwei Drittel der Stellenmeldepflicht.

Sind es lediglich Firmen aus Branchen, welche den Schwellenwert für die Arbeitslosenquote von acht Prozent übersteigen, oder melden auch andere Firmen ihre freien Stellen beim RAV Wattwil?

Mehrheitlich handelt es sich tatsächlich um Arbeitgeber, die der Stellenmeldepflicht unterliegen. Diese Zielgruppe wurde bereits vor der Einführung proaktiv über die neuen Regeln informiert. Die Tatsache, dass sich zahlreiche Arbeitgeber auch von sich aus aktiv bei uns erkundigen, respektive konkrete Fragen gestellt haben und Stellen melden, zeigt, dass die Leute auf die Änderung sensibilisiert sind und das neue Regime grundsätzlich auf Akzeptanz stösst.

Konnten die Stellen, wie durch diese Massnahme beabsichtigt, mehr an Inländer vermittelt werden?

Statistisch erhärtete Aussagen sind jetzt noch nicht möglich, da noch nicht ausreichend Datenmaterial für eine entsprechende Auswertung vorliegt. Kaum auswertbar ist auch die Frage, wie viele Stellensuchende, deren Profil vom RAV auf dem Stellenportal arbeit.swiss aufgeschaltet wird, direkt von den Arbeitgebern und Arbeitsmittlern kontaktiert, zu Gesprächen eingeladen und schliesslich angestellt werden. Unser subjektiver Eindruck ist indes positiv, erste Erfolge bei der Vermittlung von Stellensuchenden sind da.

Gibt es für offene Stellen in der Region Toggenburg überhaupt genügend qualifizierte Stellensuchende, um diese adäquat den Firmen vermitteln zu können?

Wie erwähnt handelt es sich bei zwei Drittel der gemeldeten Stellen um meldepflichtige Stellen, also aus Berufsfeldern, bei denen die Arbeitslosigkeit acht Prozent übersteigt. Für diese Stellen können wir in den meisten Fällen Kandidatenvorschläge innerhalb der von der Regelung vorgesehenen drei Arbeitstage unterbreiten. Bei den anderen Stellen hängt der Erfolg auch von der Bereitschaft der Arbeitgeber in Bezug auf die Anforderungskriterien ab. Im RAV Wattwil beispielsweise verfügt rund die Hälfte der registrierten Stellensuchenden über einen Berufsabschluss. Davon sind rund 30 Prozent 50 Jahre alt oder älter. Wir stellen immer wieder fest, dass qualifizierte Mitarbeiter aufgrund Ihres fortgeschrittenen Alters Schwierigkeiten haben, eine Anstellung zu finden.

Bringt die Stellenmeldepflicht einen Mehraufwand für das RAV Wattwil?

Ja, da die Dienstleistungen des RAV mit der Stellenmeldepflicht weiter ausgebaut wurden. Der Mehraufwand kann bisher im Rahmen der bestehenden Strukturen und mit den vorhandenen personellen Ressourcen bewältigt werden, da die Arbeitslosigkeit und damit die Anzahl der gemeldeten Stellensuchenden im Vorjahresvergleich um 13 Prozent abgenommen hat.

Mussten beim Verfahren schon Anpassungen vorgenommen werden?

Selbstverständlich mussten sich einzelne Detailabläufe und Prozesse am Anfang in der Praxis einspielen. Das ist jedoch nichts Aussergewöhnliches. Nach wie vor werden Erfahrungen aus dem Betrieb in die tägliche Arbeit eingebunden und Abläufe optimiert. Gemessen an der Grössenordnung des Projekts ist der Start der Stellenmeldepflicht erfolgreich verlaufen.

Wie beurteilen Sie die Massnahme insgesamt, um Stellensuchende wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren?

Rein subjektiv betrachtet stelle ich fest, dass die Zahl der erfolgreichen Vermittlungen zunimmt. Erfreulich ist die gute Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern, die unseren Kandidaten oftmals eine Chance geben. Wir möchten die Arbeitgeber ermuntern, das vorhandene Potenzial der sofort verfügbaren Stellensuchenden aktiv zu nutzen. Sie sollen dem RAV zu diesem Zweck sämtliche Stellen melden, unabhängig davon, ob sie der Meldepflicht unterliegen oder nicht. Das RAV ihrerseits schlägt den Arbeitgebern jeweils nach Eingang der Stellenmeldung innert drei Arbeitstagen unverbindlich geeignete Kandidaten vor. Individuell können auch weitere Dienstleistungen des RAV wie beispielsweise Einarbeitungszuschüsse geprüft werden.

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