Fussball
Cupeuphorie und Abstiegsangst: So sieht die unmittelbare Zukunft der regionalen Fussballer aus

Mit vier Ernstkämpfen erwacht der Toggenburger Fussball am Wochenende aus seinem siebenmonatigen Dornröschenschlaf. Bazenheid und Ebnat-Kappel kämpfen dabei ums sportliche Überleben. Die beiden Bütschwiler Teams möchten hingegen im Cup weiter glänzen.

Beat Lanzendorfer
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Die Bütschwiler Spieler (in den roten Trikots) sind gut in Form und möchten mit Bischofszell den vierten Drittligisten aus dem laufenden Cupwettbewerb eliminieren.

Die Bütschwiler Spieler (in den roten Trikots) sind gut in Form und möchten mit Bischofszell den vierten Drittligisten aus dem laufenden Cupwettbewerb eliminieren.

Bild: Beat Lanzendorfer

Lange mussten sich Aktive und Anhänger auf diesen Moment gedulden. Nach einer kurzen, aber intensiven Vorbereitungsphase, in der wieder unter Wettkampfpraxis trainiert werden konnte, erfolgt in den nächsten Tagen der Restart der Saison 2020/2021. In den vier anstehenden Ernstkämpfen geht es zweimal um Punkte, zweimal um das Vordringen in die nächste Cuprunde.

Kapitales Spiel für Bazenheid

Noch mehr Brisanz geht nicht: Bazenheid (2. Liga Inter, Gruppe 6) gastiert am Sonntagnachmittag bei Rüti, das nach zehn Spielen acht Punkte auf dem Konto hat. Die Toggenburger haben ebenfalls acht Zähler, aber eine Partie weniger in den Beinen. Hinter diesen beiden Mannschaften liegen in der Tabelle nur noch Weesen (sieben Punkte) und United Zürich (drei Punkte).

Zur Erinnerung: Am Ende der Saison steigen aus den sechs Gruppen jeweils die zwei Gruppenletzten sowie drei der sechs Drittletzten ab. Bazenheid hat es in den verbleibenden drei Spielen in den eigenen Füssen, die Liga aus eigener Kraft zu halten. Das ist sich Trainer Raffael Spescha im Klaren. Trotz Druck freut er sich auf den Restart: «Es ist ein positiver Druck, wir sind uns bewusst, dass wir mit diesem Spiel einen grossen Schritt Richtung Ligaerhalt machen können. Nun gilt es, den Druck während neunzig Minuten in Energie umzuwandeln.»

Raffael Spescha, Trainer FC Bazenheid.

Raffael Spescha, Trainer FC Bazenheid.

Bild: Beat Lanzendorfer

Zufrieden zeigt er sich, dass die drei Langzeitverletzten Roberto Manzo, Claudio Grauso und Matthias Rüegg wieder einsatzbereit sind. So gesehen hätte ihnen das Spiel- und Trainingsverbot in die Karten gespielt. Gelbgesperrt ist Captain Kevin Lopes, ansonsten steht dem Trainer für den kapitalen Fight der gesamte Kader zur Verfügung. Obwohl nach den Trainingsspielen gegen Frauenfeld (2:0) und Wil 2 (2:4) Fragezeichen bleiben, zeigt sich Spescha optimistisch: «Wenn ich jene Besetzung aufs Feld schicken kann, die mir vorschwebt, dann kommt es gut.»

Ungewisse Reise für Ebnat-Kappel

Die Obertoggenburger bestritten lediglich ein Vorbereitungsspiel. Die 2:6-Niederlage am Dienstagabend gegen Bütschwil gibt kaum Anlass zur Hoffnung, dass es eine Zukunft in der 3. Liga geben wird. Ganz so schwarz sieht es Trainer Jürg Stadelmann aber nicht: «Am Samstagabend kann ich in Netstal wieder auf einige Spieler zurückgreifen, die mir unter der Woche aus diversen Gründen nicht zur Verfügung standen.»

