Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Gegner der geplanten flankierenden Massnahmen in Bütschwil: «Wir akzeptieren keinen Kuhhandel»

Im Lerchenfeld sprach das Komitee für echte flankierende Massnahmen (Keflam) Klartext. Das unabhängige Gutachten sieht es als Teilsieg.
Peter Jenni
Die vom Keflam bevorzugte Variante für einen Kreisel im Lerchenfeld. (Bild: PD)

Die vom Keflam bevorzugte Variante für einen Kreisel im Lerchenfeld. (Bild: PD)

Das Komitee für echte flankierende Massnahmen (Keflam) lud am Freitag zu einer ausserordentlichen öffentlichen Mitgliederversammlung in die Halle der Vettiger Transport AG ins Lerchenfeld, Lütisburg-Station, ein. Vorgängig hatten interessierte Personen Gelegenheit, die drei möglichen, von Präsident Fritz Rutz anhand von Vermessungsplänen vorgestellten Kreiselvarianten, kennen zu lernen.

Die vom Keflam bevorzugte Variante (Vorschlag A in der Grafik) war zudem im Gelände mit Bändern ausgesteckt. Das Interesse seitens des Publikums war gross, nahmen doch rund 100 Personen am Anlass teil.

Streitpunkt Ottilienstrasse und -kreisel

Die im Bau befindliche Umfahrungsstrasse Bütschwil soll im September 2020 dem Verkehr übergeben werden. Deshalb plant der Kanton flankierende Massnahmen, die das Dorfzentrum Bütschwils vom Verkehr entlasten sollen.

Streitpunkte sind vor allem der geplante Kreisel an der Einmündung der Ottilienstrasse in die Wilerstrasse sowie die Übernahme der Ottilienstrasse in Kantonseigentum, wie dies vom Kantonsrat vor etwa sieben Jahren beschlossen worden sei. Keflam-Präsident Fritz Rutz erläuterte die ganze Problematik der flankierenden Massnahmen im Detail.

Teilsieg für das Keflam durch Gutachten?

Nachdem das Keflam seine Vorschläge für Massnahmen rund um Bütschwil eingereicht hatte, kam ein Gutachten des Ingenieur- und Planungsbüros ewp AG, St.Gallen, zum Schluss, dass diese Varianten nicht geeignet seien. Einen Teilsieg für das Keflam gab es dennoch, indem das Gutachten Handlungsbedarf beim Anschluss Lerchenfeld feststellte.

Der Keflam-Vorstand: Fritz Rutz, Thomas Renz, Ivo Scherrer (hinten von links), Ruben Schuler und Christian Vogel (vorne von links). (Bild: Peter Jenni)

Der Keflam-Vorstand: Fritz Rutz, Thomas Renz, Ivo Scherrer (hinten von links), Ruben Schuler und Christian Vogel (vorne von links). (Bild: Peter Jenni)

Gemäss dem Gutachten werden durch den Ottilienkreisel pro Tag 300 Fahrzeuge ins Dorf verlagert. Nach den Schätzungen des Keflam dürften es weit mehr sein. Dazu kam eine interessante Frage aus dem ­Publikum: «Für was braucht es flankierende Massnahmen, wenn doch die Umfahrung das Dorf von zwei Dritteln des Verkehrs entlastet?»

Anhand eines Beispiels erklärte Fritz Rutz, dass eine Gemeinde ennet dem Ricken die vom Kanton verfügten flankierenden Massnahmen bis heute nicht umgesetzt hat. Fazit: Wo kein Kläger ist auch kein Richter.

Drei Hauptforderungen des Komitees

Drei Hauptforderungen hat das Keflam aufgestellt. So soll es keinen Ausbau der Ottilienstrasse zur Kantonsstrasse geben. Dagegen soll die Langenrainstrasse neu als Kantonsstrasse nach Mosnang ausgebaut werden. Schliesslich soll der Anschluss Lerchenfeld an der Stelle des Ottilienkreisels in die flankierenden Massnahmen einbezogen werden.

Keflam-Vorstandsmitglied Ruben Schuler erklärt dazu: «An der Ottilienstrasse, die weiterhin im Besitz der Gemeinde bleibt, gibt es keine Enteignungen – Bütschwil ist mündig genug, selber zu bestimmen.» Keflam akzeptiert das Fazit des EWP-Gutachtens nicht, zwischen den Massnahmen im Lerchenfeld und den flankierenden Massnahmen zur Umfahrungsstrasse bestehe kein direkter sachlicher Zusammenhang.

Zwei Fliegen auf einen Streich

Das Gegenteil sei der Fall. «Die Anschlussproblematik im Lerchenfeld und die flankierenden Massnahmen hängen zusammen und müssen auch gemeinsam gelöst werden – zwei Fliegen auf einen Streich», sagte Ruben Schuler und betonte, das Keflam müsse das Heft jetzt in die Hand nehmen, nachher sei es zu spät.

Sollten Kanton und Gemeinde nicht einlenken, wird sogar ein Referendum in Betracht gezogen. Schuler: «Auf einen Kuhhandel lassen wir uns keinesfalls ein.»

Arche Noah mit der «Titanic» verglichen

In der anschliessenden Diskussionsrunde sagte Kantonsrat Linus Thalmann (SVP, Kirchberg)zum Kreisel im Lerchenfeld in Anspielung auf den Abzweiger Toggenburg-Ricken: «Was in Wattwil möglich ist, muss auch in Bütschwil möglich sein.»

Die Vertreter des Gemeinderats am Anlass waren Gabriela Buscetto, Karl Brändle und Peter Moos (von links). (Bild: Peter Jenni)

Die Vertreter des Gemeinderats am Anlass waren Gabriela Buscetto, Karl Brändle und Peter Moos (von links). (Bild: Peter Jenni)

Interessante Ausführungen machte Keflam-Vorstandsmitglied Ivo Scherrer zu den beiden Ein- und Ausfahrten Engi und Dietfurt. Damit diese zum Beispiel auch von Langholztransporten befahren werden können, brauche es bereits Anpassungen, wie sie vom Keflam gefordert und belegt wurden, sagte er unter anderem.

Eine schöne Aussage kam aus dem Publikum: «Die Arche Noah wurde von normalen Menschen gebaut, die ‹Titanic› von Spezialisten.» Die Abstimmung der Keflam-Mitglieder über die Strategie des Vorstandes ergab 96 zu null Stimmen für den Vorstand, was diesen erheblich stärken dürfte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.