Fussball
Das war die Meisterschaft 2020/2021, so sieht die Bilanz der Toggenburger Fussballclubs aus, das sind die treffsichersten Spielerinnen und Spieler

Die sechs Fussballclubs des Thurtals blicken auf schwierige Monate zurück. Immerhin konnten drei der vier Gefährdeten in der Schlussrunde den Abstieg vermeiden – Ebnat-Kappel hat es allerdings nicht geschafft. Bütschwil hingegen kehrt nach zweijähriger Abstinenz in die 3. Liga zurück.

Beat Lanzendorfer
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Jubel beim FC Wattwil Bunt, der Verein hat in der letzten Runde den Ligaerhalt realisiert.

Jubel beim FC Wattwil Bunt, der Verein hat in der letzten Runde den Ligaerhalt realisiert.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die vorletzte Spielzeit wurde abgebrochen, die soeben beendete nur zur Hälfte gespielt. Ab sofort würden sich die Fussballerinnen und Fussballer wünschen, dass auch im Sport wieder so etwas wie Normalität zurückkehrt. Vorerst gilt es noch einmal auf die abgelaufene Saison zurückzublicken.

Der FC Bazenheid muss die Abwärtsspirale stoppen

«Das Jahr war keineswegs befriedigend», sagt Sportchef Dejan Baumann. Es sei die Art und Weise gewesen, wie sich die Mannschaft präsentiert habe. Nun gelte es die Abwärtsspirale zu stoppen, in der sich der Verein nicht erst seit der letzten Saison befinde. Mit dem viertletzten Platz hat das Team den Klassenerhalt in der 2. Liga interregional knapp geschafft. Wie es weitergehe, kann Baumann noch nicht sagen. «Wir werden diese und kommende Woche die Zukunft regeln.» Als sicher gilt, dass zwei bis drei Eckpfeiler gesucht werden, welche die Mannschaft führen können.

Der FC Wattwil Bunt kann sich retten

Wer den 2.-Liga-Abstiegskrimi am letzten Samstag zwischen Wängi und Wattwil Bunt gesehen hat, fragte sich, weshalb die Toggenburger noch am letzten Spieltag in Abstiegsnöten stecken. Die Mannschaft offenbarte zwar Schwächen im Abschluss, sie wirkte spielerisch aber gereift und verdiente sich den Ligaerhalt mit einem starken Auftritt und einem zu knappen 2:1-Sieg. Weil dem Club das Trainerduo Porchet/Rüeger erhalten bleibt, soll es in der kommenden Meisterschaft einen weiteren Schritt vorwärtsgehen.

Der FC Neckertal-Degersheim blickt nur noch voraus

Die beiden letzten Niederlagen hatten keinen Einfluss auf die Meisterschaft, diese beendet die Mannschaft in der 3. Liga auf Platz 9. Die Platzierung kann zwar nicht mit jenen mithalten, als noch eine komplette Saison gespielt werden konnte, wirkliches Kopfzerbrechen stellt sich aber keines ein. Ab sofort ist bei den Neckertalern die Vergangenheit passé, nun geht es an die Planung der Zukunft. Diese wird mit Trainer Markus Danuser angegangen, der schon im Frühjahr für ein weiteres Jahr zugesagt hat.

Neubeginn beim FC Ebnat-Kappel in der 4. Liga

Bei den Obertoggenburgern endet eine Ära. Trainer Jürg Stadelmann hat seinen Abschied schon vor längerem angekündigt – er betreute die Mannschaft während sieben Jahren. Selbstverständlich hätte er sich zum Ende seiner Amtszeit den Ligaerhalt gewünscht. «Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn wir den Neubeginn eine Liga tiefer in Angriff nehmen», sagt Sportchef Alex Blatter. Die junge Mannschaft brauche wohl ein paar Jahre, um ihr volles Leistungspotenzial zu entwickeln. In der 4. Liga werde ihr die dafür nötige Zeit eingeräumt. Wer in Zukunft an der Linie steht, konnte Blatter noch nicht sagen: «Mein Wunsch wäre es, dass wir diese oder nächste Woche den Namen bekanntgeben können.»