Jürg Stadelmann, Trainer FC Ebnat-Kappel.

Jürg Stadelmann, Trainer FC Ebnat-Kappel.

Bild: Beat Lanzendorfer

Für Ebnat-Kappel steht bereits im ersten der drei noch zu absolvierenden Partien einiges auf dem Spiel. Zwei aus dem Trio Netstal (zwei Punkte), Münchwilen (drei Punkte) und Ebnat-Kappel (drei Punkte) müssen absteigen. Da wäre es für die Stadelmann-Elf von Vorteil, könnte man mit Netstal einen direkten Konkurrenten zurückbinden.

Bütschwil hat den nächsten Streich geplant

«Wir sind bei etwa achtzig Prozent», sagte Ruedi Eisenhut, Trainer der Bütschwiler, am Dienstag nach dem 6:2-Sieg gegen Ebnat-Kappel. Da darf man sich auf jenen Moment freuen, wenn die Mannschaft ihr volles Leistungspotenzial abrufen kann. Sollte dies am Samstag im Viertelfinal des Ostschweizer Cups gegen Bischofszell der Fall sein, dann wird es auch für den Drittligaleader auf der Breite kein Selbstläufer.

Ruedi Eisenhut, Trainer FC Bütschwil.

Ruedi Eisenhut, Trainer FC Bütschwil.

Bild: Beat Lanzendorfer

Dazu nochmals Ruedi Eisenhut: «Wenn wir uns am Samstag nicht den Sieg zum Ziel setzen würden, bräuchten wir ja gar nicht anzutreten.» Weil die Toggenburger im Verlaufe des aktuellen Cupwettbewerbs mit Netstal, Rebstein und Landquart schon drei Drittligisten eliminierten, ist ihnen ein Vorstoss ins Cuphalbfinal durchaus zuzutrauen.

Die Bütschwiler Frauen möchten den vierten Cuptitel

Cupspiele setzen bei den Bütschwiler Frauen jeweils zusätzliche Kräfte frei. Dreimal erreichte die Mannschaft in den letzten sechs Jahren das Endspiel im Ostschweizer Cup, dreimal ging der Sieg ins Toggenburg. Auf dem Weg zu einem allfällig vierten Triumph wartet auf die Frauen am Sonntag mit Uzwil ein unangenehmer Gegner.

Seit 2020 in der 2. Liga kann das Team gut mithalten und belegt in der Meisterschaft den achten Platz. Weil es für beide der erste Ernstkampf seit langer Zeit ist, wäre eine Prognose gewagt. Im Übrigen bleibt es im Juni nicht bei diesem einen Vergleich. Am 20. Juni steht das Duell Uzwil – Bütschwil erneut auf dem Programm, dann aber in der Meisterschaft.

Die Spiele vom Wochenende

Freitag, Testspiel: 20.00 Speicher (3. Liga) – Neckertal-Degersheim (3.).

Samstag, Meisterschaft, 2. Liga Inter (Gruppe 6): 16.30 Calcio Kreuzlingen – Weesen. 17.00 Seuzach – United Zürich. Meisterschaft, 3. Liga (Gruppe 4): 16.00 Herisau – Gossau 2. 18.30 Netstal – Ebnat-Kappel.

Schweizer Cup, Vorrunde (Viertelfinal): 17.00 Bütschwil (4.) – Bischofszell (3.).

Sonntag, Meisterschaft, 2. Liga Inter (Gruppe 6): 14.00 Widnau – Uzwil. 15.00 Rüti – Bazenheid. Bassersdorf – Kreuzlingen. 16.00 Wil 2 – Amriswil.

Schweizer Cup, Vorrunde (Halbfinal): 13.00 Uzwil Frauen (2.) – Bütschwil Frauen (2.).

Testspiel: 12.30 Wattwil Bunt (2.) – Arbon (2.).