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Für einmal keine Toggenburger Kritik an der Regierung: Kölliker und Mächler erhalten Zuspruch für Campus-Vorlage

Vor dem Verein Campus Wattwil begründeten Stefan Kölliker und Marc Mächler das 108-Millionen-Projekt. Wenn es keine Verzögerungen gibt, soll es bis 2028 realisiert sein.
Martin Knoepfel
Die Gebäude der Kantonsschule in Wattwil genügen nach Ansicht des Regierungsrats modernen pädagogischen Anforderung nicht mehr. Sie können zudem nicht alle Schülerinnen und Schüler aufnehmen. (Bild: Ruben Schönenberger)

Die Gebäude der Kantonsschule in Wattwil genügen nach Ansicht des Regierungsrats modernen pädagogischen Anforderung nicht mehr. Sie können zudem nicht alle Schülerinnen und Schüler aufnehmen. (Bild: Ruben Schönenberger)

«Wenn man nach Wattwil kommt, hat man volle Säle. Diesmal bin ich lieber gekommen.» Regierungsrat Marc Mächler hatte nicht nur einen vollen Saal, sondern auch die Lacher auf seiner Seite, als er auf seinen letzten Auftritt in Wattwil aus Anlass der Debatte um die Zukunft des Regionalspitals anspielte.

Vor Beginn des Informationsabends des Vereins Campus Wattwil zum Projekt Campus mussten die Veranstalter noch zusätzliche Stühle aufstellen. Schliesslich sassen rund 150 Personen in der Aula des Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg (BWZT).

Am Montagabend blieben - ein Unterschied zur Spitaldebatte - kritische Voten an die Adresse des Regierungsrats aus. Am meisten Applaus erhielt übrigens Kantonsrat Bernhard Zahner (SVP, Kaltbrunn). Der Grund: Er sagte, dass er das Projekt im Kantonsrat und auch vor dem Volk unterstützen werde.

Volksabstimmung voraussichtlich im November

Der Regierungsrat will eine neue Kantonsschule auf dem Areal der heutigen Sportanlage Rietstein erstellen. Voraussichtlich im Juni wird der Kredit im Kantonsrat behandelt. Im November soll die Volksabstimmung darüber stattfinden.

Der Campus Wattwil soll 108 Millionen Franken kosten. 73,5 Millionen Franken sind für den Neubau der KSW geplant. 34,5 Millionen Franken sind für die Sanierung und Erweiterung des BWZT vorgesehen.

Berufsschule wechselt vorübergehend in die heutige Kantonsschule

Wenn die Kantonsschule die Neubauten bezogen hat – das Ziel ist
2025 –, soll das BWZT vorübergehend in die heutige Kantonsschule wechseln. Dann wird das BWZT renoviert und erweitert.

2028 soll die Berufsschule ins BWZT zurückkehren können. Ein grosser Vorteil des Campus besteht für den Regierungspräsidenten darin, dass man während der Bauzeit keine kostspieligen Provisorien einrichten muss, wie das andernorts der Fall war.

Kölliker: «Man kann hier nicht weiter basteln»

Bildungs-Chef Stefan Kölliker. (Bild: Urs Bucher)

Bildungs-Chef Stefan Kölliker. (Bild: Urs Bucher)

Er habe 2009 die Gebäude der Kantonsschule Wattwil (KSW) erstmals von innen angeschaut. Ihm sei rasch klar geworden, dass man da nicht weiter «basteln» könne, sondern dass es einen Neubau brauche, sagte Regierungspräsident Stefan Kölliker. Die Gebäude der KSW seien aus pädagogischer Sicht nicht mehr zeitgemäss.

Sowohl die KSW als auch das das BWZT stammen aus den 1970er-Jahren. Die Gebäude erfüllten die heutigen Anforderungen in Bezug auf den Brandschutz und die Erdbebensicherheit nicht mehr.

Schulen an einem Ort konzentrieren

Beide Schulen leiden unter Platzmangel, die KSW schon seit 1974. Sie hat in der Folge weitere Gebäude dazumieten müssen. Das BWZT hat eine Dépendance im ehemaligen Sekundarschulhaus in Lichtensteig gemietet.

Bei der KSW seien die naturwissenschaftlichen Räume veraltet, sagte Stefan Kölliker. Beim BWZT könne man die Unterrichtsräume optimal auslasten, wenn alle Schülerinnen und Schüler an einem Standort konzentriert würden. Es gebe auch kürzere Wege, wenn alles in einem Gebäude konzentriert sei.

Stefan Kölliker wies darauf hin, dass die KSW 668 Schüler in 34 Klassen umfasst. Im BWZT hielten sich täglich rund 300 Lehrlinge auf. Die Synergien sind für den Regierungspräsidenten ein wesentlicher Vorzug der Campus-Vorlage.

Kölliker: «Zwei-Standorte-Strategie für Schüler unattraktiv»

Wattwil werde der erste Campus auf der Sekundarstufe II sein. Er sei überzeugt, dass die Schüler begeistert sein werden, wenn das Projekt verwirklicht sei, sagte Stefan Kölliker. Als weiteren Vorzug Wattwils nannte er die hervorragende Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr.

Der Regierungsrat habe eine Zwei-Standorte-Strategie sorgfältig geprüft, sagte Stefan Kölliker auf eine entsprechende Frage hin. Die Organisation der Schule wäre in diesem Modell schwieriger und für die Schüler wäre das Angebot weniger attraktiv.

