Gemeinsamer Weg bei der Stromversorgung in Ebnat-Kappel

Letztes Jahr wurde sie 100 Jahre alt, jetzt geht die Elektrokoporation Wintersberg-Bendel-Schwand mit der Dorfkorporation Ebnat-Kappel zusammen.

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Sie haben den Weg vorbereitet (von links): Hans Schafflützel, VR-Präsident EKBB; Toni Brunner, Vizepräsident EKBB; Thomas Rütsche, Betriebsleiter DKEK; Walter Scheiwiller, VR-Präsident DKEK.

Sie haben den Weg vorbereitet (von links): Hans Schafflützel, VR-Präsident EKBB; Toni Brunner, Vizepräsident EKBB; Thomas Rütsche, Betriebsleiter DKEK; Walter Scheiwiller, VR-Präsident DKEK.

Bild: PD

(pd/rus) Im letzten Jahr konnte die Elektrokorporation Wintersberg-Bendel-Schwand (EKWBS) ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Der Verwaltungsrat beschäftigte sich damals schon seit längerer Zeit damit, wie der seit 27 Jahren amtierende Präsident und Technische Leiter, Hans Schafflützel, ersetzt werden kann, wenn er Ende 2019 das Pensionsalter erreichen würde.

Nachdem sich zeigte, dass sich insbesondere für die Nachfolge des Technischen Leiters keine Person finden lässt, wurden im August des vergangenen Jahres mit der Dorfkorporation Ebnat-Kappel (DKEK) Gespräche aufgenommen. Dabei stellte sich relativ schnell heraus, dass sich bei einem Zusammengehen der beiden Versorgungsbetriebe für die EKWBS-Kunden klar mehr Vor- als Nachteile ergeben würden.

Günstigerer Strom und mehr Kundendienst

So wurden bis Ende 2019 die Rahmenbedingungen ausgearbeitet, die bei einem Zusammengehen umgesetzt werden sollten. Am 21. Februar dieses Jahres wurden den interessierten Korporationsmitgliedern an einer Orientierungsversammlung die Vorteile und die Rahmenbedingungen bei einer Inkorporation vorgestellt.

Zu den Vorteilen zählen die günstigeren Strompreise, die einfache Erreichbarkeit des Pikettdienstes oder der Kundendienst während achteinhalb Stunden an fünf Tagen. Zudem sind 80 Prozent des Versorgungsgebietes bis 2021 mit Glasfaser erschlossen und für Strom, Glasfaser-Netz, Abwasser und Abfallentsorgung gebe es noch einen Ansprechpartner.

Die Verpflichtungen der DKEK in Höhe von einer halben Million Franken beinhalten die Verkabelung sämtlicher Hochspannungs-Freileitungen, und die Erstellung eines Hochspannungs-Verbindungskabels Gieselbach-Schwand. Durch dieses können alle fünf Trafostationen der EKWBS von zwei Seiten versorgt werden. Ebenfalls bis Ende 2021 erfolgt die Verkabelung der Niederspannungs-Freileitungen in den Gebieten Schwand und Bitzi.

Vorgesehen war, an der ordentlichen Korporationsversammlung der EKWBS am 20. März über die Inkorporation in die DKEK per Anfang 2021 zu befinden. Da diese Versammlung wegen des Coronavirus nicht stattfinden konnte, stimmten die Korporationsmitglieder an einer Urnenabstimmung am 26. April über diese Frage ab.

Deutliches Resultat für das Zusammengehen

Das Resultat fiel deutlich aus: 149 Ja-Stimmen gegenüber zwei Nein-Stimmen bei fünf leeren Stimmzetteln. Dies bei einer sehr hohen Stimmbeteiligung von 60,7 Prozent, was den Verwaltungsrat der EKWBS besonders freut, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist. Damit sei dieser bedeutsame Entscheid sehr breit abgestützt. Auch die anderen vier Traktanden der Urnenabstimmung wurden mit mindestens 150 Ja-Stimmen und maximal drei Nein-Stimmen bei maximal fünf leeren Stimmzetteln ebenfalls deutlich angenommen.

Der Verwaltungsrat der DKEK hat der Inkorporation der EKWBS bereits am 26. November zugestimmt. Nachdem nun das vollständige Ja von Seiten EKWBS vorliegt, müssen von Seiten DKEK noch deren Korporationsmitglieder zustimmen. Dies hat gemäss Gemeindegesetz durch ein fakultatives Referendum zu erfolgen. Die Referendumsfrist läuft vom 7. Mai bis zum 15. Juni wie einer Anzeige in der heutigen Wochenzeitung «A» zu entnehmen ist.