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Damals: Frischzellenkur für den einst längsten Steinbogen der Schweiz

Das "Toggenburger Tagblatt" veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Nicht Christos Werk: Das eingerüstete Thurviadukt 1 bei Krummenau wird saniert. (Bild: PD)

Nicht Christos Werk: Das eingerüstete Thurviadukt 1 bei Krummenau wird saniert. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

6. Juli: Obertoggenburg. Schon vor einer Woche wurde ein Teil unserer Hochalpen am Säntis und Speer bezogen, nun diejenigen im Churfirstengebiet. Nicht gerade günstig scheint sich die diesjährige Alpviehsömmerung zu gestalten. Schon in den Voralpen trat da und dort Futterknappheit ein. Der Graswuchs blieb in unseren Bergen und Alpen unter der anhaltenden Kälteperiode zurück; zudem werden die Alpen dieses Jahr voll und ganz bestossen, sodass die Atzung mit aller Vorsicht benützt werden muss.

10. Juli: Wattwil. Volksküche. Es herrscht in der Bevölkerung die Auffassung, dass die von der Fürsorgekommission unlängst eröffnete Volksküche in der evangelischen Schule Dorf für alle Leute zugänglich sei, also ob weniger bemittelt oder besser situiert. Die Frequenz dieser Küche ist denn auch eine viel grössere als wir anfänglich zu glauben wagten: Die Einrichtung für die Suppenproduktion wurde so gut es bis heute möglich war vergrössert und es ist eine Mehrproduktion innert den nächsten drei Monaten nicht möglich. Um nun vorab den weniger bemittelten Familien Suppe verabfolgen zu können, möchten wir besser Situierte ersuchen, die Volksküche nicht zu benützen, bis wir unsere Kocheinrichtungen dermassen vergrössert haben, die uns dann ermöglichen, weitgehenderen Ansprüchen genügen zu können.

Vor 50 Jahren

8. Juli: Lichtensteig. 105 Jahre Geschwister Haesele. Die Blocksfabrik Lichtensteig feiert Feste, wenn sie fallen. Vor gut zwei Jahren war es Frl. Mathilde Haesele, welche nach 55 Jahren ununterbrochener Tätigkeit (Prokuristin der Buchhaltung) ihren Dienst quittierte und damals von der Firma gebührend gefeiert wurde. Und nun hat ihre Schwester, Frl. Hermina, den Büromantel endgültig zusammengerollt und nach 50 Jahren Tätigkeit ebenfalls den Abschied genommen, welcher für sie wie für die Firma nicht leicht fiel.

8. Juli: Wattwil. Baubeginn Kantonsschule Wattwil. Zwei grosse Kräne sind bereits weithin sichtbar. Die Hauptkanalisationsleitungen sind verlegt und an der Fundation des sogenannten Spezialtraktes wird gearbeitet. Dieser westlich gelegene dreigeschossige Baukörper beherbergt alle Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht und alle Nebenräume zur Turnhalle. Es ist vorgesehen, zunächst diesen Trakt zu erstellen, um die zu erwartenden Setzungen der Gebäude besser abschätzen zu können. Denn das Bauareal war früher Ueberschwemmungsgebiet und wurde beim Bau des Rickentunnels mit Aushubmaterial aufgefüllt. Die Setzungen der Gebäude werden jedoch wegen der verschiedenen Höhen und damit der verschiedenen Gewichte unterschiedlich ausfallen, die zusammenhängenden Geschossböden müssen im Endzustand eben sein. Damit ist der Anfang für die im Frühjahr 1970 zu eröffnenden Kantonsschule gemacht.

Vor 20 Jahren

6. Juli: Wattwil. Vermisstes Sparheft. Im Amtsblatt des Kantons St. Gallen wurde ein Gläubigeraufruf publiziert: Gesucht wird die allfällige Besitzerin oder der Besitzer des vermissten Sparheftes Nr. 254-0007053-2 der Raiffeisenbank Wattwil, lautend auf den Namen Lisette Rüdlinger-Grob, geboren am 30. August 1897, verstarb am 24. April 1990. Sie war in Wattwil wohnhaft. Der eingetragene Saldo des Sparheftes beträgt rund 24000 Franken, und zwar per 9. Mai 1984. Sollte sich der rechtmässige Besitzer des Sparheftes und damit des vorhandenen Vermögens nicht innert dreier Monate beim Bezirksgerichtspräsidium Obertoggenburg und Neutoggenburg, Hauptgasse 21, Lichtensteig melden und das Sparheft vorlegen, wird eine Kraftloserklärung ausgesprochen.

Vor 10 Jahren

8. Juli: Neu St. Johann. Seit der Eröffnung des Schulhauses im Schlatt vor über 150 Jahren war die Schule mangels Schülern permanent von einer Schliessung bedroht. Während seines Bildungsurlaubs hat Andreas Weber eine Chronik über die 150 Jahre der Schulgeschichte geschrieben. Die Chronik der Schule im Schlatt sei typisch für eine Schule auf dem Land. Das Spannungsfeld zwischen Schule und Landwirtschaft drücke der Schulgeschichte seinen Stempel auf. Etwa 1879, als der Turnunterricht für die Knaben obligatorisch wurde. Damals sei man vor allem in den Aussengegenden der Ansicht gewesen, die Bauernbuben fänden genügend körperliche Betätigung in der Landwirtschaft und müssten nicht mit dem Turnunterricht Zeit vertrödeln. Der Konflikt zwischen Landwirtschaft und Schule hat Weber besonders beeindruckt. Bis etwa 1960 seien die Schüler ja alles Bauernkinder gewesen. Die Väter hätten daher darauf beharrt, dass vor allem ihre älteren Kinder nicht zu lange in der Schule steckten, damit sie auf dem Hof helfen konnten. Hausaufgaben seien sowieso tabu gewesen. Diesbezüglich sehe die Schulgeschichte in der Stadt wohl etwas anders aus, ist Andreas Weber überzeugt.

9. Juli: Krummenau. Er ist knapp 100 Jahre alt und war einmal der Grösste. Der 1911 erbaute Thurviadukt 1 der Schweizerischen Südostbahn bei Krummenau wies lange Zeit den längsten Steinbogen aller Schweizer Eisenbahnbrücken (Spannweite 63 Meter) auf. Fertiggestellt wurde er im Oktober 1912. Das bedeutendste Bauwerk der SOB im Toggenburg wird total renoviert. Die gesamte Bauzeit für die aktuelle Renovation beträgt rund sieben Monate.

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