Die Musikanten aus Alt St.Johann und Stein haben gemeinsam den Marsch geblasen

Am Freitag- und Samstagabend besuchten gegen 400 Personen den Unterhaltungsabend der Musikgemeinschaft Alt St.Johann-Stein. Sie freuten sich am Blasmusikkonzert und am turbulenten Theaterstück.

Rudolf Steiner
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Das Zusammenspiel der Musikvereine Alt St.Johann/Unterwasser und Stein unter der Leitung von Dirigent Edy Hehli begeisterte das Publikum. (Bild: Rudolf Steiner)

Das Zusammenspiel der Musikvereine Alt St.Johann/Unterwasser und Stein unter der Leitung von Dirigent Edy Hehli begeisterte das Publikum. (Bild: Rudolf Steiner)

Es ist eine spezielle Zusammenarbeit, die die beiden Musikgesellschaften aus Alt St.Johann/Unterwasser und Stein seit nun bereits zehn Jahren praktizieren: Sie haben sich wegen zu weniger Musikantinnen und Musikanten zur Musikgemeinschaft zusammengeschlossen, bleiben aber als Verein jeder für sich mit eigenen Strukturen wie Vereinsvorstand und Hauptversammlung autonom.

Den traditionellen Unterhaltungsabend und die Teilnahme an Musikfesten bestreiten sie aber einträchtig zusammen und können so ihre Kräfte sinnvoll bündeln. «Zudem ist das Einzugsgebiet für den spärlichen Nachwuchs und die Fans und Liebhaber von Blasmusik viel grösser und beschränkt sich nicht nur auf die eigene Dorfgemeinschaft», sagt Christian Forrer, seit drei Jahren Präsident der MG Alt St.Johann/Unterwasser.

Fullhouse bereits eine Stunde vor Programmbeginn

Darum ist auch an beiden Abenden die heimelige Turnhalle Rünggel in Stein bereits eine Stunde vor dem Beginn des – wie sich um Mitternacht herausstellt – insgesamt vier Stunden dauernden Programms praktisch bis auf den letzten Platz gefüllt, von den Parkplätzen für die fahrbaren Untersätze gar nicht zu sprechen.

Begrüsst wurden die Besucherinnen und Besucher nach dem ersten musikalischen Beitrag, dem triumphalen «The Olympic Spirit», der für die Olympischen Spiele 1988 in Seoul vom amerikanischen Komponisten John Williams komponierten feierlichen Fanfare, von den beiden Präsidenten Christian Forrer und Thomas Bohl, die sich die Verantwortung für die Grussworte ans Publikum sportlich fair hin- und herschieben. Dann geht es unter der Leitung von Dirigent Edy Hehli mit den Märschen «Im Banne der Sterne» und «Polka für zwei» furios und beschwingt weiter.

Und beim Ohrwurm «Mein kleiner grüner Kaktus» von Reisfeld & Marcuse springt der Funke blitzartig aufs Publikum, das Hände klatschend in den Rhythmus einstimmt und die Musiker zu weiteren Höhenflügen wie «Swiss Mountain Village», «Queen On Stage» und «Froh und heiter» anspornt. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die gut zwei Dutzend Musikanten und Musikantinnen mit der Bodensee Polka und dem San Carlo Marsch noch zwei Zugaben auspacken und den musikalischen Teil unter grossem Applaus beenden.

Konfusionen mit Köbeli bei «Sunneschyn TV»

Wie gewohnt richtig turbulent geht es dann im zweiten Teil, dem Lustspiel «Köbelis Sunneschyn» zu und her. Die meisten Schauspieler und Schauspielerinnen aus der eigenen Musikgemeinschaft bieten unter der Regie von Benno Bollhalder mit dem Heiratsschwank ein überraschendes und manchmal sogar fast undurchsichtiges Verwirrspiel um den etwas scheuen Kleinbauern (zwei Ziegen, ein Hahn) Läderach Köbeli (gespielt von Kevin Eigenmann), der von Sunneschyn-TV-Moderatorin Manuela von Will (Andrea Böhi) an das bodenständige und noch jungfräuliche Räbsome Vreneli (gespielt von der breitestes Berndeutsch sprechenden Obersimmentalerin Karin Teuscher) verkuppelt werden sollte.

Diesem Vorhaben kommen aber verschiedene «Störenfriede» in die Quere, allen voran Knecht Chrigel (Simon Bösch kurz) und seine böse Schwester, «Ribise» Wildise Marei (Anita Bischof) und sein immer blauer Saufkumpan und Schnapsbrenner Sämeli (Simon Bösch lang) und der dauerstotternde Laferi Xafer (Werner Schwizer). Schliesslich klappt es aber zu mitternächtlicher Stunde mit der urchigen Luzia Häfeli (Monika Geissmann) doch noch und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie (angeblich) noch immer glücklich zusammen.

Freitag bzw. Samstag ist mittlerweile bereits gestern und Mitternacht vorbei. Die Frühzubettgeher verlassen die Turnhalle möglichst schnell und ohne Umweg und überlassen die Kaffeestube kampflos den notorischen Nachtbuben und -mädchen.