Für Toggenburger Campingplätze schien diesen Sommer die Sonne

Der Sommer ist vorbei und die Campingplätze und Bed and Breakfasts ziehen ein gutes Fazit. Im Schnitt bleiben die Gäste für eine bis zwei Nächte im Toggenburg und kommen aus der Schweiz und aus Deutschland.

Corinne Bischof
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Die Campingplätze ziehen ein positives Fazit aus dem Hitzesommer, wie auch der Campingplatz in Alt St. Johann. (Bild: Corinne Bischof)

Die Campingplätze ziehen ein positives Fazit aus dem Hitzesommer, wie auch der Campingplatz in Alt St. Johann. (Bild: Corinne Bischof)

Das Toggenburg kann auf einen erfolgreichen Tourismus-Sommer zurückblicken. Einerseits ist dies sicherlich dem schönen Wetter zu verdanken, andererseits lag der Eurokurs am Anfang des Jahres nicht schlecht für Ferien in der Schweiz. Die Campingplätze und Bed and Breakfasts aus der Region ziehen durch und durch eine positive Bilanz zum Hitzesommer.

BnBs merken weniger vom waren Sommer

Bed and Breakfasts - kurz BnB - sind meist private Unterkünfte, die inklusive eines Frühstücks gebucht werden können. Die Familie Widmer vom Blomberg in Ebnat-Kappel bietet seit vier Jahren eine Unterkunft in ihrem BnB an. In ihrem renovierten, heimeligen Bauernhaus verweilen die Gäste jeweils eine bis zwei Nächte. «Diesen Sommer hatten wir zwar mehr Buchungen, aber nicht aussergewöhnlich viele», meint Emmy Widmer.

Ihre Gäste seien hauptsächlich Wanderer und Velofahrer. «Internationale Gäste aus Europa haben wir zwar auch, aber deutlich weniger als Schweizer», sagt Emmy Widmer. Ihre Gäste buchen mehrheitlich im Voraus, aber immer wieder kommt es vor, dass Wanderer spontan auch noch eine Unterkunft im Blomberg suchen.

Viele Reservationen über booking.com

Unter dem Namen BnB bieten aber auch Hotels oder beispielsweise das Reka-Feriendorf in Wildhaus Übernachtungsmöglichkeiten an. Seit Peter Siegenthaler und seine Frau Anke das Reka-Feriendorf in Wildhaus führen, vermieten sie auch Wohnungen für eine Nacht ab 70 Franken. Dabei sind die Reinigungskosten nicht einbegriffen. «Wenn jemand eine Wohnung für eine Nacht mieten möchte, kann er das selbstverständlich», sagt Peter Siegenthaler.

Bei ihm kommen viele Reservationen über die Internetseite booking.com herein. Sie haben eine Vorbuchungszeit von zwei Tagen. «Es ist noch nie vorgekommen, dass jemand an der Rezeption gestanden ist und wir die Buchung übersehen haben», erzählt Siegenthaler. Am Wochenende bietet das Feriendorf ein Frühstücksbuffet an, «für Gruppen auf Anfrage auch während der Woche», so Peter Siegenthaler. Auch die Ein-Nacht-Gäste können das ganze Angebot des Reka-Feriendorfes nutzen, inklusive Hallenbad. Neu beherbergen sie auch Gäste mit Hunden. «Wenn man sich für Ein-Tages-Gäste entscheidet, muss man auch 24 Stunden erreichbar sein. Dieser Job ist eine Berufung», sagt Siegenthaler.

Campingplätze verzeichnen deutlich mehr Besucher

Besonders die Campingplätze konnten vom schönen Wetter im Toggenburg profitieren. «Das Wetter beeinflusst die Buchungen immer», meint Rita Wenk vom Camping Schafbergblick. Sie kann auf einen erfolgreichen Sommer zurückblicken. Der Camping- und Stellplatz in Wildhaus existiert mittlerweile 60 Jahre. Alois und Rita Wenk sind seit rund 30 Jahren die Inhaber. «Wir haben jeweils gleich viele Reservationen wie spontane Buchungen», erzählt Rita Wenk. Vor allem Paare und Familien aus der Schweiz und aus Deutschland sind die Gäste ihres Campingplatzes. Auf den Campingplatz aufmerksam werden die meisten über das Internet. «Oder über Mund-zu-Mund Propaganda», verrät Rita Wenk.

