Fussball: Der FC Bazenheid und der Wiler Nachwuchs ermitteln am Mittwoch den Sieger des 21. Bazenheider Cups

Der FC Bazenheid strebt beim eigenen Vorsaisonturnier den insgesamt elften Titel an. Für die Wiler wäre ein Sieg der dritte Triumph in Folge und der vierte in der 21-jährigen Turniergeschichte.

Beat Lanzendorfer/Tim Frei
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Adonit Fetaj (rechts) düpiert Gegenspieler Michel Lanker und schliesst zur frühen Wiler Führung ab.

Adonit Fetaj (rechts) düpiert Gegenspieler Michel Lanker und schliesst zur frühen Wiler Führung ab.

Bild: Beat Lanzendorfer

Der rote Teppich ist ausgelegt. Dejan Baumann, der neue Sportchef des FC Bazenheid und zuvor rund 20 Jahre Spieler, bekommt am Mittwochabend beim Bazenheider Cup ein würdiges Abschiedsspiel. Die Einheimischen bestreiten nach zwei Erfolgen in den Gruppenspielen das Finale gegen den Wiler Nachwuchs.

Gestartet wird das Programm auf dem Ifang mit der Begegnung um 18.30 Uhr zwischen Wängi und Uzwil, welche die Plätze drei und vier unter sich ausmachen. Wattwil Bunt - Bronschhofen lautet das Spiel um die Positionen fünf und sechs.

Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen

Dejan Baumann hat wie seine Kollegen seit über acht Monaten keinen Ernstkampf in den Beinen und erhoffte sich nach seiner langen Karriere als Fussballer logischerweise einen anderen Abschied. Nun geht immerhin sein letzter Wunsch in Erfüllung:

«Es wäre super, wenn die Jungs das Finale erreichen würden, das ergäbe für mich einen schönen Abschluss.»

Deshalb nahm er sich vor dem Anpfiff Zeit, ging in die Kabine, um «seine» Jungs zu motivieren. Es hat gewirkt: Dank Toren von Cabernard und Grauso legten die Einheimischen beim 2:0 gegen Wängi den Grundstein fürs Endspiel. Noch aber fehlte die zweite Begegnung gegen Bronschhofen. Trotz harter Gegenwehr gelang Kacoli kurz vor dem Abpfiff dank einem fulminanten Weitschuss das erlösende 1:0.

Bazenheider sind zu wenig kaltschnäuzig

Zufrieden zeigte sich danach Bazenheid-Trainer Raffael Spescha: «Ich habe viele gute Ansätze gesehen, leider sind wir in der letzten Zone zu wenig kaltschnäuzig, weshalb wir einfach zu viele Chancen zu leichtfertig vergeben. Ich freue mich aber, dass wir im Finale stehen und Dejan Baumann dadurch einen würdigen Abschluss seiner tollen Karriere ermöglichen.» Der langjährige Captain wird im Finale noch einmal mit der ersten Mannschaft auf dem Platz stehen.

Weil Wängi zuvor Bronschhofen dank Toren von Böhi und Lanker mit 2:1 besiegte, dürfen die Thurgauer um Trainer Andreas Alder das Spiel um Platz 3 bestreiten. Bronschhofen seinerseits hat keineswegs enttäuscht und verlor seine zwei Spiele jeweils nur mit einem Tor Unterschied.

Wil könnte das «Triple» schaffen

Wie bereits in den Jahren 2018 und 2019 steht der Wiler Nachwuchs erneut im Endspiel. Gewinnt die Mannschaft um Trainer Fabinho, wäre es der dritte Titel in Folge und nach 2012 der vierte insgesamt in der 21-jährigen Geschichte des Bazenheider Cups. «Ich bin zufrieden mit dem Auftritt meiner Jungs, sie haben bei diesem miesen Wetter meine Erwartungen erfüllt.»

An ihm liegt es wie jedes Jahr eine neue Mannschaft aufzubauen. «Der Grossteil meiner Spieler hat die Jahrgänge 2002, 2003 und 2004.» Der von ihm angesprochene Dauerregen drückte sich auch auf den Zuschaueraufmarsch aus. Wer nicht unbedingt musste, begab sich kaum nach draussen. Für die Finalspiele ist aber viel besseres Wetter angesagt.

