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Ganterschwil: Eine Klinik zeigt Farbe

Eine Ausstellung in der Klinik Sonnenhof zeigt eine überraschende Vielfalt der geschaffenen Werke.
Sascha Erni
Installation im Aussenraum der Klinik Sonnenhof in Ganterschwil. (Bild: Sascha Erni)

Installation im Aussenraum der Klinik Sonnenhof in Ganterschwil. (Bild: Sascha Erni)

Erneut arbeitet das Kinder- und Jugendpsychiatrische Zentrum Klinik Sonnenhof kunsttherapeutisch mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen zusammen. Entstanden sind zahlreiche Exponate, die in ihrer Vielfalt überraschen.

Die Farbe Rot springt den Besuchern ins Auge Betritt man das Areal der Klinik Sonnenhof in Ganterschwil, springt einem sofort die Farbe Rot ins Auge. Hier hängt ein riesiger Traumfänger im Baum, dort schlängeln sich rote Textilraupen aus Fenstern.

Kollaboratives Kunstprojekt unter dem Motto «Erröten»

Säulen, Stämme, selbst einzelne Grashalme und Äste sind mit rotem Garn und Stoffen umwickelt. Denn am 4. Oktober fand im Sonnenhof die Abschlusspräsentation und Vernissage eines kollaborativen Kunstprojektes statt: Unter dem Motto «Erröten» kreierten zehn Studierende der deutschen Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen zusammen mit Patienten und Mitarbeitenden des Sonnenhofs textile Installationen.

Die vielen Werke im Aussenbereich sind öffentlich zugänglich, einige Exponate in den Innenräumen auf Anfrage zu besichtigen. Die Kunst bewegt etwas in den Köpfen

Mit einer kurzen Ansprache eröffnete Chefarzt Ulrich Müller-Knapp die Vernissage vom letzten Freitag. Es sei beeindruckend, wie viel in lediglich einer Woche vor Ort erschaffen worden sei und welche Wirkung die Ergebnisse auf alle in der Klinik haben. «Schön, es bewegt sich etwas in unseren Köpfen», sagte er.

Im Anschluss machten sich Besucherinnen sowie die jungen und älteren Kunstschaffenden auf, das Gelände zu erkunden und die Installationen aufzusuchen. Was nicht immer ganz leicht fiel.

Zahl der Exponate ist unklar

Wie viele Exponate es genau sind, kann im Gespräch auch der freischaffende Kunsttherapeut Thomas Staroszynski nicht beantworten. Zusammen mit seiner Gattin Sabine, ebenfalls Kunsttherapeutin und bei der Klinik Sonnenhof angestellt, begleitet er das Projekt.

Installation im Innern der Klinik. (Bild: Sascha Erni)

Installation im Innern der Klinik. (Bild: Sascha Erni)

Es gebe zwar sechs grosse textile Interventionen auf dem Gelände, sagte Thomas Staroszynski. Aber die Künstlerinnen und Künstler hätten sich überall in der Klinik an die Arbeit gemacht und Kleiderständer, Klingeln, Fensterrahmen und Treppengeländer behandelt.

«Das Rot war wie ein Virus im Haus».

Der Weg ist das Ziel

Die zehn Studierenden aus Deutschland, die die jungen Künstler begleitet haben, sind laut Thomas Staroszynski ausgebildete Kunsttherapeuten und haben mit diesem Projekt ihr Masterstudium begonnen. Bereits zum achten Mal arbeite die Klinik Sonnenhof auf diese Weise mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen zusammen.

Sabine und Thomas Staroszynski, Kunsttherapeuten. (Bild: Sascha Erni

Sabine und Thomas Staroszynski, Kunsttherapeuten. (Bild: Sascha Erni

Nächstes Jahr soll ein weiteres Projekt folgen. Ein Ziel dieser interdisziplinären, internationalen Kollaborationen sei es, neue Ansätze in der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu erproben, schreibt die Klinik in ihrer Vernissage-Einladung. Thomas Staroszynski ergänzt, dass damit den jungen Patientinnen und Patienten, aber auch den Mitarbeitern des Sonnenhofs ein Perspektivenwechsel ermöglicht werden soll – das gewohnte Umfeld und so seine eigene Rolle also anders wahrzunehmen.

«Die Werke selbst sind nicht so zentral, das wirklich Entscheidende ist bereits während der Arbeit an diesen passiert.»

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