Den Campingplatzinhabern kommt häufig zugute, dass in der Schweiz zu wenige Stellplätze vorhanden sind. Dass die Nachfrage meist grösser ist als das Angebot, wissen Monika und Rainer Hürlimann aus eigener Erfahrung. Die Betreiber des Hotels und Wohnwagenstellplatzes Post in Unterwasser sind oft selbst mit dem Wohnmobil unterwegs. «In der Schweiz hat es sehr wenige Stellplätze und meistens heisst es, Wohnmobile seien verboten», erzählen die beiden. «Darum haben wir die Eigeninitiative ergriffen und selber welche geschaffen.

Gäste bleiben meist eine bis zwei Nächte

Wieso das Wetter die spontanen Ankünfte und Übernachtungen in Unterwasser positiv beeinflussen, ist schnell erklärt. «Wohnmobilfahrer haben die Chance, dem schönen Wetter entgegenzufahren und bei schlechtem Wetter augenblicklich wieder ein sonniges Plätzchen zu suchen», erklären die Hürlimanns. Die Verbleibdauer bei ihnen ist meist ein bis zwei Tage, die Fahrer kommen aus der Schweiz und aus ganz Europa. Zu 97 Prozent kommen die Wohnmobilfahrer im Hotel Post unangemeldet. Für Rainer und Monika Hürlimann ist das jeweils eine schöne Gelegenheit, um sich über die verschiedenen Wohnmobiltouren auszutauschen «und unseren Gästen die Schönheit des Toggenburgs aufzuzeigen.»

Auch der Camping- und Stellplatz Thurcamping in Alt St. Johann und das Camping Bächli im Neckertal konnten ganz klar vom warmen Sommer profitieren. «Wir sind ganz klar Profiteure des ausserordentlich schönen Sommers und verzeichnen vor allem im Mai und Juni mehr Gäste», erzählt Platzwart Franz Niederberger vom Thurcamping. Auch hier bleiben die Gäste im Durchschnitt eine bis zwei Nächte. Der Campingplatz, der direkt auf der Route der Grand Tour of Switzerland liegt, hat auch diesen Sommer viele Leute angelockt.

Mehrheit der Gäste ist älter als 50 Jahre

Spontane Reservierungen sind beim Thurcamping Standard. «Wohnmobilbesitzer sind meist Leute, die mehr als fünf Wochen Ferien im Jahr machen können», erzählt Franz Niederberger. Die grosse Mehrheit ihrer Gäste sind also Paare, die älter als 50 Jahre sind. «In den klassischen Ferienzeiten und an den Wochenenden sind aber auch Familien mit Kindern auf dem Platz», erzählt Franz Niederberger.

Nicht anders sieht es beim Campingplatz Bächli im Neckertal aus. Dort gibt es Wohnmobil- und Zeltstellplätze, aber auch einen Wohnwagen, der gemietet werden kann. «Wir haben aussergewöhnlich viele Buchungen in diesem Sommer erhalten», erzählt der Leiter des Campingplatzes, Philip Thoma. Dies komme einerseits vom schönen Wetter, aber auch vom guten Eurokurs am Anfang des Jahres. «Das hat bestimmt auch seine Einwirkungen gehabt», meint Philip Thoma. Auch hier kommen die Gäste aus der Schweiz, Deutschland und auch aus den Niederlanden. «Wir haben alles. Von Familien über Paare, Rentner bis hin zu Einzelpersonen», sagt Philip Thoma. «Unsere Gäste sind wanderfreudige Menschen oder solche, die im Toggenburg nach Ruhe suchen.»