Für die Tischtennisspielerin Rahel Aschwanden wird die Weltmeisterschaft im März wieder zum Thema

Nach überstandener Knieverletzung gibt die Bütschwilerin am Samstag ihr Comeback.

Urs Huwyler
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Rahel Aschwanden testet das operierte linke Knie. Es hält der Belastung stand.

Rahel Aschwanden testet das operierte linke Knie. Es hält der Belastung stand.

Bild: Urs Huwyler

Eine gewisse Anspannung liess sich bei Rahel Aschwanden schon erkennen, als sie in der Orthopädie St.Gallen bei Physiotherapeut Christian «Gutzi» Gutgsell – er ist unter anderem Trainer von Sprinterin Salomé Kora – zum Leistungstest und bei Sportarzt Pierre Hofer zur medizinischen Kontrolle antrat.

Vor sieben Monaten am linken Knie operiert

«Erhalte ich grünes Licht, kann ich am Wochenende die ersten Wettkämpfe bestreiten und die Weltmeisterschaft im März wird zum Thema», erzählt die Bütschwiler Tischtennisspielerin. Sie weiss, dass von den bevorstehenden anderthalb Stunden einiges abhing.

Vor sieben Monaten und einer Woche wurde die mehrfache Einzel- und Mixed-Schweizer-Meisterin aus dem Toggenburg wegen eines Kreuzbandrisses am linken Knie operiert. Sie dürfe, schloss Pierre Hofer die Auswertung der Tests und den Untersuch des «Corpus Delicti» ab, wieder leistungsmässig Tischtennis spielen, Skifahren oder auch sonst Sport betreiben. Rahel Aschwanden strahlte, als hätte sie soeben einen wichtigen Match gewonnen.

Die gute Nachricht des Arztes heisst für die beim Tischtennisclub Toggenburg und Tischtennisclub Wil grossgewordene mehrfache WM- und EM-Teilnehmerin: Sie gibt am kommenden Wochenende ihr Comeback in der 3. Bundesliga beim abstiegsgefährdeten TuS Fürstenfeldbruck gegen Chemnitz und Jena. Die Deutschen rechneten schon im Dezember mit der Schweizer Nationalspielerin, doch es sollten keine Risiken eingegangen werden. «Umso grösser ist jetzt die Freude, dass ich das Knie voll belasten kann», freut sich die Tischtennis-Europabummlerin.

Master in Psychologie und Sportpsychologie

In Österreich, in Frankreich, in Deutschland, in Schweden oder in der Schweiz: Rahel Aschwanden sammelte bisher in verschiedenen Ligen Erfahrungen. Zeitweise kämpfte sie in zwei Ländern um Punkte. «Vielleicht war ich zu viel unterwegs», sinniert die Idealistin, die Mitte Jahr in Bern nach dem Psychologie-Master-Studium auch jenes in Sportpsychologie abschliessen wird.

Damit kommt eine Fachfrau auf den Markt, die sich aus eigenem Antrieb nach oben gearbeitet hat und alle Schattierungen des (Spitzen)Sports kennt. «Solche Frauen und Männer sind gesucht, weil sie als Praktiker über das theoretische Wissen und eigene Erfahrungen verfügen», betonen Pierre Hofer und Christian Gutgsell.

Mehrere Alternativen im Gepäck

Das sind positive berufliche Aussichten, welche Rahel Aschwanden im Sommer den Entscheid, wie es weitergehen soll, jedoch kaum erleichtern dürften. Es ist möglich, dass die Team-Weltmeisterschaft im südkoreanischen Busan, sie dauert vom 22. bis 29. März, Aschwanden als Weichenstellung bei der Zukunftsplanung dient.

Wird die weiterhin dem Nationalkader angehörende Hobby-Radrennfahrerin, sie war die Schnellste an der Hulftegg-Stafette 2019, wie erwartet selektioniert und findet schmerzfrei zu ihrer Bestform zurück, wäre im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris für sie eine vierjährige Intensiv-Phase denkbar.

Eine Rückkehr zu einem Schweizer Klub könnte, gekoppelt mit dem Einstieg ins Berufsleben, eine weitere Alternative sein. «Schwierig wird die Entscheidung so oder so. Momentan geht es aber darum, möglichst viele Wettkämpfe zu bestreiten, mich auf den Sport zu konzentrieren und mich täglich zu fordern», erklärt Rahel Aschwanden.

Zusammenarbeit mit Zdenko Prskalo

In den nächsten Wochen greift sie während der Weltmeisterschaft-Vorbereitung auf Altbewährtes zurück. Wie zu Zeiten als Wiler Kantonsschülerin trainiert sie wieder mit Profitrainer Zdenko Prskalo vom Wiler Tischtennisclub zusammen.