Fussball
Die Ostschweiz darf sich freuen: Die Frauen des Team Toggenburg FF19 gewinnen am Sonntag in Rafz den Schweizer Cup

Nach der regulären Spielzeit hatte es 0:0 gestanden, dann zeigte sich der Toggenburger Nachwuchs kaltschnäuzig und gewann das Finale des Schweizer Cups gegen die AS Gambarogno nach Elfmeterschiessen.

Beat Lanzendorfer
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Mit dem Team Toggenburg FF19 stellt das Tal einen Schweizer Cupsieger. Der Jubel bei den Spielerinnen und beim Trainerteam ist riesig.

Mit dem Team Toggenburg FF19 stellt das Tal einen Schweizer Cupsieger. Der Jubel bei den Spielerinnen und beim Trainerteam ist riesig.

Bild: Beat Lanzendorfer

Das war so nicht erwartet worden. Das Team Toggenburg FF19 lässt sich am Sonntag im zürcherischen Rafz durch nichts vom Weg abbringen und gewinnt in überzeugender Art und Weise den Schweizer Cup. In Turnierform ausgetragen, qualifizierten sich dafür schweizweit acht Mannschaften.

Nach drei Siegen in den Gruppenspielen, benötigte es im Endspiel etwas Geduld, bis die Toggenburger Frauen den Pokal in Händen hielten. Nach der regulären Spielzeit hatte die Partie torlos geendet. Beim erforderlichen Penaltyschiessen zeigten sich die jungen Toggenburgerinnen kaltschnäuzig und entschieden das Nervenspiel für sich. Der Jubel bei der Mannschaft, die von Diana Brändle, Mara Walt und Claudia Gmür trainiert wird, war unbeschreiblich. Das Trainerteam zeigte sich ebenfalls überglücklich. Dazu Claudia Gmür:

«Wir sind einfach nur stolz auf unsere Mädchen. Wir wären nach diesem aufreibenden Finale auch mit dem zweiten Platz zufrieden gewesen, der Sieg ist natürlich noch schöner.

Der Morgen begann etwas verhalten

Im ersten Spiel gegen die US Collombey-Muraz Région traten die Toggenburgerinnen etwas verhalten auf. Es war in den Startminuten ein gegenseitiges Abtasten. Nach rund zehn Minuten legte der Toggenburger Nachwuchs aber sämtliche Hemmungen ab und begann ein Spiel aufzuziehen, dem die Gegnerinnen aus dem Welschland nicht gewachsen waren.

Das erfolgreiche Trainerteam, von links: Diana Brändle, Claudia Gmür und Mara Walt.

Das erfolgreiche Trainerteam, von links: Diana Brändle, Claudia Gmür und Mara Walt.

Bild: Beat Lanzendorfer

Drei Tore innert fünf Minuten durch Marina Oberholzer, Norin Walt und Leonie Braun liessen keine Zweifel aufkommen, wer die Auftaktpartie der Gruppe A siegreich gestalten wird. Als Topskorerin Marina Oberholzer kurz vor dem Abpfiff ihr zweites Tor markierte, war der Kessel mit dem 4:0 definitiv geflickt. Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Tag waren geschaffen.

Den Grundstein für das Endspiel gelegt

Das zweite Gruppenspiel zwischen dem Team Toggenburg und Männedorf wies schon vorentscheidenden Charakter auf, denn beide hatten ihre Auftaktpartie siegreich gestaltet. Weil Männedorf im Gegensatz zu Toggenburg aber 5:0 gewann und dadurch ein um ein Tor besseres Torverhältnis aufwies, lag es an den Toggenburgerinnen, den Takt vorzugeben.

Vier Tore in vier Spielen, Marina Oberholzer (rechts) war kaum vom Ball zu trennen und spielte ein starkes Turnier.

Vier Tore in vier Spielen, Marina Oberholzer (rechts) war kaum vom Ball zu trennen und spielte ein starkes Turnier.

Bild: Beat Lanzendorfer

Es war erneut Marina Oberholzer, welche die Differenz ausmachte. Nach knapp der Hälfte der Spielzeit trocknete sie zwei Gegenspielerinnen ab, lief allein aufs gegnerische Gehäuse zu und liess mit ihrem Schuss der Torfrau keine Abwehrchance. Im zweiten Abschnitt der dreissigminütigen Spielzeit versuchte Männedorf verzweifelt, wenigstens einen Punkt zu retten. Die gut organisierte Toggenburger Abwehr liess sich aber nicht düpieren. Durch den zweiten Vollerfolg hatten die Ostschweizerinnen die Finalteilnahme auf sicher.

Spielerinnen aus drei Vereinen

Im Bewusstsein, im Endspiel zu stehen, hielt sich das Team Toggenburg, das aus Spielerinnen des FC Ebnat-Kappel, des FC Bütschwil und des FC Kirchberg zusammengesetzt ist, zu Beginn des dritten Gruppenspiels vornehm zurück. Einmal mehr war es Marina Oberholzer, die sich energisch von ihrer Gegenspielerin löste und den Bann mit dem 1:0 brach.

Drei Minuten später gelang Leonie Braun mit ihrem zweiten persönlichen Erfolgserlebnis des Tages das 2:0. Mit neun Punkten aus drei Spielen und ohne ein Gegentor zu kassieren hatten die Toggenburgerinnen eine sackstarke Vorstellung abgeliefert. Dazu beigetragen hatte auch Torhüterin Michaela Clerc, sie spielte fehlerfrei. Was fehlte war die Krönung in Form des Cupsieges. Drei Stunden später war sie Tatsache.