Gedanken zu Weihnachten
Wünsche müssen nicht materieller Natur sein

Weihnachten ist eine Zeit der Ruhe, eine Zeit, um innezuhalten. In diesem zu Ende gehenden Jahr vielleicht noch mehr als sonst. Was wünschen sich Leserinnen und Leser aus der Region zu den Feiertagen?

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Weihnachten ist die Zeit der Geschenke und Wünsche.

Weihnachten ist die Zeit der Geschenke und Wünsche.

Bild: Getty

Covid-Krise soll Covid-Chance sein

Anita Rüegg, Mosnang.

Anita Rüegg, Mosnang.

Bild: PD

Ich wünsche mir, dass die Menschen eines Tages nicht mehr von Covid-Krise, sondern von Covid-Chance sprechen.

Vieles hat sich verändert in diesem Jahr. Wer hätte gedacht, dass ein kräftiger Händedruck einer Gesichtsmaske weicht. Oder dass singen verboten und das distanzierte Treffen mit Freunden zur Seltenheit wird. Dass unbekümmertes, spontanes Zusammensein mit anderen Menschen plötzlich vorbei ist.

Vielleicht aber ist jetzt der Moment, innezuhalten und sein eigenes Handeln bewusst zu überdenken. Wen treffe ich und in welcher Form, wie begegne ich meinen Mitmenschen? Was fühlt mein Gegenüber hinter der Maske oder wie viel Nähe kann ich persönlich verantworten? Ich wünsche mir, dass die Menschen die Chance erkennen und einander wieder mit mehr Interesse, Toleranz und Respekt begegnen und sich daran erinnern, dass es zwischen Schwarz und Weiss noch unzählige Farbtöne gibt.


Wieder die Nähe zueinander finden

Roland Bosshart, Wil.

Roland Bosshart, Wil.

Bild: PD

Seit bald einem Jahr halten wir Abstand. Abstand zu anderen Menschen. Die zwischenmenschliche Nähe ist dem Distanzhalten gewichen.

Es sind nicht unbedingt die grossen Events, welche mir im Alltag fehlen, sondern die vielen Begegnungen im Kleinen. So wünsche ich uns allen, dass wir im kommenden Jahr wieder die Nähe finden zueinander und dass wir wieder Gemeinschaft leben, pflegen und erleben dürfen: in der Familie, im Freundeskreis, in der Kirche, in der Gemeinde und in den Vereinen.

Ich wünsche für die Politik, dass wir aufeinander zugehen und einander verstehen wollen. Es braucht nicht nur frischen Wind, sondern neuen Willen und gemeinsame Anstrengungen. Für unser Zusammenleben wünsche ich uns Solidarität und Wiedererstarken des beruflichen und wirtschaftlichen Umfelds, damit wir Schritt für Schritt und mit Geduld in ein unkomplizierteres Leben zurückfinden.


In den Spiegel blicken und sich zulächeln

Bea Wildhaber, Zuckenriet.

Bea Wildhaber, Zuckenriet.

Bild: Zita Meienhofer

Wenn, wie von Zauberhand geführt, gold’ner Sternenstaub vom weihnachtlichen Himmel schwebt und sich sanft übers Land legt, dann wünsche(t)e ich mir, dass Menschen weniger nach den Sternen greifen und sie dort lassen, wo sie seit Ewigkeiten mit Glanz und ihren Bildern Nacht für Nacht wundersam verzaubern.

Dass all diese «Sternengreifer», die meinen, die Welt, die Gestirne – der Goldstaub sowieso – gehöre allein ihnen, endlich ihren Grössenwahn, den grenzenlosen Egoismus, gepaart mit – nicht nur momentan – grassierender Selbstbeweihräucherung, ablegen und zu bescheidenen «Sternenguckern» werden.

Dann wünsche ich dem «Volk» einen Spiegel, um sich darin genauer zu betrachten und zu entdecken, dass man sehr gut über die eigene Nasenspitze hinausblicken könnte, um zu sehen, was ausserhalb der eigenen, engen Welt geschieht. Ein Spiegel auch, in dem man sich einfach wieder mal freundlich zulächelt.


Neue Weihnachten für Gross und Klein

Pamela Lepri Koch, Wildhaus-Alt St.Johann.

Pamela Lepri Koch, Wildhaus-Alt St.Johann.

Bild: PD

Neues kann verunsichern und Angst machen. Ich wünsche Ihnen Mut, um sich den Herausforderungen zu stellen, die eigenen Ängste wahrzunehmen und anzunehmen. Annehmen müssen, was Andere bestimmen, kann machtlos machen.

Ich wünsche Ihnen Elastizität in Kopf, Seele und Geist, um das Positive zu sehen und etwas anzunehmen und akzeptieren. Akzeptanz kann anstrengend sein und zufrieden machen. Ich wünsche Ihnen, einen liebevollen, wohlwollenden Umgang und Achtsamkeit mit sich selber, eine grosse Selbstakzeptanz und Zufriedenheit.

Im Namen des Betriebsteams der Trefferei wünsche ich allen Leserinnen und Lesern spannende, kreative und veränderte und neue Weihnachten. Mit Tänzen um den Weihnachtsbaum, Barfussrennen um das Haus, Abendessen im Schneidersitz, Rückwärtsspaziergängen mit der Familie und vielen anderen verrückten Ideen.


Mit kreativer Offenheit Neues ausprobieren

Daniela Zillig-Klaus, Flawil.

Daniela Zillig-Klaus, Flawil.

Bild: Tobias Söldi

Weniger Distanz und mehr Begegnung und Gemeinschaft, das wünsche ich mir dieses Jahr zu Weihnachten und fürs kommende Jahr. Wieder etwas mehr Unbeschwertheit im Alltag und im Umgang miteinander. Und endlich mal wieder in den Genuss zu kommen von einem guten Konzert, und zwar live, nicht vor einem Bildschirm, das täte gut.

Wenn unsere Pläne aufgehen, dann soll all dies im kommenden Sommer in Erfüllung gehen, wenn wir die zweite Auflage von «Sommer im Feld» rund um unsere Kirche durchführen. Darauf hoffe und freue ich mich. Bis dahin wünsche ich mir für uns alle, dass wir mit kreativer Offenheit Neues ausprobieren und versuchen, uns am Positiven zu orientieren.

Für die Kirchgemeinde wünsche ich mir, dass die eingeschlagenen Wege und auch die damit verbundenen baulichen Projekte eine gute Entwicklung nehmen und von der Gemeinde getragen sind.