Uzwil muss sich weiter gedulden

Uzwil muss sich weiter auf den fünften Titel gedulden – der letzte datiert aus dem Jahr 2014. Für die Uzwiler geht es wie 2019 nur um Platz drei. Im Auftaktduell der Gruppe B lagen sie gegen Wil bereits nach vier Minuten in Rückstand. Fetaj war der Abwehr entwischt und schloss wuchtig zum 1:0 ab. Uzwil konnte zwar reagieren und zum 1:1 ausgleichen, Doriano schoss die jungen Wiler aber erneut in Front. Dabei blieb es.

Aus Uzwiler Sicht war die Niederlage ärgerlich. Die Untertoggenburger zeigten insbesondere in der Offensive einen gefälligen Auftritt, agierten im Abschluss aber zu ineffizient. Sportchef Armando Müller, auf diese Saison hin auch Trainer der Uzwiler, teilt die Einschätzung:

«Wir hätten das Spiel nie verlieren dürfen, erspielten wir uns doch ein Chancenplus.»

Bestes Beispiel dafür war der frühe Rückstand nach vier Minuten: Raul Stillhart vergab alleine vor dem Wiler Torhüter kläglich, was die zweite Mannschaft des FC Wil keine 30 Sekunden später gnadenlos bestrafte. Dass sich Uzwil viele Chancen gegen den Konkurrenten der 2. Liga interregional erspielt hatte, wertete Müller als positives Zeichen.

Uzwils Sbocchi deutet Potenzial an

Bei ihrem zweiten Spiel gegen das unterklassige Wattwil Bunt machte es Uzwil besser. Captain Ifraim Alija traf nach gut zehn Minuten per Kopf nach einem Eckball zum 1:0. Wenige Minute später erhöhte Neuzugang Mattia Sbocchi mit einem sehenswerten Freistoss ins rechte Lattenkreuz auf 2:0.

Der Mittelfeldspieler, zuletzt in Diensten des FC Herisau, deutete auch sonst an, dass von ihm einiges zu erwarten ist. Am Ursprung des 1:2-Anschlusstreffer kurz vor Schluss lag laut Uzwil-Trainer Müller ein Fehlentscheid des Schiedsrichters: «Es hätte Einwurf für uns statt für den Gegner geben müssen.» Wattwil Bunt schlug daraus Profit, indem es den Einwurf schnell ausführte und so die Uzwiler überraschte.

Wattwil Bunt kann mit den Grossen mithalten

Im zweiten Spiel verdienten sich die Wiler die Finalqualifikation durch einen 3:2-Erfolg gegen Wattwil Bunt. Die Unterklassigen zeigten allerdings wenig Respekt und liessen sich auch vom zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Durch Tore von Seferi und Britt konnte der Aussenseiter sogar den Ausgleich bewerkstelligen.

Kurz vor dem Abpfiff lag gar das 3:2 in der Luft. Praktisch mit dem Gegenstoss gelang Wil aber der Siegtreffer. Trotz zweier Niederlagen war Wattwil-Bunt-Trainer Jan Rüeger keineswegs enttäuscht: «Wir haben in beiden Spielen die Oberklassigen gefordert und konnten gut mithalten. Das stimmt mich für die Zukunft zuversichtlich.»

Trotz schlechter äusserer Bedingungen war den Beteiligten die Lust auf Fussball nach den vielen Monaten des erzwungenen Nichtstuns deutlich anzumerken. Dies verspricht für den Finalabend spannende Spiele.

Resultate 21. Bazenheider Cup

Gruppe A: Wängi – Bronschhofen 2:1. Bazenheid – Wängi 2:0. Bazenheid – Bronschhofen 1:0.

Gruppe B: Uzwil – Wil U20 1:2. Uzwil – Wattwil Bunt 2:1. Wattwil Bunt – Wil U20 2:3.

Programm vom Mittwoch, 5. August: Wängi – Uzwil, 18.30 Uhr, Spiel um 3. und 4. Platz. Wattwil Bunt – Bronschhofen, 19.30 Uhr, Spiel um 5. und 6. Platz. Bazenheid – Wil U20, 20.30 Uhr, Finale.

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