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Flankierende Massnahmen stossen auf Widerstand: Gemeinderat von Bütschwil-Ganterschwil nimmt das Anliegen ernst

Nicht alle Bürgerinnen und Bürger sind mit den beiden Projekten der flankierenden Massnahmen an der Ortsdurchfahrt Bütschwil und Dietfurt einverstanden. Der Gemeinderat geht auf die Bedenken ein.
Anina Rütsche
An der Einmündung der von Mosnang her kommenden Ottilienstrasse in die Landstrasse plant das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen den Bau eines Kreisels. (Bild: Anina Rütsche)

An der Einmündung der von Mosnang her kommenden Ottilienstrasse in die Landstrasse plant das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen den Bau eines Kreisels. (Bild: Anina Rütsche)

Seit Monaten geben in der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil die geplanten flankierenden Massnahmen zu reden. Diese baulichen Anpassungen sollen nach der Eröffnung der Umfahrungsstrasse im Herbst 2020 an der Ortsdurchfahrt zwischen dem Gebiet Engi und Dietfurt umgesetzt werden.

Bedenken wegen Gefährdung schwächerer Verkehrsteilnehmer

Bereits an der Bürgerversammlung vom vergangenen März wurde rege über das Vorhaben diskutiert, denn einige Bürgerinnen und Bürger waren mit den Vorschlägen von Kanton und Gemeinde nicht einverstanden. Sie schlugen alternative Verkehrswege sowie andere Kreiselstandorte vor. Einige äusserten Bedenken zur Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer.

Andere sorgten sich um die möglichst hindernisfreie Durchfahrt für Automobilisten und Lastwagenfahrer. Weitere Gespräche dieser Art ergaben sich im November, als das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen über die geplanten Massnahmen auf der Wilerstrasse, Landstrasse und Ottilienstrasse informierte.

«Wir nehmen die Sorgen der Leute sehr ernst»

«Die flankierenden Massnahmen sind derzeit ein spannendes und herausforderndes Projekt», sagt Karl Brändle, Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil. Er weist darauf hin, dass die Verantwortlichen bei deren Planung stets an einem Austausch mit der Bevölkerung interessiert seien. So wurden politische Parteien und Organisationen eingeladen, Stellungnahmen zum Gemeindeprojekt abzugeben.

Verschiedene konstruktive Rückmeldungen sind in der Zwischenzeit eingegangen und soweit wie möglich in das Projekt der Gemeinde eingeflossen. «Wir nehmen die Sorgen der Leute sehr ernst», betont er. «Aus diesem Grund werden wir auch in diesem Jahr Informationsanlässe zu den flankierenden Massnahmen durchführen und über unser Mitteilungsblatt informieren.»

Zwischen Kantons- und Gemeindestrassenprojekt unterscheiden

Karl Brändle weist zudem darauf hin, dass man bei den flankierenden Massnahmen zwischen einem Kantons- und einem Gemeindestrassenprojekt unterscheiden müsse. Das Kantonsstrassenprojekt erstreckt sich vom Weiler Engi über die Wiler- und Landstrasse bis und mit der Ottilienstrasse und dem geplanten Ottilienkreisel.

Die Ottilienstrasse dient aktuell als Verbindung nach Mosnang. Derzeit seien die Vertreter des Kantons dabei, ein Vorprojekt auszuarbeiten, das dem Gemeinderat voraussichtlich im Frühling zur Stellungnahme vorgelegt werde. Der Beschluss des Gemeinderates unterstehe dem fakultativen Referendum.

Volksabstimmung für Ende dieses Jahres oder für Anfang 2020 geplant

«Beim Gemeindestrassenprojekt ist man schon ein paar Schritte weiter», führt Karl Brändle aus. Nachdem die Bürgerversammlung im März Ja gesagt hat zum entsprechenden Kredit, befindet es sich momentan in der Projektierungsphase.

Karl Brändle, Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil. (Bild: PD)

Karl Brändle, Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil.
(Bild: PD)

Das Gemeindestrassenprojekt umfasst den Bereich ab der Ottilienstrasse bis nach Dietfurt. ««Über den Ausführungskredit haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der Urne zu befinden, da dieser den Betrag von 2,5 Millionen Franken übersteigen wird und demzufolge nicht mehr in der Kompetenz der Bürgerversammlung liegt. Die Urnenabstimmung wird voraussichtlich Ende 2019 oder Anfang 2020 durchgeführt», sagt Karl Brändle.