Der FC Bütschwil ist zurück in der 3. Liga

Der Toggenburger Fussball hatte in den vergangenen zwölf Monaten wenig zu feiern. Eine Ausnahme bilden die Bütschwiler, die sowohl in der Meisterschaft als auch im Cup für Furore sorgten. Ihr Aufstieg stand schon in der Winterpause fest, weil die vierte Liga die Hälfte der Partien absolviert hatte und der Verband entschied, die Meisterschaft zu werten. Nun ist der Verein zurück in der 3. Liga, in der er während vielen Jahren ein Spitzenteam stellte. Nimmt man die Leistungen in der Meisterschaft, aber vor allem jene im Cup als Vergleich, dann steht den Bütschwilern eine gute Zukunft bevor. Besonders auch deshalb, weil Erfolgstrainer Ruedi Eisenhut den Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat.

Der FC Kirchberg nimmt einen neuen Anlauf

Vor einem Jahr, als die Saison abgebrochen wurde, lag Kirchberg in der 4. Liga auf Platz 1. Nach den jetzt geltenden Regeln wären die Alttoggenburger damals in die 3. Liga aufgestiegen. «Haken wir das Ganze ab und schauen vorwärts», sagt Trainer Domenico Esposito. Für ihn und seine Mannschaft startet am 1. Juli eine neue Zeitrechnung. «Wir beginnen am Donnerstag mit der Vorbereitung zur neuen Saison.» Und weil die Mannschaft in den letzten sechs Monaten eher wenig machte, gibt es bis zum Meisterschaftsstart in der zweiten Augusthälfte keine Pausen mehr. Mit einem praktisch unveränderten Kader möchte Kirchberg in der 4. Liga an der Spitze mitmischen. Der erste Test steht dafür schon am 10. Juli in Abtwil auf dem Programm.

FC Bütschwil Frauen – Platz 6 soll ein Ausrutscher bleiben

Vier Siege, drei Unentschieden, drei Niederlagen. Wirklich überzeugen kann die Bilanz der Bütschwiler Frauen in der 2. Liga nicht. Der sechste Platz ist auch nicht unbedingt das, was sich Spielerinnen und Trainer vor dem Start erhofft hatten. Nun soll an die alten Zeiten angeknüpft werden, in denen die Mannschaft stets an der Spitze mitmischte. Allerdings ohne Hans-Peter Schlittler, der es in Zukunft etwas ruhiger angehen möchte, was im Umfeld der Spielerinnen und des Vereins bedauert wird. Wer seine Nachfolge antritt, steht zurzeit noch in den Sternen.

Die Ebnat-Kappler Frauen schaffen ein kleines Wunder

Vor der Schlussrunde hatten die Ebnater Frauen bei acht Niederlagen einen Sieg auf ihrem Konto. Und wie schon in den Vorjahren reichte es dank dem diskussionslosen 3:0 gegen Rapperswil-Jona 2 erneut zur Rettung in der 2. Liga. So knapp wie in diesem Jahr war es aber selten. Wie es weiter geht, ist noch nicht sicher. Vitor Domgjoni, der die Mannschaft während dreier Spiele betreute, hat sich ein paar Tage Bedenkfrist ausbedungen.

Wechsel an der Spitze der Toggenburger Torschützenliste

Am letzten Wochenende hat Selin Roth aus Ebnat-Kappel mit ihren drei Toren gegen Rapperswil-Jona 2 Zico Gajic, FC Bütschwil, noch von der Spitze der Torschützenliste verdrängt. (bl)

Selin Roth war wie schon so oft in den Vorjahren die treffsicherste Spielerin im Toggenburg.

Selin Roth war wie schon so oft in den Vorjahren die treffsicherste Spielerin im Toggenburg.

Bild: Beat Lanzendorfer