Gemeinde Nesslau legt Grundstein für ein neues Quartier: Die «Alte Weberei» in Neu St.Johann wird konkreter

Die Gemeinde Nesslau stellt den Sondernutzungsplan für das Areal der ehemaligen Weberei Meyer-Mayor vor. Anstelle der bestehenden alten Fabrikhallen sollen Wohn- und Geschäftsgebäude gebaut werden. Die schützenswerten Objekte bleiben erhalten.

Sabine Camedda
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Rund um die ehemalige Weberei Meyer-Mayor in Neu St.Johann und das denkmalgeschützte Restaurant Mauer mit der Brauerei sollen Gewerbe- und Wohngebäude gebaut werden.

Rund um die ehemalige Weberei Meyer-Mayor in Neu St.Johann und das denkmalgeschützte Restaurant Mauer mit der Brauerei sollen Gewerbe- und Wohngebäude gebaut werden.

Bild: Michel Canonica

Er möchte in Neu St.Johann keine Industriebrache hinterlassen, sagt André Meyer, der letzte Patron der Weberei Meyer-Mayor. Nun haben er und seine Frau Ruth als Grundeigentümer sich mit der Relesta zusammengeschlossen und ein Überbauungsprojekt ausgearbeitet.

Dieses sieht auf dem Fabrikareal Wohnhäuser und Geschäftsräumlichkeiten vor. Das markante rote Gebäude, der bestehende Gewerbepark, das geschützte Restaurant Mauer, die Brauerei mit dem Fabrikladen, die Remise sowie die ehemalige Käserei an der Hauptstrasse bleiben aber bestehen.

Für die Realisierung mussten sich Meyers und die Relesta an die Abläufe des neuen Planungs- und Baugesetzes halten. Das bedeutet unter anderem, dass für das Projekt ein Architekturwettbewerb durchgeführt werden musste und dass die Gemeinde für das Areal einen Sondernutzungsplan zu erstellen hat. Ein solcher ist ausgearbeitet und wurde am Dienstagabend von Gemeindepräsident Kilian Looser vorgestellt.

Umsetzen, so, wie es jetzt angedacht ist

Der Nesslauer Gemeindepräsident Kilian Looser.

Der Nesslauer Gemeindepräsident Kilian Looser.

Bild: PD

Looser wies die Anwesenden darauf hin, dass das Bauprojekt noch nicht detailliert ausgearbeitet ist. Dennoch: So, wie es jetzt angedacht ist, wird es auch umgesetzt. Die Erschliessung sowohl für die Wohnungen als auch fürs Gewerbe und für die Brauerei erfolgen zukünftig über einen Ort.

Aus dem Sondernutzungsplan geht ebenso hervor, wie die Fussgängerströme geleitet werden. «Es ist angedacht, eine Fussgängerbrücke über die Luteren zu bauen, um den Weg zum Bahnhof zu erleichtern», sagt der Gemeindepräsident. Auffallend ist, dass auf dem Areal viel Grünfläche entstehen soll. Der Strassenbelag werde nur dort versiegelt, wo es notwendig sei, sagt Looser.

Wohnungen und Gewerbe sind wichtig für die Entwicklung der Gemeinde

Sowohl unter den geplanten Wohnhäusern als auch unter dem bestehenden Gewerbepark soll je eine Tiefgarage gebaut werden. Wie gross diese werden, hängt von der Nutzung ab. Möglich ist, dass ein Detaillist dort einen Laden eröffnet. Entsprechende Verhandlungen seien im Gange, bestätigt Kilian Looser.

Der Sondernutzungsplan schreibt ebenfalls vor, wo Wohngebäude erstellt werden und in welcher Höhe gebaut wird. Maximal wird es acht Gebäude geben mit rund 50 Wohnungen. Kilian Looser betonte:

«Das mag jetzt nach viel tönen. Aber die Wohnungen sind ebenso wichtig für die Entwicklung der Gemeinde Nesslau wie der Ausbau des Gewerbeparks.»

Aus dem Sondernutzungsplan geht ausserdem der neu definierte Gewässerraum für die Luteren im Abschnitt zwischen der Hauptstrasse und der Bahntrasse hervor. Hydrologische Berechnungen ergeben, dass in diesem Bereich weder für ein 100-jährliches noch für ein 300-jährliches Hochwasserereignis zusätzlicher Schutz nötig sei, führte Kilian Looser aus. Aber: Neubauprojekte müssen den Gewässerraum respektieren und dürfen nur ausserhalb davon realisiert werden.

Kanton St.Gallen hat erste Rückmeldungen gegeben

Bevor die Bevölkerung von Nesslau den Sondernutzungsplan gesehen hat, wurde dieser bei der Städtebaulichen Kommission des Kantons St.Gallen vorgestellt. Diese hätte einige Rückmeldungen gegeben, die bereits eingeflossen sind.

«Wir starten nun mit der Mitwirkung», erklärte Kilian Looser das weitere Vorgehen. Bis zum 4. September nimmt er Vorschläge und Anmerkungen aus der Bürgerschaft entgegen. Diese werden bereinigt und anschliessend liegt der Sondernutzungsplan öffentlich auf. In diesem Stadium sind Rekurse möglich. Die endgültige Genehmigung liegt in der Kompetenz des Kantons.

«Erst wenn der Sondernutzungsplan rechtskräftig ist, kann die Bauherrschaft ein Baugesuch einreichen», sagt Looser. Auf eine Frage aus dem Publikum nach dem möglichen Zeithorizont sagte der Gemeindepräsident, dass, wenn alles rund laufe, der Sondernutzungsplan bis Ende 2020 genehmigt ist. Laufe auch im Baubewilligungsverfahren alles ohne Verzögerung, könnte diese bis im Herbst 2021 vorliegen.

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