Ganterschwil
Eine Turmskulptur aus 60 ausrangierten Brettern steht im Neckertal

Die Kunstaktion «Leftovers_11» des Kollektivs LAST wird noch bis Samstag bei der ehemaligen Kleiderfabrik Mayer AG in Ganterschwil in den Himmel ragen.

Sascha Erni
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Noch bis kommenden Samstag, 27. März, steht die Turmskulptur des Kunstkollektivs LAST am Ortseingang von Ganterschwil.

Noch bis kommenden Samstag, 27. März, steht die Turmskulptur des Kunstkollektivs LAST am Ortseingang von Ganterschwil.

Bild: Sascha Erni

Seit einigen Tagen begrüsst am Ortseingang von Ganterschwil eine elegant-geschwungene Skulptur Reisende und Pendler. Entstanden ist sie aus alten Balkonbrettern – «Leftovers» – englisch für Überbleibsel – also. Geschaffen haben das Werk Nico Lazúla und Ruedi Staub. Als Kunstkollektiv LAST sind sie in Zürich und im Toggenburg tätig. Ihre kuratorische Tätigkeit war bei der Gruppenausstellung «Wo die Milane kreisen» zu sehen.

Kunst auf die Wiese

Neben dem Atelier der zwei Kunstschaffenden befinden sich in der ehemaligen Kleiderfabrik Mayer AG auch drei Loft-Wohnungen. «Die Balkons waren 15 Jahre lang dem Wetter ausgesetzt und mussten vor zwei Wochen ersetzt werden», erklärt Nico Lazúla. «Es war also eine sehr spontane Geschichte», erzählt die Künstlerin.

Zuerst bauten die zwei ein Modell von «Leftovers_11» im Atelier, um spielerisch zu proben, was sie mit dem Altholz anstellen könnten. Dann bohrten sie Löcher in die 60 ausgedienten Balkonbretter und setzten eine Stange in die Wiese. Anschliessend fädelten sie die Bretter ein und fächerten sie auf. «Am 27. März gegen Abend bauen wir wieder ab», ergänzt Ruedi Staub.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Die spontane Kunstaktion ist laut Staub auch der gegenwärtigen Situation geschuldet. «Unsere laufenden Projekte haben sich verschoben. Also wollten wir etwas anderes machen, ohne Kunstraum oder Galerie.» Verschoben sei aber nicht aufgehoben, so es denn die Coronalage zuliesse.

Nico Lazúla und Ruedi Staub wollen im Sommer in der Kunsthalle Schaffhausen ausstellen und haben sich für die kommende Ausstellung der Kunsthalle[n] Toggenburg beworben. Auch ein Experiment in der Werkstatt für improvisierte Musik (WIM) Zürich ist in Vorbereitung.