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Für ihn ist Sport «Persönlichkeitserziehung»: Unzählige Toggenburger Sport-Talente durchliefen René Langeneggers Schmiede

René Langenegger ist im Toggenburg nicht aus dem Bereich Sport wegzudenken. Als Turnlehrer an der Kanti und als Volleyballtrainer schleift er seit 25 Jahren junge Talente. Dabei hat er auch im Kopf viel Ausdauer gebraucht.
Timon Kobelt
Volleyball ist für René Langenegger eine Herzenssache, obwohl er früher Einzelsportler war. (Bild: Ralph Ribi)

Volleyball ist für René Langenegger eine Herzenssache, obwohl er früher Einzelsportler war. (Bild: Ralph Ribi)

Vorstandsmitglied, Juniorenchef, J+S-Verantwortlicher und Volleyball-Damentrainer – die Liste liesse sich noch beliebig weiterführen. Es gibt kaum ein Amt, das René Langenegger während seiner 25 Jahre im Kantonsschul-Sportverein (KSV) Wattwil noch nicht innehatte. Momentan sind es die zu Beginn aufgezählten Funktionen. Und damit hat er sich sogar noch zurückgenommen, familiär bedingt, wie der
49-Jährige sagt.

René Langenegger ist mit drei Brüdern in Wattwil aufgewachsen. Schon sein Vater, der als Chefmonteur bei der St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG gearbeitet hat, war ein angefressener Sportler. Er habe als Nationalturner gerungen und geschwungen, berichtet Langenegger. Offensichtlich erbte er die Gene seines Vaters, denn schon früh war René Langenegger in den verschiedensten Sportarten aktiv: Korbball, Ski fahren und Geräteturnen, um nur einige zu nennen. Dabei erreichte er vor allem in zwei Disziplinen ein hohes Niveau: Im Skirennsport schaffte er es ins Regionalkader des Ostschweizer Skiverbands und im Geräteturnen holte er 1993 in der Kategorie Sie&Er mit seiner Partnerin den Schweizer-Meister-Titel.

In Teams im ganzen Land verteilt

«Ich komme zwar aus Einzelsportarten, der Teamsport hat mich aber auch schnell fasziniert. Sport generell bedeutet für mich Gesundheitserziehung und Mannschaftssport zusätzlich Persönlichkeitserziehung», sagt Langenegger. In einem Team müsse man Verantwortung übernehmen und mit Stärken und Schwächen der anderen umgehen können. Schliesslich habe es ihn bald einmal ins Volleyball gezogen, was sich für ihn als Glücksfall herausgestellt hat.

«25 Jahre sind eine lange Zeit. Es beeindruckt mich immer wieder, wenn ich die vielen Generationen sehe, die bei mir im Volleyball waren. Sie sind nun in Teams quer durchs Land verteilt.»

Dies erfülle ihn mit Stolz, weil es ihn erkennen lasse, dass er einen Einfluss auf seine einstigen Schützlinge gehabt habe.

Ähnlich ergehe es ihm bei seiner Tätigkeit als Sportlehrer an der Kanti Wattwil. Diese Funktion trat René Langenegger ebenfalls vor 25 Jahren parallel zu seinem Wirken beim KSV an. «Im Sportunterricht freut es mich besonders, wenn ich jemandem die vielen Facetten des Sports vermitteln kann. Allerdings wird es bei den immer grösseren Sportklassen schwieriger, individuell auf die Schülerinnen und Schüler einzugehen», erklärt der Sportlehrer. Dennoch nähmen die meisten Schüler etwas aus dem Sportunterricht mit, was sie ihm meist nach ihrer Kanti-Zeit erzählten. «Währenddessen sind sie es sich meistens noch nicht bewusst», sagt Langenegger schmunzelnd.

Die Frauenförderung ist für René Langenegger ein zentrales Anliegen. (Bild: Ralph Ribi)

Die Frauenförderung ist für René Langenegger ein zentrales Anliegen. (Bild: Ralph Ribi)

Besonders stolz ist der 49-Jährige, dass er dazu beigetragen hat, dass Frauen im Toggenburg dank des Nati A Teams von Volley Toggenburg Spitzensport betreiben können.

«Für die Männer wurde diesbezüglich immer schon viel gemacht. Doch die Frauen wurden eher stiefmütterlich behandelt. Daher sind wir froh, dass Volley Toggenburg den hiesigen Damen professionelle Trainingsbedingungen bieten kann.»

Der Verein Volley Toggenburg ist als imaginäres Dach für die Volleyballerinnen des KSV (Wattwil) und diejenigen von Voleka (Ebnat-Kappel) zu verstehen. Die Verankerung des KSV mit der Kanti sei immer noch da, weil man von guten strukturellen Bedingungen wie den Hallen profitiere, die für den KSV gratis seien, meint Langenegger.

Ausdauer auch beim Studieren

In der Pädagogik kennt man das Konzept der Ganzheitlichkeit, welches besagt, dass es die Kombination von Kopf, Herz und Hand zum erfolgreichen Lernen braucht. René Langeneggers Kernkompetenz liegt bestimmt bei der Hand, also dem physischen Aspekt. Doch auch vom Kopf her hat er viel investiert, um als fähiger Mittelschullehrer dazustehen. Nach dem Sportstudium an der ETH Zürich kam er 1994 direkt an die Kanti Wattwil. Danach hängte er berufsbegleitend ein Geografie-Studium an der Universität Zürich an. Da er stets in einem hohen Pensum von 80 Prozent angestellt war, dauerte dieses geschlagene zehn Jahre. Damals war es noch nicht Standard, nebst dem Haupt- noch ein Nebenstudium zu belegen, daher die Zusatzschlaufe. «Der Vorteil ist, dass ich im Sportbereich sehr breit und tief ausgebildet wurde und auch praxisorientiert», erklärt Langenegger. Dieser Aspekt fehle den heutigen Sportlehrern, die von der Uni kämen, häufig. Ausserdem würden viele Uniabsolventen eher in der Sportforschung landen, als im Sportunterricht.

Heutige Jugend sehr sportaffin

Gemäss René Langenegger bilden sich die Lehrkräfte der Fachschaft Sport sehr regelmässig weiter. Es sei auch nötig, am Puls der Zeit zu bleiben, denn die heutigen Jugendlichen seien sehr sport- und vor allem gesundheitsaffin.

«Dazu hat der Körperkult in den sozialen Medien seinen Teil beigetragen. Der Bereich Krafttraining ist unter den Jugendlichen sehr ausgeprägt, da es heute gang und gäbe ist, den eigenen Körper zu präsentieren.»

Natürlich bringe diese Entwicklung auch Nachteile. Eine Herausforderung für ihn seien die grossen Unterschiede, die im Leistungsvermögen bei den Schülern vorhanden seien. «Da kommt mir die Erfahrung aus meinem Studium zugute, weil es ein sehr breites Spektrum des Sports abgedeckt hat.»

Privat hat René Langenegger andere Herausforderungen: Er ist zweifacher Familienvater. Vor acht Jahren kam sein Sohn Nevio zur Welt, kurz darauf folgte Tochter Chiara. Gemeinsam mit ihnen und seiner Frau Marina geniesst der 49-Jährige das Leben im Toggenburg, er denkt nicht ans Wegziehen.

«Die Nähe zu den Bergen und die Natur im Allgemeinen sind perfekt für eine sportliche Familie.»

Er sei sehr glücklich, dass es mit dem Vatersein geklappt habe. «Es ist besonders schön, wenn ich meinem eigenen Nachwuchs die Freude an der Bewegung und der Natur weitergeben kann.»

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