Gemeinde Lütisburg
50 Hundesäckli am Boden und in den Bäumen: Am Waldrand in Tufertschwil gibt es ein Littering-Problem

Die Gemeinde Lütisburg geht davon aus, dass eine Person im Bereich Obtobel regelmässig Hundesäckli in den Wald wirft. Ein anderes Problem stellt Hundekot auf Weiden dar. Gelangen sie ins Futter, können die Exkremente bei Kühen eine schwere Infektion verursachen.

Pablo Rohner
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Mit Zusammennehmen ist es noch nicht getan. Erst wenn das Säckli im Robidog landet, können alle Beteiligten zufrieden sein.

Mit Zusammennehmen ist es noch nicht getan. Erst wenn das Säckli im Robidog landet, können alle Beteiligten zufrieden sein.

Bild: Kevin Roth

Im Bereich Obtobel in Tufertschwil werden regelmässig Hundesäckli in den Wald geworfen. «Gemäss den Reklamationen müssen es über 50 gewesen sein, die herumlagen und teilweise in den Bäumen hingen», sagt Andreas Breitenmoser, Ratsschreiber der Gemeinde Lütisburg. Man gehe davon aus, dass es sich um eine Person handle, die regelmässig dort spazieren geht und in der Gemeinde wohnt. Darauf lassen gemäss Breitenmoser die Hundesäckli schliessen, denn: Bei den eingesammelten Exemplaren handelt sich um den Typ, der bei der Gemeinde Lütisburg bezogen werden kann.

Neospora Caninum gefährdet Kälber

Weiter wird im Mitteilungsblatt darauf aufmerksam gemacht, dass Hundekot in Heu und Gras für Kühe tödliche Folgen haben kann. Dies, weil er den Krankheitserreger Neospora Caninum übertragen kann. Bei infizierten Hunden verursacht der Parasit keine Probleme. Anders bei Pflanzenfressern, die als Zwischenwirte fungieren. Bei ihnen können Organe und, bei trächtigen Tieren, die Plazenta befallen werden. Bei Kühen zum Beispiel kann Neospora Caninum deshalb Fehlgeburten auslösen.

Infizierte Kühe bleiben dies zudem ihr Leben lang und geben den Erreger mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit an ihre Kälber weiter. Hundekot im Futter könne bei Kühen ausserdem zu Verdauungsstörungen und, damit verbunden, Leistungseinbussen führen, schreibt die Gemeinde Lütisburg. Experten raten deshalb auch Landwirten, bei ihren Hunden den Zugang zu Ställen und Weiden gut zu überwachen, um das Futter sauber zu halten.