Gespräche mit Schwyz und mit Zürich geführt

Der Regierungsrat habe auch vor 2014/2015 Gespräche geführt mit den Kantonen Schwyz und Zürich über eine gemeinsame Kanti in Rapperswil. Schwyz sei wegen der Kanti Pfäffikon nicht interessiert gewesen. «Aus Zürich haben wir ein schroffes Nein bekommen.»

Energisch verwahrte sich der Regierungspräsident auch gegen den Vorwurf, der Entscheid für Wattwil sei regionalpolitisch begründet: «Letzte Woche hat der Regierungsrat einen regionalpolitischen Entscheid getroffen. Das Rektorat der Fachhochschule kommt nach Rapperswil.»

Mächler: Aussensportanlage, Aula, Mensa und Küche sind gemeinsam

Marc Mächler, Regierungsrat, Vorsteher Baudepartement. (Bild: Regina Kühne)

Marc Mächler, Regierungsrat, Vorsteher Baudepartement. (Bild: Regina Kühne)

«Wir haben beide Jahrgang 1970, aber wir sind besser im Schuss», nahm Regierungsrat Marc Mächler die Vorlage von Stefan Kölliker auf. Das Gebäude der KSW entspreche nicht den heutigen Standards fürs Energiesparen. Das sei bei Bauten aus der Zeit vor dem ersten Erdölschock so. Zudem dringe Wasser ein.

Das BWZT brauche mittelfristig eine Sanierung der der Fassade, der Fenster und des Dachs. Beim Campus würden die Aussensportanlage, die Aula, die Mensa und die Küche gemeinsam genutzt. Das spare Kosten.

Wie hoch diese Synergie sind, wollte der Regierungsrat allerdings auf eine entsprechende Frage hin nicht präzisieren. Es habe aber teurere Varianten gegeben, sagte er.

Noch kein Modell des Neubaus vorhanden

Er müsse diejenigen enttäuschen, die hofften, dass er ein Modell des Neubaus der Kanti zeige. Weil der Architekturwettbewerb noch nicht durchgeführt wurde – er ist für 2022 geplant –, habe er kein solches Modell, sagte Marc Mächler.

Die Kosten von 108 Millionen Franken verteidigte er als vertretbar. Der Campus Wattwil schaffe den Platz, den man für einen modernen Schulbetrieb dringend benötige. Die neuen, modernen Schulräume dienten nicht nur den Schülern aus dem Toggenburg, sondern auch den Jugendlichen aus dem Gebiet See-Gaster.

Marc Mächler, Ivan Louis (SVP-Kantonsrat und Präsident Verein Campus Wattwil) und Stefan Kölliker (von links). (Bild: Martin Knoepfel)

Marc Mächler, Ivan Louis (SVP-Kantonsrat und Präsident Verein Campus Wattwil) und Stefan Kölliker (von links). (Bild: Martin Knoepfel)

Für die Debatte über den Campus Wattwil im Kantonsrat und für die Volksabstimmung ist Marc Mächler optimistisch, obwohl er Kritik am Projekt erwartet. In Rapperswil wolle der Kanton einen Neubau, den die Stadt erstellen will, für das BWZ Rapperswil-Jona mieten. Das Ziel sei eine entsprechende Absichtserklärung bis April.

Neue Brücke über die Thur

Die gemeinsame Aula und die gemeinsame Mensa sind im Neubau der KSW geplant. Das bestätigte Marc Mächler auf eine entsprechende Frage.

Eine neue Fussgänger- und Velobrücke soll laut Marc Mächler zwischen den beiden Areal des Campus eine zusätzliche Verbindung über die Thur herstellen. Für die neue Brücke – Kosten: 600'000 Franken – kommt die Gemeinde Wattwil auf. Die Aula des BWZT sei keine Aula nach heutigem Standard.

Weitere Möglichkeiten für Synergien?

Stefan Kölliker wies darauf hin, dass es immer schwieriger wird, Mensen in Berufsfachschulen kostendeckend zu betreiben. Mit einer gemeinsamen Mensa für beide Schulen habe man das Problem gelöst.

Laut dachte der Regierungspräsident über weitere Möglichkeiten für Synergien nach. Genannt wurden Zusammenlegungen im administrativen Bereich, etwa beim Rechnungswesen. Auf eine entsprechende Frage bestätigte der Regierungspräsident, dass sich an der Zuteilung der Schüler auf die verschiedenen Standorte nichts ändert. «Die Kantonsschule Wil ist voll.»

Mächler: «Neubau mit Thur-Sanierung vereinbar»

Der Neubau der KSW müsse natürlich auf die geplante Thur-Sanierung in Wattwil Rücksicht nehmen. Man müsse auch die Baulinien einhalten, sagte Marc Mächler auf eine entsprechende Frage. Der Campus Wattwil sei aber mit der Thur-Sanierung vereinbar. Zudem würden gut gestaltete Ufer die trennende Wirkung der Thur überwinden.

Marc Mächler bestätigte auch, dass die Neubauten auf die bestehenden, teilweise unter Schutz stehenden Gebäuden der KSW, Rücksicht nehmen müssen. Der Neubau solle nicht wie eine Faust aufs Auge wirken. Das werde ein Thema des Architekturwettbewerbs für den Neubau der KSW sein.

Deutlich machte Marc Mächler einmal mehr, dass der Kanton keinen Bedarf mehr an den heutigen Gebäuden der KSW hat, wenn der Campus bezogen sein wird. Es sei nicht sinnvoll, dass der Kanton die heutigen Gebäude der KSW nach 2028 behalte, sagte er.

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