Gemeinde Kirchberg: Schlappe für die SP – Denkzettel für das Gemeinde- und Schulpräsidium

Gemeindepräsident Roman Habrik und Schulratspräsident Orlando Simeon werden mit einem mässigen Ergebnis wiedergewählt – ganz leer geht die SP aus, die mit zwei Kandidierenden in die Exekutive einziehen wollte.

Beat Lanzendorfer
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David Mächler, Stefan Diener und Nadja Bösiger-Wäckerlin (von links) studieren die Ergebnisse, welche für die SP wenig erfreulich ausgefallen sind.

David Mächler, Stefan Diener und Nadja Bösiger-Wäckerlin (von links) studieren die Ergebnisse, welche für die SP wenig erfreulich ausgefallen sind.

Bild: Beat Lanzendorfer (Kirchberg, 27. September 2020)

Die Bisherigen hatten bei den Behördenwahlen in der Gemeinde Kirchberg einen schweren Stand. Gemeindepräsident Roman Habrik konnte lediglich 1464 Stimmen auf sich vereinen. Dem gegenüber stehen 923 leere Stimmzettel. 360 Stimmen entfielen auf Vereinzelte.

Roman Habrik, Gemeindepräsident Kirchberg.

Roman Habrik, Gemeindepräsident Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

«Ich freue mich über die Wiederwahl und danke allen, die mich mit ihrer Stimme unterstützt haben.» Dabei verhehlte er nicht, dass die Kampagne im Vorfeld der Wahlen gegen den bisherigen Gemeinderat Spuren hinterlassen habe. «Nun gilt es in neuer Zusammensetzung die Herausforderungen anzunehmen.» Dabei steht noch nicht definitiv fest, wie sich der Gemeinderat in der kommenden Legislatur präsentiert. Lediglich sechs erreichten am Sonntag das absolute Mehr. Ein siebter Platz wird in einem zweiten Wahlgang ermittelt.

Die SP erreicht ihre Ziele nicht

Zu den Verlierern gehört die SP, welche mit Nadja Bösiger-Wäckerlin und Stefan Diener zwei Kandidaten stellte. Beide scheiterten deutlich. «Die Enttäuschung ist gross, klar hatten wir uns mehr erhofft. Die SP hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie sehr konstruktiv mitarbeiten kann. Leider ist unser Engagement zu wenig bei den Menschen angekommen», sagte Stefan Diener.

CVP erfreut über den Anteil der Frauen

Der CVP-Vorstand freut sich in erster Linie, dass der Kirchberger Gemeinderat weiblicher geworden ist. Nebst der CVP-Kandidatin Denise Huber hat auch die Parteilose Yvonne Tinner-Mannhart den Sprung in die Exekutive geschafft. «Ich bin einfach nur glücklich über das Ergebnis und dass ich als Parteilose das drittbeste Ergebnis erreicht habe», erklärte Tinner. Sie nehme die Aufgabe sehr ernst und möchte für alle da sein.

Im Weiteren hat auch Josef Meier den Sprung in den Gemeinderat geschafft. Nicht mehr zur Wahl stellten sich Lukas Fust und Martin Bühler.

Die SVP zählt zu den Gewinnern

Zu den Gewinnern zählt auch die SVP, welche ihren Sitz verteidigen konnte. Auf den abtretenden Hermann Baumgartner folgt Jacques Breitenmoser. «Ich habe die Unterstützung im Dorf gespürt und bin erfreut, dass es geklappt hat.»

FDP-Kandidat Silvan Holenstein mit dem besten Ergebnis

Die FDP hatte im Gemeinderat nebst des Präsidiums drei weitere Sitze zu verteidigen. Für den zurücktretenden Ueli Hui schaffte Silvan Holenstein mit 1777 Stimmen das beste Ergebnis aller Kandidierenden. Wiedergewählt wurde der bisherige Michael Sutter. Ein Wermutstropfen stellt das Ergebnis von Linus Calzaferri dar. Mit 1354 Stimmen verpasste er das absolute Mehr, kann aber im zweiten Wahlgang nochmal antreten.

Für FDP-Präsident Simon Seelhofer ist aber wichtig «dass der Angriff der anonymen Gruppe auf das Gemeinde- und Schulpräsidium verpufft ist.» Das mässige Abschneiden der Bisherigen aller Parteien müsse aber zu denken geben.

Überraschung im Schulrat

Schulratspräsident Orlando Simeon bekam mit 1626 Stimmen ebenso wie Roman Habrik einen Denkzettel verpasst. Bei einem absoluten Mehr von 907 Stimmen schaffte er die Wiederwahl aber letztlich problemlos.

Orlando Simeon (FDP), Schulratspräsident Kirchberg.

Orlando Simeon (FDP), Schulratspräsident Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Dies gelang mit Nicole Fust, Walter Gähwiler, Alexandra Lüthi, Alfred Metzger und Simon Seelhofer auch fünf Bisherigen. Neu gehört Markus Keller dazu, der mit 1345 Stimmen ein beachtliches Ergebnis schaffte. Das absolute Mehr hingegen verpasste der bisherige Schulrat David Mächler. Er kann im zweiten Wahlgang noch einmal antreten.

Ob und mit welchen Kandidaten die vier Ortsparteien beim nötigen zweiten Wahlgang sowohl im Gemeinde- als auch im Schulrat antreten, entscheiden die Parteivorstände in den kommenden Tagen.