Gründung eines Komitees steht bevor

Einer der Bürger, die sich seit den Anfängen besonders kritisch zu den Ideen von Kanton und Gemeinde äussern, ist der pensionierte Unternehmer und ehemalige FDP-Kantonsrat Fritz Rutz aus Dietfurt.

Fritz Rutz ist der Ansicht, dass der Kreisel nicht bei der Einmündung der Ottilenstrasse in die Landstrasse gebaut werden soll, sondern am Ortsrand im Lerchenfeld. So könne der Verkehr von und nach Mosnang von Bütschwil ferngehalten und direkt auf die Umfahrung geleitet werden.

Gründung am Dienstag in Dietfurt

Die Gründungsversammlung des «Komitees für echte flankierende Massnahmen» («Keflam») findet am Dienstag, 22. Januar, um 20 Uhr im Restaurant Rössli in Dietfurt statt. Initiant Fritz Rutz aus Dietfurt hat er gemeinsam mit Gleichgesinnten eine Alternative ausgearbeitet. Die Gruppe teilt mit: «Wir wünschen eine weitsichtige, regional abgestimmte und pragmatische Umsetzung.»

Die «Keflam»-Gründer sind der Ansicht, dass das Dorfstrassennetz ausschliesslich die Aufgabe habe, den Ziel- und Quellverkehr aufzunehmen. Und auch den Durchgangsverkehr, nämlich wenn die Umfahrungsstrasse bei Unfällen oder Unterhaltsarbeiten geschlossen ist. Der Durchgangsverkehr müsse dann flüssig durchs Dorf geleitet werden können und dürfe nicht zum Stau im Dorf führen, wie es in Bazenheid der Fall sei.

Zweifel an nachhaltiger Entlastung des Dorfes

Fritz Rutz schreibt in seiner Stellungnahme: «Um eine nachhaltige Entlastung im Dorf zu erreichen, ist es wichtig, dass der Durchgangsverkehr vom Thurgau und Zürich via Fischingen und Hulftegg direkt auf die Toggenburger Achse geführt wird.»
Das «Keflam» wendet sich zu diesem Zweck auch an die betroffenen Gemeinden Mosnang und Lütisburg.

Fritz Rutz, Dietfurt, hat einen Gegenvorschlag zu den Verkehrsberuhigungsmassnahmen ausgearbeitet. (Bild: Anina Rütsche)

Fritz Rutz, Dietfurt, hat einen Gegenvorschlag zu den Verkehrsberuhigungsmassnahmen ausgearbeitet.
(Bild: Anina Rütsche)

Der Initiant möchte am Dienstag die Möglichkeit nutzen und der Bevölkerung die unterschiedlichen Möglichkeiten darlegen. Der Anlass richtet sich gemäss Ausschreibung an interessierte Einwohnerinnen und Einwohner aus Bütschwil-Ganterschwil, Lütisburg und Mosnang.

«Autofahrer wählen den kürzeren Weg»

Karl Brändle sagt dazu: «Aus meiner Sicht bedeutet dieser Vorschlag keine Erleichterung, sondern einen Umweg.» Ein Autolenker, der von Mosnang beispielsweise nach Wattwil wolle, werde kaum die längere Strecke via Lerchenfeld, sondern stets die kürzere via Ortszentrum wählen.

Die Kosten der flankierenden Massnahmen an der Ortsdurchfahrt Bütschwil und Dietfurt werden auf rund fünf Millionen Franken geschätzt. Das heisst aber nicht, dass am Ende effektiv fünf Millionen verbaut werden.

Der Gemeinderat legt den Fokus in der Detailausarbeitung auf eine kostenoptimierte und nachhaltige Lösung, welche die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bevölkerung möglichst breit abdecken wird. In den Jahren 2009, 2012 und 2014 hat die Gemeinde für diese Aufwendungen Rückstellungen von insgesamt 1,3 Millionen Franken getätigt.

Verkehrssituation im Lerchenfeld optimieren

Das Lerchenfeld wird künftig an Bedeutung gewinnen, da sich dort vermehrt industrielle Betriebe anzusiedeln gedenken, beispielsweise die Micarna mit einem neuen Geflügelfleischverarbeitungsbetrieb. «Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass die Verkehrssituation im Lerchenfeld nicht optimal ist », sagt Karl Brändle. «Wir sind diesbezüglich mit dem Kanton im Gespräch und werden gemeinsam Lösungen ausarbeiten.»

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