Interview

Christian Gressbach: «Für Ausländer ist die Schweiz nicht mehr so teuer»

Aufatmen im Toggenburg: Im vergangenen Jahr wurden wieder mehr Logiernächte in den Hotels, Pensionen und Gasthöfen verzeichnet als 2017. Christian Gressbach, Geschäftsleiter von Toggenburg Tourismus, nennt möglich Gründe.

Sabine Camedda
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Christian Gressbach, Geschäftsleiter Toggenburg Tourismus (Bild: Sabine Camedda)

Christian Gressbach, Geschäftsleiter Toggenburg Tourismus (Bild: Sabine Camedda)

Die Anzahl Hotellogiernächte im Toggenburg ist im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Freut Sie das?

Christian Gressbach: Ja, es ist ein positives Zeichen für unsere Region und für die Arbeit aller touristischen Leistungserbringer. Man darf aber nicht vergessen, dass diese Statistik nur eines von vielen Indizien für einen erfolgreichen Tourismus ist. Denn steigende Logiernächte sind nicht per se mit grösserer Wertschöpfung gleichzusetzen. Wir ruhen uns auf diesen Lorbeeren aber nicht aus, sondern schaffen eine Produktepalette, damit Gäste zu uns ins Toggenburg kommen, einige Tage lang bleiben und Geld ausgeben.

Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?

Ich führe die Steigerung der Übernachtungszahlen hauptsächlich auf drei Faktoren zurück. Das Wetter über den ganzen Sommer und im Herbst war traumhaft, das hat uns sicher geholfen. Dann zeigt die Statistik, dass wir vermehrt Gäste aus Deutschland und den Niederlanden beherbergen konnten. Für sie ist die Schweiz nicht mehr so teuer wie in den Jahren zuvor, also reisen sie vermehrt in die Schweiz und bleiben dann auch für einige Nächte. Und nicht zuletzt haben unsere Hoteliers und die Mitarbeiter in den Betrieben einen guten Job gemacht, was sich positiv in den Zahlen niederschlägt.

Inwiefern macht sich ein Projekt wie der Baumwipfelpfad in Mogelsberg in den Übernachtungszahlen bemerkbar?

Ich glaube nicht, dass dieses Projekt bisher viele Übernachtungsgäste angezogen hat, denn zurzeit ist es ein Projekt, das hauptsächlich Tagestouristen an- spricht. Es gab aber auch noch keine Möglichkeit, Gästeangebote mit Übernachtungen zu schnüren. Die grosse Resonanz bei den Tagesgästen ist eine Chance, die Gäste von unserer Region zu überzeugen, dass sie für einen Aufenthalt wieder ins Toggenburg reisen.

Tendenziell bleiben die Gäste länger im Toggenburg. Worauf führen Sie das zurück?

Wie ich bereits gesagt habe, sind die Zahlen der ausländischen Gäste gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Weil sie eine längere Anreise haben als Schweizer Gäste, bleiben sie eher für zwei oder drei Nächte.

Können Sie bereits etwas zum Start des Jahres 2019 sagen?

Wir verfügen noch über keine aktuellen Zahlen betreffend der Hotelübernachtungen. Wenn ich mich aber in den Hotels erkundige, dann erfahre ich, dass es Gäste hat. Mit unserer Tochterfirma Berg & Bett sehen wir, dass die Nachfrage an Betten in der Parahotellerie sehr gross ist. Ich hoffe auf gute Zahlen. Im Gegensatz zum vergangenen Winter hatten wir dieses Jahr neben guten Schneeverhältnissen glücklicherweise viele schöne Wochenenden, das zieht Tagesgäste an und sorgt für einige kurzfristige Buchungen.