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Künstler entscheiden selber, wie viel Provision sie bezahlen

Ein junges Team um die Bütschwilerin Alexandra Scherrer will mit der Kunstplattform Artiazza zu einem freien Kunstmarkt beitragen. Wie viel Künstler der Plattform bei erfolgreichen Verkäufen abgeben, entscheiden sie selber.
Anina Rütsche
Die 26-jährige Toggenburgerin Alexandra Scherrer (rechts) und ihre Kollegen setzen sich mit Herzblut für Artiazza ein. (Bild: PD)

Die 26-jährige Toggenburgerin Alexandra Scherrer (rechts) und ihre Kollegen setzen sich mit Herzblut für Artiazza ein. (Bild: PD)

Kunstwerke gibt es nicht bloss in Galerien zu kaufen. Auch das Internet bietet zahlreiche Gelegenheiten, um Gemälde, Skulpturen oder Fotografien zu erwerben. Eine davon ist die offene Plattform Artiazza, basierend auf einer GmbH, die im Juni 2017 gegründet wurde. Sie ermöglicht es Künstlerinnen und Künstlern, ihre Werke einem breiten Publikum zu präsentieren.

Die Gründer der Plattform – vier motivierte Leute zwischen Mitte und Ende zwanzig – unterstützen sie bei der Vermarktung. Mit von der Partie ist die in Bütschwil aufgewachsene Alexandra Scherrer, die heute in Winterthur lebt. Vor Artiazza hatte sie kaum einen Bezug zur Kunst, in der Zwischenzeit hat sich das aber geändert.

Alexandra Scherrer, Sie sind selbst nicht künstlerisch tätig. Wie kam es dazu, dass Sie sich dennoch für diese Branche einsetzen?

Das Interesse an diesem Thema ist gewachsen, weil ich erkannt habe, dass sich in dieser Branche mit Hilfe des Internets viel bewegen lässt. Entstanden ist Artiazza während meiner Studienzeit in Luzern – ich habe dort an der Hochschule den Masterstudiengang in Online Business and Marketing absolviert.

Im Rahmen eines Start-up-Projekts entstand die Idee, eine Internetplattform ins Leben zu rufen, die Kunst und deren Verkauf demokratisiert. So können wir all jene unterstützen, die sich nicht selbst um die Vermarktung kümmern möchten oder können.

Was macht Artiazza anders als andere Kunstplattformen?

Artiazza ist anders als der altehrwürdige Kunstmarkt. Bei uns können Kunstschaffende dank dem Artiazza-Modell laufend von der Wertsteigerung ihrer Werke profitieren. Immer, wenn ein Kunstwerk auf der Plattform wiederverkauft wird, profitiert der Urheber des Werkes durch eine Kommission – das nennt sich Folgerecht.

So ist es ja auch in der Musikindustrie: Immer, wenn ein Lied abgespielt wird, erhält deren Urheber dafür Tantiemen. Die Community entscheidet mit, wie viel Wert ein Künstler hat, beziehungsweise, wie beliebt seine Arbeiten sind. So entsteht ein freier Kunstmarkt, den es bis anhin in dieser Form nicht gab.

Neu können die Kunstschaffenden zudem selbst entscheiden, welche Provision sie uns abgeben wollen, wir nennen es das Pay-what-you-want-Konzept. Aber auch die ursprüngliche Provision von 25 Prozent liegt deutlich unter dem, was herkömmliche Galerien verlangen.

Wer kann sich an Artiazza beteiligen?

Alle, die selber künstlerisch tätig sind, können sich registrieren. Ein Profil bei Artiazza zu erstellen, ist ganz einfach. Seit der Gründung vor eineinhalb Jahren haben sich rund 190 Kunstschaffende bei Artiazza registriert. Unser Sortiment umfasst derzeit etwa 1300 Kunstobjekte. Deren 70 haben wir bereits verkauft.

Auch für die Käuferinnen und Käufer lohnt sich Artiazza, denn dank der Plattform können sie neue Talente entdecken. Die obere Preisgrenze liegt übrigens bei 2000 Franken. Denn unserer Meinung nach soll einzigartige Kunst für alle erschwinglich sein.

Wie reagieren die Künstler und Käufer auf dieses neue Angebot?

Grösstenteils positiv, denn viele können sich mit unserem demokratischen Konzept identifizieren. Besonders geschätzt wird der Dialog innerhalb der Community. Durch die Bewertungen und Kommentare auf der Internetseite erhalten die Urheber der Werke viele Rückmeldungen, an denen sie sich künftig orientieren können.

Wie läuft es hinter den Kulissen von Artiazza ab?

Derzeit besteht unser Team aus vier Leuten. Die Co-Gründerinnen Franziska Luginbühl und Martina Bühler sind meine ehemaligen Kommilitoninnen – gemeinsam hatten wir vor rund vier Jahren die Idee, Artiazza ins Leben zu rufen. Da unsere Website ziemlich komplex aufgebaut ist, haben wir später den ETH-Absolventen Armin Herbsthofer ins Gründungsteam geholt.

Artiazza ist unser Herzensprojekt, auch wenn wir alle nebenbei noch andere Jobs haben. Jeden Donnerstag treffen wir uns in Zürich, um Artiazza weiter voranzubringen. Zudem gibt es regelmässig Einsätze am Wochenende. Auch ausserhalb des Internets sind wir präsent, beispielsweise an Kunstmessen. Im Herbst planen wir zudem die erste Artiazza-Ausstellung im Bourbaki in Luzern.

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